Kommunalwahl in München

„CSU schickt Brillengestell ins Rennen“: Warum auf Plakaten der Grünen das Baumgärtner-Logo zu sehen ist

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Die Grünen nehmen das Brillen-Logo von CSU-Kandidat Baumgärtner aufs Korn – für den guten Zweck. Auch andere Parteien setzen im Wahlkampf auf Humor.

München – Wahlkampf ist oft Bierzelt, bierernst ist er aber nicht immer. So nehmen aktuell Münchens Grüne den OB-Kandidaten der CSU, Clemens Baumgärtner, auf die Schippe. Der ehemalige Wiesn-Chef hat sich bekanntlich ein markantes Logo einfallen lassen: die blaue Harry-Potter-Gedächtnis-Brille. Sie prangt auf Baumgärtners Plakaten – verbunden mit den üblichen plakativen Worten, etwa „Endlich wieder Wirtschaftskompetenz“. Die grüne Konkurrenz hat sich nun ebenfalls der Baumgärtner-Brille bedient und weist mit Augenzwinkern auf eine Aktion am 28. Januar hin. Dann werden zwischen 11 und 15 Uhr in der Sendlinger Straße 11 alte Brillen gesammelt – „für den guten Zweck“, sagt Grünen-Chef Florian Siekmann.

Die Grünen haben das Logo von Clemens Baumgärtners Plakaten übernommen.

Wahlkampf in München: „Amtsinhaber taucht ab, CSU schickt Brillengestell ins Rennen“

Die Grünen schließlich stünden wie keine andere Partei für Nachhaltigkeit und sie seien überzeugt, dass es auch für angestaubte Brillen-Modelle noch eine gute Verwendung gebe. „Und eine Prise Humor tut diesem Wahlkampf mit einem Amtsinhaber, der abtaucht, und einer CSU, die ein Brillengestell ins Rennen schickt, auch ganz gut.“

Clemens Baumgärtner nimmt das alles sehr gelassen. „Es freut mich sogar, dass die Grünen mein Brillen-Logo jetzt sogar auf ihre eigenen Plakate drucken, so unsere Kampagne übernehmen und damit mein Markenzeichen breit in München plakatieren.“ So kann man es freilich auch sehen.

Kommunalwahl in München: Jusos werben für billiges Bier, Volt für schnellere Digitalisierung

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Auch andere Parteien setzen im Wahlkampf auf Humor. Die Jusos plakatieren beispielsweise „Bitte Bier billig“. Spitzenkandidatin Paula Gundi erklärt, die Kampagne solle vor allem auf das Thema Bezahlbarkeit aufmerksam machen. „Egal ob beim Bier, Spezi, der Brezn oder der Miete, das beschäftigt die meisten Münchner in ihrem Alltag. Jusos und SPD setzen sich für eine Stadt ein, in der sich jeder Mensch ein gutes Leben leisten kann!“ Ähnliche Forderungen verstecken sich daher auch hinter den Slogans „Bitte Breze bezahlbar“ oder „Kostenlose kommunale Klos“.

Und auch bei Volt dürfen die Wähler mit ein wenig Humor auf die Wahlwerbung schauen. „Keine Zeit für Faxen“ steht da zum Beispiel. Das ist natürlich mehrdeutig. Zum einen wird signalisiert, die Partei habe die Faxen dicke, also Schluss mit dem schlechten Verhalten. Zum anderen geht es aber eben auch um das Fax als Mittel der Kommunikation, was aus Sicht von Volt veraltet ist. OB-Kandidat Felix Sproll: „Dass Faxen immer noch etwas ist, das im Behördenalltag eine Rolle spielt, ist ein erschreckendes Symbol dafür, dass die Digitalisierung auch bei uns in der Stadt viel zu langsam voranschreitet. Und für diese Langsamkeit haben wir unserer Meinung nach keine Zeit mehr.“

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