Am 26. Oktober trifft sich die Siedlerschaft Kieferngarten mit CSU-Vertretern, um rechtliche Schritte gegen den Tram-Ausbau zu beraten.
München – Am 2. Oktober feierten die Stadt München und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) an der U-Bahn-Haltestelle Kieferngarten den Spatenstich für die Bauarbeiten zur Tram-Erweiterung im Münchner Norden. Derweil trafen sich 25 Menschen auf der anderen Straßenseite für eine Protestaktion gegen genau dieses Bauvorhaben – der Verein Siedlerschaft Kieferngarten und allen voran dessen Vorsitzender Walter Hilger. Für den ehemaligen Bauingenieur ist das Projekt „ein ökologischer Wahnsinn und Geldverschwendung im höchsten Maße“. Wir haben einige Tage nach dem Spatenstich mit Hilger gesprochen.
Kurz zusammengefasst planen Stadt und MVG, die bereits bestehende Tramlinie 23 von Schwabing Nord kommend bis zur Haltestelle Kieferngarten zu verlängern. So kann zum Beispiel das große Neubaugebiet Neufreimann besser an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Zudem soll zwischen Am Hart und Kieferngarten die neue Tramlinie 24 pendeln.
Gegner: Querverbindung ist sinnlos
Doch gerade diese Querverbindung, erklärt Hilger, sei völlig sinnlos. „Der 180er-Bus fährt genau diese Strecke und schafft die Fahrgastzahlen locker.“ Die Tram 24 sei „Geldverschwendung“ und sorge für unnötige Baumfällungen. Deshalb plädiert er dafür, dass lediglich die Linie 23 ausgebaut werden soll – und zwar nur bis Neufreimann, „den Rest regelt schlicht und einfach der Bus“. Den Bebauungsplan für Neufreimann, der gegen einen dortigen Tram-Wendepunkt spricht, könne man schließlich auch einfach ändern.
Hilger verweist in seiner Argumentation unter anderem auf ein Gutachten, das 2022 für den Frankfurter Ring hinsichtlich einer Seilbahn angefertigt wurde – „und in diesem heißt es, dass Busse dort einen höheren Kosten-Nutzen-Faktor als eine Tram haben“. Warum werde das Ergebnis hier nicht berücksichtigt, fragt er sich. Zumal „die Heidemannstraße ähnlich ausgebaut ist wie der Frankfurter Ring“. Aber im Planfeststellungsbeschluss werde der Bus zu Gunsten der Tram einfach schlecht gemacht, meint der ehemalige Bauingenieur. Im Gutachten von 2022 steht jedoch auch, dass die Tram in der Studie eine für sie unvorteilhafte Strecke geführt wurde, da das Augenmerk seinerzeit auf der Seilbahn lag. Demnach seien auch die vergleichsweise hohen Kosten ein projektspezifischer Sonderfall und könnten nicht auf andere Trambahnplanungen übertragen werden.
Ortstermin mit der CSU soll stattfinden
Nichtsdestotrotz habe er bereits viel gesammelt, so Hilger. Auch ein Anwalt habe ihm bestätigt, „dass es jede Menge Anhaltspunkte gibt, anhand derer der Tram-Ausbau im Münchner Norden noch zu Fall gebracht werden kann“. Deshalb seien der Verein und er nun auf der Suche nach einem kostengünstigen juristischen Beistand.
Zudem werde am 26. Oktober ein Treffen mit der CSU vor Ort stattfinden, erklärt Hilger. Vor allem mit deren Bundestagsabgeordneten Hans Theiss sei er in engem Kontakt. „Über den läuft das alles.“ Bei besagtem Treffen werde dann nochmal besprochen, welche Anhaltspunkte es gibt. Hilger hofft, dass auch der ein oder andere CSU-Stadtrat dort erscheint.

