Regierung teilt mit

Tölzer Nordspange: Entscheidung im Herbst

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Die Nordspange soll Bad Tölz und vor allem die Flinthöhe vom Verkehr entlasten.
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Vermutlich im Herbst wird eine Entscheidung über die Tölzer Nordspange fallen. Der Zeitplan für den Bau der Umgehung hängt auch davon ab, ob jemand dagegen klagt.

Bad Tölz – Wie schaut’s eigentlich mit den Plänen für die Tölzer Nordspange aus? Die Unterlagen liegen derzeit noch bei der Regierung von Oberbayern, sagt Stefan Vogt, Sachgebietsleiter Planung und Bau im Staatlichen Bauamt in Weilheim. Dort befinden sich die Einwände von Bürgern und Fachverbänden seit mehreren Monaten (wir berichteten). „Mit einer Entscheidung wird voraussichtlich im Herbst zu rechnen sein“, heißt es aus der Pressestelle der Regierung. 

Die Befürworter der Nordspange erwarten den sogenannten Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft. Entscheidend ist dann, ob dagegen geklagt wird.

Nordspange in Bad Tölz: Experten kümmern sich um Ausschreibung

Im Staatlichen Bauamt werden laut Vogt schon weitere Vorkehrungen getroffen, wenn aus München grünes Licht für den Bau kommt. „Wir haben Verträge für die Ausführungsplanung abgeschlossen“, sagt Vogt. Die Fachleute kümmern sich dann um die Ausschreibung.

Zudem wird derzeit der Baugrund weiter erkundet. Das heißt, es werden geologische Untersuchungen über den Zustand des Bodens durchgeführt, etwa mit Baggern und Bohrungen. Das gesammelte Material wird chemisch analysiert. „Es geht darum, zu sehen, ob man den Boden wieder verwenden kann oder ob er belastet ist und entsprechend entsorgt werden muss“, sagt Vogt.

Bad Tölz: Naturschutz soll beachtet werden

Auch für den Naturschutz werden schon Vorkehrungen getroffen. Auf Greilinger Flur muss die Feldlerche umgesiedelt werden, weil die Nordspange durch deren Lebensraum verlaufen wird. Die Feldlerche kommt in Oberbayern nur noch selten vor. Der Wiesenbrüter soll einen neuen Lebensraum erhalten, und zwar auf Flächen nahe Hundeschule und Modellflugplatz. „Der Vogel braucht einen mageren Boden und möglichst wenig Gehölze in der Umgebung“, sagt Vogt. Die Vorbereitungen dafür beginnen im Oktober.

Das Staatliche Bauamt wolle startklar sein, wenn der Planfeststellungsbeschluss von der Regierung aus München eintreffe, sagt Vogt. Sollte es jedoch zu einer juristischen Auseinandersetzung nach dem Planfeststellungsbeschluss kommen, muss alles warten, bis das Gericht entschieden und ein Urteil gefällt hat.

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Während man also in Weilheim auf eine Entscheidung aus München wartet, sind im Tölzer Land auch noch andere Projekte zu betreuen. Vor Kurzem wurde die Ampel an der Tölzer Osterleite erneuert. „Dort sind wir bis auf kleinere Restarbeiten fertig“, sagt Vogt. Am Gehweg zum Beispiel werde noch etwas gemacht, aber die Ampel funktioniere und man sei zufrieden.

Derzeit laufen die angekündigten Arbeiten an der Ampel an der Bundesstraße 11 in Benediktbeuern. Kommende Woche sind dort noch weitere Tiefbauarbeiten geplant. Den Verkehr regelt derweil ein Provisorium. „Ich bin guter Dinge, dass die Ampel bis spätestens Ende August fertig ist, vielleicht sogar schon früher“, sagt der Sachgebietsleiter.

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Auf der Tölzer Umgehung läuft der Verkehr nach kleineren technischen Problemen in den vergangenen Tagen unterdessen wieder störungsfrei. Wie berichtet, hatte die Linksabbieger-Ampel auf Höhe der Ausfahrt Tölz-Mitte Aussetzer. Zudem staute es sich auf der Flinthöhe weit in alle Richtungen. Das jedoch schreibt Vogt dem hohen Verkehrsaufkommen zu: „Derzeit haben wir Urlauber und Berufstätige, die unterwegs sind. Da kann es schon mal zu Spitzenbelastungen kommen“ , so der Sachgebietsleiter.

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