St. Johannes

Rätselhafte Spray-Aktion an Moosburger Kirchturm - und warum sie wohl kein Nachspiel hat

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Anonyme Botschaften trägt derzeit der Kirchturm von St. Johannes in Moosburg.
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Ein Moosburger Wahrzeichen, der Kirchturm von St. Johannes, trägt derzeit eine gesprühte Botschaft. Über Urheber und Inhalt wird gerätselt - aber nicht ermittelt.

Moosburg – Die Gerüstverkleidung der Fassadenbaustelle am Moosburger Johannesturm „ziert“ seit Kurzem eine gesprühte Botschaft, die von weithin lesbar ist. Was sich der oder die Verfasser dabei gedacht haben, lässt jedoch Raum für Spekulationen übrig. Deutet das rote Herz auf eine kryptische Liebesbotschaft hin? Handelt es sich um einen Appell an Christen, dass sie glauben und hoffen (wegen des englischen „hope“) sollen?

Pastoralreferent Markus John von der Pfarrei St. Kastulus kennt die Intention dahinter nicht, wie er sagt, „und ich bin auch ganz grundsätzlich kein Freund davon, Botschaften an öffentlichen Gebäuden zu hinterlassen“. Da gebe es bessere Wege. Immerhin, zeigt sich John erleichtert, sei aber nichts „Rechtsradikales oder Homophobes“ auf die Gerüstplane gesprüht worden.

Der Bürgermeister vermutet eine Liebesbotschaft

Eigentümer des Turms ist bekanntlich die Stadt Moosburg. Doch auch Bürgermeister Josef Dollinger kann nur darüber mutmaßen, was die Intention zu der „Schmiererei“ gewesen sei. „Wir waren im Rathaus selbst überrascht, als wir das entdeckt haben.“ Er glaube, dass irgendein „Tom“ dort eine Liebesbotschaft für seine Angebetete hinterlassen habe. 

Das zuständige Hochbauamt habe sich bereits mit dem direkt Geschädigten in Verbindung gesetzt: der Gerüstbaufirma. „Die stellen aber keine Anzeige, weil das Tuch sowieso weggeworfen wird, wenn das Gerüst wieder wegkommt“, berichtet Dollinger. Unabhängig davon findet es der Ortschef „unerfreulich, dass das Stadtbild dadurch über Wochen verunstaltet ist“.

Polizeichef stellt klar: „Auch wenn auf eine Anzeige verzichtet wurde...“

Moosburgs Polizeichef Christian Bidinger bestätigte auf Nachfrage, dass kein Strafantrag wegen Sachbeschädigung gestellt worden sei. Gleichzeitig stellte der Inspektionsleiter klar: „Auch wenn im konkreten Fall der Besitzer auf eine Anzeige verzichtet, stellt das keinen Freibrief dar, derartige Schmierereien zu hinterlassen.“ Seine Beamten würden nun auf jeden Fall ein verstärktes Auge auf die Örtlichkeit haben.

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