Als erste Schule im Landkreis wurde die Realschule Schlehdorf als „Fairtrade School“ ausgezeichnet. Ihren Einsatz für fairen Handel wollen Schüler und Lehrer ausweiten.
Schlehdorf – Sei es Kaffee, Schokolade oder Müsliriegel: Am schuleigenen Kiosk von St. Immaculata können Schüler und Lehrer schon einige Produkte kaufen, die das „Fairtrade“-Siegel tragen. Es kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Die Idee, bei der „Fairtrade Schools“-Kampagne mitzumachen, also an der Schule möglichst viele fair gehandelte Produkte zu verwenden, hatten die beiden Lehrer Johanna Baierl und Philipp Tanzer, wie Schulleiter Manfred Ilitz bei der kleinen Feierstunde erläuterte.
Dabei verlieh Ina Schicker von Fairtrade Deutschland die entsprechende Urkunde. Wie Schicker erläuterte, bietet die „Fairtrade Schools“-Kampagne Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. „Mit dem Titel Fairtrade School könnt Ihr Euer Engagement nach außen tragen und Euren Freunden und Eurer Familie zeigen, wie kreativ Ihr Euch für den fairen Handel an der Schule und im Schulumfeld einsetzt“, betonte Schicker.
Als „Fairtrade School“ ist Realschule Schlehdorf ein Vorbild
Mit der Urkunde sei St. Immaculata nun Vorbild für andere Schulen oder sogar die Gemeinde. Denn die, so Schicker, sei selbst noch keine „Fairtrade“-Kommune wie es etwa Penzberg bereits ist. Fair gehandelte Produkte zu bevorzugen, sei ein deutliches Statement für mehr Umweltschutz und ein klares Signal gegen Kinderarbeit und Ausbeutung, so Schicker. „Ihr zeigt der Politik, dass Ihr eine andere Zukunft haben wollt.“
St. Immaculata in Schlehdorf setzt auf fair gehandelte Produkte
Im Mai startete die Kampagne an der Schule. Dazu musste unter anderem ein federführendes Team aus Schülern und Lehrern gegründet werden, das Aktionen plant. Außerdem musste Schulleiter Ilitz ein offizielles Dokument unterzeichnen.
Seitdem trinken die Lehrer fair gehandelten Kaffee, die Schüler kaufen faire Schokolade. Auch in verschiedenen Unterrichtsfächern ist der faire Handel ein Thema geworden.
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Jetzt, im Oktober, schon die Urkunde für diesen Einsatz in Händen zu halten: „Das ist ziemlich schnell“, lobte Schicker. Damit sei Schlehdorf die 650. „Fairtrade School“ in Deutschland. In der näheren Umgebung besitzt bereits die Penzberger Bürgermeister-Prand-Mittelschule diese Auszeichnung. Schulleiter Ilitz war stolz auf die Auszeichnung. Von den Schülern sei die Aktion von Beginn an „sehr, sehr gut angenommen“ worden.
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Das federführende Schul-Team indes tüftelt schon an weiteren Projekten: So sollen heuer am Nikolaus-Tag nur fair gehandelte Nikoläuse verteilt werden, verrät Schüler Florian Rötzer. Auch die Osterhasen im nächsten Jahr oder die Valentins-Rosen könnten aus fairem Handel stammen. In zwei Jahren will Schicker dann wieder kommen und überprüfen, „ob ihr noch alle Kriterien erfüllt“.
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Franziska Seliger
