VonGabi Wernerschließen
Die Realschule in Finsterwald stößt räumlich an ihre Grenzen. Der Landkreis erwägt daher schon jetzt eine Erweiterung des 2014 fertig gestellten Gebäudes. Am 18. Juli entscheidet der Kreisausschuss über das „Wie“.
Finsterwald – Im Mai dieses Jahres hatte die Realschule Tegernseer Tal einen neuen Rekord bei den Anmeldungen vermeldet. Erstmals wird es im kommenden Schuljahr an der eigentlich dreizügig geplanten Schule fünf Eingangsklassen geben. Insgesamt drängen sich dann rund 660 Schüler in 26 Klassen in dem für 18 Klassen konzipierten Gebäude. Eine Situation, die auf der einen Seite Bestätigung ist für die geleistete Arbeit an der noch jungen Schule, die auf der anderen Seite aber zu einem schnellen Handeln zwingt. Schon im Mai hatte Schulleiter Tobias Schreiner erklärt, dass man „mittelfristig auf jeden Fall zusätzliche Räume“ brauchen werde. Er hatte damals die Möglichkeit mobiler Klassenzimmer, sprich Container, ins Spiel gebracht.
Diskutiert wird jetzt aber über mehr. In der Kreisausschuss-Sitzung am Mittwoch steht die Erweiterung der Realschule um vier Klassenräume als Massiv-Bau zur Debatte. Entstehen könnten sie auf dem Verbindungsgang zwischen Hauptgebäude und Sporthalle, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Auch die Möglichkeit einer weiteren Aufstockung sei baulich vorzusehen. Kostenpunkt: gut eine Million Euro.
Das Raumproblem ist nicht neu. Lesen Sie hier: 111 neue Schüler: Realschule stößt an ihre Grenzen
In seiner Begründung macht der Landkreis die Dringlichkeit der Erweiterung deutlich. So sei der Zuspruch für die Realschulen ungebrochen hoch, es sei daher auch künftig nicht von einem signifikanten Rückgang der Schülerzahlen auszugehen. „Um die extrem angespannte Raumsituation nachhaltig zu entlasten, sollen dringend benötigte Klassenräume geschaffen werden“, heißt es. Neben dem favorisierten Massiv-Bau kämen noch zwei weitere Optionen in Betracht: die Errichtung einer Containeranlage und eine dauerhafte Erweiterung in Modulbauweise.
In der Container-Variante sieht der Landkreis allerdings einige Nachteile: Zwar sei diese Lösung am schnellsten zu realisieren und beeinträchtige den laufenden Schulbetrieb am geringsten, allerdings spreche gegen diese Variante, „dass durch die Errichtung von Containern nur Kosten entstehen und der Landkreis keine Vermögenswerte schafft“. Zudem würde der Kreis für die Errichtung einer solchen Anlage keine Fördermittel des Freistaats Bayern erhalten und müsste somit die Kosten (circa 1,15 Millionen Euro) komplett selber tragen.
Bei den dauerhaften Erweiterungen dagegen wären Zuschüsse abrufbar, wie es in den Unterlagen zur Kreisausschuss-Sitzung heißt. Eine Aufnahme des Schulbetriebs in den neuen Räumen wäre hier voraussichtlich bis September 2019 (Modulbauweise) oder November 2019 (Massiv-Bau) möglich. Man gehe davon aus, „dass die Arbeiten so terminiert werden können, dass die Nutzbarkeit des Schulhofes während der Unterrichtszeiten durchgehend aufrecht erhalten werden kann und die besonders lärmintensiven Arbeiten in den Ferien stattfinden“, heißt es. Die Modulbauweise würde übrigens deutlich billiger kommen als der Massiv-Bau: Sie würde den Landkreis – unter Berücksichtigung der Fördermittel – rund 860.500 Euro kosten.
gab
