Kandidatur

Mit Thomas Thurow: Wolbergs-Wahlverein will 2026 den OB von Regensburg stellen

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Die Liste des wegen Bestechlichkeit verurteilten Ex-OB Joachim Wolbergs setzt auf Sieg bei der Kommunalwahl 2026. Mit einem neuen Kandidaten.

Regensburg - „Das ist keine Proforma-Kandidatur“, erklärt Joachim Wolbergs, bis zu seiner Suspendierung 2016 OB von Regensburg. „Wir wollen bei der nächsten Kommunalwahl den Oberbürgermeister stellen. “ Der Gründer des Wahlvereins Brücke und Chef der Stadtratsfraktion spielt heute eine ungewohnte Rolle: die zweite Geige.

Im Mittelpunkt steht der OB-Kandidat für 2026, der am Montag bei der Aufstellungsversammlung alle 85 Stimmen erhielt. Thomas Thurow, selbständiger Optiker, 60 Jahre alt, engagiert in vielen Vereinen, seit 2014 im Stadtrat (damals für die SPD) und, wie Wolbergs betont, „ein feiner Mensch“.

Thomas Thurow ist OB-Kandidat der Brücke, Wahlverein von Ex-OB Joachim Wolbergs (re.).

Brücke präsentiert OB-Kandidaten: „Wir setzen auf Sieg“

Darauf komme es an, wenn man kommunalpolitisch arbeiten wolle: charakterliche Integrität, Führungsstärke, Haltung und klare Positionen. All das vereine Thurow, sagt Wolbergs, der bedauert, sich versprochen und Thomas Burger als OB-Kandidaten der Brücke angekündigt zu haben. Burger, der SPD-Fraktionschef, sei „denkbar unfähig“.

Doch genug von Wolbergs und Burger. Zurück zu Thurow, mit dem die Brücke „auf Sieg“ setzt. Das habe man verdient und es gebe eine realistische Chance, sagen die Fraktionsmitglieder im Leeren Beutel.

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Kritik an der „Koalition der Verlierer“

Bei der letzten Kommunalwahl holte man aus dem Stand mehr Stimmen als die SPD, berichtet Wolbergs. Im Stadtrat habe man „sehr ordentlich“ und „sachorientiert“ gearbeitet, als die „Koalition der Verlierer“ regierte. Nach deren Bruch unterstützte man die OB, den Haushalt durchzubringen.

Man hofft, dass die Brücke bei der nächsten Wahl „stark abschneidet“. Doch wie Gertrud Maltz-Schwarzfischer zeige, reiche auch die viertstärkste Fraktion, um den Oberbürgermeister zu stellen.

„Wieder gute Stimmung in die Stadt bringen“

Was will Thurow anders machen als Maltz-Schwarzfischer? „Wieder gute Stimmung in die Stadt bringen“, sagt er. So wie 2014, als Joachim Wolbergs Oberbürgermeister wurde und die CSU in die Opposition schickte. Damals habe man gespürt, dass sich etwas veränderte, dass alle an einem Strang zogen.

Das brauche es wieder: eine Politik, die die Menschen mitnimmt, mehr erklärt und bei großen, möglicherweise konfliktbeladenen Themen direkt in die Stadtteile geht, um sich der Diskussion zu stellen.

„CSU marschiert mit der AfD in dieselbe Richtung“

Die Stadtbahn scheiterte nach Thurows Ansicht an schlechter Kommunikation. Ähnliches drohe bei der Mobilitätsdrehscheibe am Unteren Wöhrd. Wolbergs erinnert an den Plan für eine Stadthalle am Ernst-Reuter-Platz. „Man beschloss es, aber niemand brannte dafür. “

Auch in der Debatte um die Zukunft des Galeria Kaufhof-Gebäudes sehe man, wohin schlechte Kommunikation führe. Wenn ein Thema aufkommt, müsse man sofort reagieren und kommunizieren. Im Ältestenrat werde man von der Oberbürgermeisterin gut informiert, sagt Thurow. Doch das, wirft Wolbergs ein, hätte früher geschehen müssen.

Einen Gutteil der Verantwortung für die entgleiste Diskussion, die Hass, Hetze und Rassismus in sozialen Medien befeuerte, trage die CSU. „Es ist Wahnsinn, was die abliefern“, kritisiert Wolbergs. „Sie marschieren mit der AfD in dieselbe Richtung. “

Wolbergs darf wegen Verurteilung nicht mehr kandidieren

Dass er selbst nicht mehr für die von ihm 2019 gegründete Brücke kandidiert, hat zwei Gründe. Zum einen die juristische: Nach seiner Verurteilung wegen Bestechlichkeit, die er als Fehlurteil bezeichnet, darf Wolbergs kein Amt als kommunaler Wahlbeamter übernehmen. Zum anderen gebe es mit Thomas Thurow einen „besseren Kandidaten“. Den Zeitpunkt der Verkündung wählte man, um klarzustellen: „Auch wenn in den USA ein Vollidiot Präsident wird, gibt es für Regensburg eine Superlösung. “

Rubriklistenbild: © Stefan Aigner

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