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Anfang November gab es einen beispiellosen Diebeszug durch die Jachenau. Gut einen Monat später meldet die Polizei einen Ermittlungserfolg.
Update, 9. Dezember 2019
Der nächtliche Raubzug vom 5. November in der Jachenau ist aufgeklärt. Laut Polizeibericht vom Montag wurden die Täter bereits am Freitag, 8. November, ermittelt. Demnach wurde der in der Jachenau gestohlene Kastenwagen, ein Opel Movano, bei einer Polizeikontrolle in Pilsen (Tschechische Republik) sichergestellt. Die tschechische Polizei stoppte um 13.30 Uhr das Auto, das von der Tölzer Inspektion zur Fahndung ausgeschrieben war. Fahrer des Wagens war ein 30-jähriger tschechischer Staatsbürger. Zudem waren ein weiterer 30-jähriger und ein 22-jähriger Landsmann im Opel. Nach der Befragung wurden die drei Männer wieder entlassen. Das Fahrzeug wurde sichergestellt und bei der Polizei in Pilsen verwahrt. Der Fahrzeughalter ist informiert, die Rückführung des Fahrzeugs steht noch aus.
Weiteres Diebesgut aus dem Einbruch in eine Gaststätte und dem Einbruch in eine Jachenauer Garage in der gleichen Tatnacht konnte nicht aufgefunden werden.
Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass der 30-jährige Fahrer im Sommer 2015 als Saisonarbeiter undKüchenhelfer in einer Gaststätte in der Jachenau gearbeitet hat. Es besteht dringender Tatverdacht hinsichtlich der drei Diebstähle gegen ihn, heißt es im Polizeibericht. Die Ermittlungen dauern an und werden von der Tölzer Polizei in enger Zusammenarbeit mit deren Kollegen aus Pilsen geführt. Gestohlen wurden bei dem Raubzug Anfang November unter anderem ein blaues Damen-Mountain-E-Bike der Marke Cube/Reaction Hybrid sowie zwei Motor-Kettensägen der Marke Stihl (wir haben berichtet). Den Opel hatten die Täter vom Hof einer Auto-Werkstätte gestohlen und dort ein zuvor entwendetes Quad zurückgelassen. (ao)
Erstmeldung vom 5. November
Jachenau - Drei Taten in einer Nacht: In der Jachenau suchten unbekannte Täter die Garage eines Einfamilienhauses heim, drangen in eine Gaststätte ein und stahlen zu unguter Letzt in einer Kfz-Werkstatt ein Fluchtauto. Für dieses Fahrzeug – das allerdings defekte Bremsen hat und kaum noch etwas wert ist – ließen sie ein zuvor gestohlenes Quad zurück.
Die ersten beiden ereigneten sich im Ortsteil Dorf – in welcher Reihenfolge, ist nicht noch nicht ganz klar. Beim Einbruch in die Garage lässt sich nur sagen, dass der Tatzeitpunkt irgendwann zwischen Montag, 23.30 Uhr, und Dienstag, 6.30 Uhr liegt. Der oder die Täter zwickten an einer Überwurffalle das Vorhängeschloss auf und konnten auf diese Weise das Garagentor öffnen.
Diebe suchen Garage, Gaststätte und Kfz-Werkstatt in der Jachenau heim
Sie nahmen daraus ein Quad der Marke Taiwan, ein blaues Damen-Mountain-E-Bike der Marke Cube/Reaction Hybrid sowie zwei Motor-Kettensägen der Marke Stihl mit. Die gestohlenen Objekte, die der 60-jährigen Bewohnerin des frei stehenden Hauses gehören, sind zusammen etwa 3900 Euro wert. Außerdem entstand Sachschaden in Höhe von 20 Euro.
Genauer eingrenzen lässt sich, wann der oder die Täter in die Gaststätte eindrangen: Die Ehefrau des 51-jährigen Wirts hörte gegen 3.40 Uhr verdächtige Stimmen und Geräusche. Es ist zu vermuten, dass dies in etwa der Zeitpunkt war, als, als die Unbekannten die Fensterscheibe zum Büro der Wirtschaft einschlugen. So konnten sie hineingreifen und das Fenster am Griff öffnen.
Täter stehlen in der Jachenau auch Unterlagen einer Lotto-Tippgemeinschaft
Die Einbrecher durchsuchten die im Erdgeschoss gelegenen Büroräume: Von dort stahlen sie einen Bedienungsgeldbeutel und ein privates Portemonnaie – inklusive Bargeld, EC-Karte und Ausweis – sowie eine Geldtasche mit Lottounterlagen einer Tipp-Gemeinschaft und dazugehörigem Sparbuch. Hier summiert sich der Beuteschaden nach Angaben der Polizei auf 2150 Euro. Dazu kommt der Sachschaden am Fenster in Höhe von rund 300 Euro.
Letzte Station des Diebestour durch die Jachenau dürfte dann auf dem Weg aus dem Tal hinaus eine nahe der Staatsstraße 2072 gelegene Kfz-Werkstätte im Ortsteil Bäcker gewesen sein. Hier stand auf dem Hof ein Fahrzeug, das praktisch nur noch Schrott war und das demnächst hätte entsorgt werden sollen: ein alter Opel Movano.
Am Ende lassen Täter in der Jachenau gestohlenes Quad zurück und fahren in Schrottauto davon
Die Diebe betrachteten den Transporter offenbar als geeignetes Transportmittel für das E-Bike und die gestohlenen Motorsägen. Da das Fahrzeug nicht abgesperrt war und laut Polizei sogar der Schlüssel steckte, war es auch leicht zu stehlen. Allerdings war der Transporter wegen einer defekten vorderen Bremse eigentlich kaum noch fahrbereit.
In dieser Hinsicht war es also nicht der beste Tausch, als die Unbekannten, das Quad gegen den alten Opel (Wert: 100 Euro) eintauschten. Offenbar klappte die Flucht in dem Schrottauto, das einem 32-jährigen Jachenauer gehört, aber doch ohne Zwischenfälle. Über einen Unfall ist nichts bekannt. Das Quad wiederum wurde am nächsten Morgen unbeschädigt auf dem Parkplatz der Kfz-Werkstatt aufgefunden.
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Zu den Tätern ist der Polizei bislang nichts bekannt. Im Isarwinkel hatte sich erst in der Nacht zum Samstag ein größerer Diebstahl ereignet: Wie berichtet hatten Unbekannte aus einer Lenggrieser Garage vier teure Fahrräder im Wert von insgesamt 26.000 Euro entwendet.
Ob ein Zusammenhang mit den Taten in der Jachenau besteht – ob etwa in beiden Fällen reisende, organisierte Banden am Werk waren? „Das wäre Spekulation“, so die Antwort der Polizei.
Dass auch – oder gerade – ein eher abgelegener Ort wie die Jachenau ins Visier organisierter Täter geraten kann, zeigte sich vor gut zwei Jahren, als vom Gelände des Wertstoffhofs ein Traktor-Rasenmäher verschwand. Es ist anzunehmen, dass damals eine Bande am Werk war, die zu jener Zeit in der ganzen Region ihr Unwesen trieb. Hinweise auf den Verbleib des Rasenmähers gibt es laut Polizei bis heute nicht

