Walchensee-Ufer

Radler auf Fußweg: „Ein leidiges Thema“

+
Weil er schmal, ausgesetzt und felsig ist, wurde der Weg am Walchenseeufer für Radfahrer gesperrt. Doch viele halten sich nicht an das Verbot.
  • schließen

Der schmale Spazierweg zwischen Niedernach und Sachenbach am Walchensee ist für Radfahrer gesperrt – doch das Verbot wird kaum beachtet. Fußgänger klagen nicht zum ersten Mal über rücksichtslose Radler.

Jachenau – „Ein leidiges Thema“, sagt Jachenaus Bürgermeister Georg Riesch beim Anruf unserer Zeitung. „Bei uns wird immer wieder darüber diskutiert.“

Aktueller Anlass ist die Mail einer Frau aus Wolfratshausen an unsere Redaktion. Sie schreibt, dass sie immer wieder dort spazieren gehe, aber dass man den Fußgängerweg „im Prinzip nicht mehr in Ruhe benützen könne“. Vor ein paar Tagen, an einem schönen Sonntag, sei es besonders schlimm gewesen. „Die Fußgänger sind dort schon in der Minderheit“, klagt die 55-Jährige. Einige Mountainbike-Fahrer würden regelrecht auf die Spaziergänger zurasen. „Wenn man sagt, dass sie doch bitte absteigen sollen, wird man ignoriert oder blöd angemacht.“ Teilweise seien es „ganze Familienhorden“. Absteigen tue keiner. „Ein Radfahrer wurde mal richtig aggressiv und ich hatte Angst, dass er mir was tut“, berichtet die Frau und meint: „So geht es einfach nicht weiter. Man traut sich da als Fußgänger schon gar nicht mehr hin.“

Lesen Sie auch: Walchensee-Südufer: Kontrollen zeigen Wirkung

Der Weg ist seit mehr als 15 Jahren für Radfahrer gesperrt. Es gibt mehrere Verbotsschilder, die auf einen eigenen Radweg hinweisen. Das Problem: Dieser ist steil und führt durch den Wald, also nicht am See entlang.

„Der Weg am Seeufer wurde für den Radverkehr gesperrt, da er in vielen Abschnitten zu schmal, zu ausgesetzt oder zu felsig ist, als dass sicheres Radfahren auch in Bezug auf Fußgänger möglich ist“, erklärt Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts. „Für die Radfahrer wurde mit der Errichtung eines Forstwegs eine Umfahrungsmöglichkeit geschaffen.“ Peischer weiß, dass es Klagen gibt, dieser sei zu steil. „Es gibt aber immer noch die Möglichkeit, das Rad auf dem Forstweg oder notfalls auf dem Fußweg zu schieben.“

Wichtig zu wissen: „Wenn ein Radfahrer, der auf dem gesperrten Weg unzulässigerweise unterwegs ist, stürzt, ist er selbst schuld und haftet für die Schäden“, sagt Peischer. „Es bleibt für ihn in diesem Fall zu hoffen, dass nicht noch ein Fußgänger in Mitleidenschaft gezogen wird.“

Lesen Sie auch: Badegäste kassieren 460 Strafzettel

Das Landratsamt weist in seinem Faltblatt zum Landschaftsschutzgebiet Walchensee auf die Sperrung für Radfahrer und auf den Forstweg hin. Auch vor Ort ist der Forstweg gut ausgeschildert.

Doch bekanntlich sind Schilder nichts wert, wenn sie nicht kontrolliert werden. Genau das bezeichnet Bürgermeister Georg Riesch als problematisch: „Wie sollen wir das denn in den Griff kriegen“, fragt er. „Mehr Verbotsschilder aufzustellen, bringt auch nichts.“ Trotz zahlreicher Diskussionen habe man bislang keine Patentlösung gefunden. Riesch bleibt seit Jahren nur eins: „An die Vernunft und gegenseitige Rücksichtnahme zu appellieren.“

Lesen Sie auch: Ärger im Mountainbike-Paradies

Kommentare