VonUli Heicheleschließen
Die Kommunalwahl steht vor der Tür: Am 8. März stimmen die Münchner darüber ab, wer in Zukunft das Sagen im Rathaus hat. Worauf‘s da ankommt und welche Themen wichtig werden: Das erklären drei Reporter in der Vorab-Diskussion.
München – Der Countdown läuft. Am 8. März – also in weniger als sieben Wochen – wählt München den nächsten Oberbürgermeister, den nächsten Stadtrat und die nächsten Bezirksausschüsse. Die Parteien und ihre OB-Kandidaten sind voll im Wahlkampfmodus. Das sieht man nicht nur auf Münchens Straßen, die zu Plakat-Alleen geworden sind, sondern auch an Dutzenden von Pressekonferenzen und -mitteilungen, mit denen die Politiker ihre Botschaften verbreiten möchten.
Kampf ums Münchner Rathaus: Reporter berichten – „Für den nächsten OB wird‘s kein Zuckerschlecken“
Für die Rathaus-Reporter der Münchner Medien ist jetzt deshalb eine besonders intensive Zeit. Drei von ihnen haben nun bei einer Podiumsdiskussion der Münchner Volkshochschule über ihre Arbeit berichtet. Für die tz und den Münchner Merkur war Sascha Karowski dabei – er ist bei uns als Chefreporter für die Kommunalpolitik zuständig. Mit Christina Hertel (Abendzeitung) und Heiner Effern (Süddeutsche Zeitung) tauschte er sich vor über 100 Zuschauern über die wichtigsten Wahlkampf-Themen aus.
Unser Rathaus-Reporter sagt: „Für den nächsten Oberbürgermeister und den nächsten Stadtrat wird‘s kein Zuckerschlecken – sondern eher Blut, Schweiß und Tränen. Die Stadt wird massiv sparen müssen, kann also nicht so viel gestalten. Deshalb können die Kandidaten jetzt im Wahlkampf auch nicht viel versprechen.“ Und, so Karowski halb im Scherz und halb im Ernst: „Manchmal stellt man sich schon die Frage, warum sich jemand mit dieser Perspektive überhaupt zum Oberbürgermeister wählen lassen will.“
Städtische Finanz-Probleme und Wohnen sind wichtige Themen bei der Kommunalwahl in München
Simone Gundi von der Volkshochschule führte durch den Abend – und beleuchtete mit den Reportern Themen wie eben die städtischen Finanz-Probleme und die Frage, wie die Stadt trotz Sparzwängen noch gut für ihre Bürger da sein kann. Hertel zu diesem Thema: „Vielleicht geht es dann teilweise nicht mehr darum, neue Projekte aufzusetzen, sondern bereits bestehende Angebote wie zum Beispiel den München-Pass für Bedürftige bekannter zu machen.“
Auführlich zur Sprache kam auch das Thema Wohnen. Niedriges Flächen-Angebot, hohe Mieten: Wie kann man den Münchner Teufelskreis durchbrechen? Effern ist sicher: „Das wird ein ganz entscheidendes Thema für den nächsten Stadtrat werden. Der soziale Wohnungsbau ist ja nahezu zum Erliegen gekommen. Das hat viele Gründe, unter anderem die hohen Baukosten. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben der Münchner Kommunalpolitik sein, sich in diesem Bereich Rezepte zu überlegen.“
Warum günstiger Wohnraum besonders wichtig ist
Auch unser Rathaus-Reporter Sascha Karowski betont: „Die Stadt muss günstigen Wohnraum schaffen. Das wird ein Kern-Thema bleiben – da sind sich alle Parteien einig. Das ist auch deshalb wichtig, weil man dadurch eine Spaltung der Gesellschaft verhindern kann.“
Was das zweite große Thema des Abends, die Finanzen, angeht, sagt Karowski: „Die Stadt wird aller Voraussicht nach beim eigenen Personal sparen müssen, zum Beispiel durch den Einsatz von KI. Ich bin sicher, dass es Stellen gibt, bei denen die Bürger nicht spüren werden, dass sie weggefallen sind.“
Wer tritt an?
Bei der Wahl am 8. März wird eine Reihe von Kandidaten antreten. Die größten Chancen haben wohl Dieter Reiter (SPD), Clemens Baumgärtner (CSU) und Dominik Krause (Grüne).
Rubriklistenbild: © Martin Jost, Volkshochschule


