Mit einer Feierstunde wurde in Reichersbeuern an den Beginn der Verwaltungsgemeinschaft erinnert.
Sachsenkam/Reichersbeuern – Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reichersbeuern ist ein Erfolgsmodell. 40 Jahre nach der Gründung am 1. Mai 1978 sind die drei Gemeinden längst zu einer Einheit zusammengewachsen, ohne die Eigenständigkeit einzubüßen. Am Donnerstagabend wurde das Jubiläum mit den VG-Mitarbeitern und Vorsitzenden im „Altwirt“ in Sachsenkam gefeiert.
Dabei waren im Zuge der Gebietsreform Bestrebungen im Gange, die drei Mitgliedsgemeinden zu einer Einheitsgemeinde zu verschmelzen. Am Ende entschieden sich die damaligen Bürgermeister Hans Harrer (Reichersbeuern), Michael Gistl (Greiling) und Ferdinand Kröll (Sachsenkam) doch für die Bildung einer VG. Sie wollten sogar noch Ellbach/Kirchbichl ins Boot holen und für einen direkten Anschluss nach Reichersbeuern den Weg durchs Ellbachmoor ausbauen. „Die Tölzer hatten damals die besseren Geschenke“, erinnerte sich Max Gast, der in jenem Jahr Bürgermeister wurde.
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Nicht immer sei alles einvernehmlich gelöst und es seien auch harte Bandagen angelegt worden. Letztendlich habe man sich aber ohne tiefer gehenden Zwist immer zusammengerauft. „Im Grunde ist es mit der VG von Anfang an gut gelaufen, was durchaus nicht überall der Fall gewesen ist“, sagte Ernst Dieckmann. Der VG-Vorsitzende sah zwei entscheidende Vorteile, die für die Verwaltungsgemeinschaft sprechen: Die Eigenständigkeit und die Bündelung der Kräfte in der Verwaltung. „Wir können stolz darauf sein, dass alles so gut läuft“, sagte Dieckmann, was sich besonders bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems gezeigt habe.
Sachsenkams Bürgermeister Hans Schneil und Greilings Rathauschef Anton Margreiter stießen ins gleiche Horn und stellten vor allem die fachliche Kompetenz des „hoch qualifizierten Personals“ heraus, was mit einem donnernden Applaus bedacht wurde.
20 Jahre älter als die VG ist das Schulgebäude in Reichersbeuern, das zwischenzeitlich zweimal erweitert wurde. 1957 wurde mit dem Bau des neuen Schulgebäudes begonnen. Am 28. September 1958 wurde es eingeweiht. Das Bildungswesen in Reichersbeuern ist freilich viel älter. Wie Gemeindearchivar Rudi Laimer berichtete, stammt die erste belegbare Erwähnung einer Schule in Reichersbeuern aus dem Jahr 1592, als sich ein Schulleiter auf eine freie Stelle in Freising bewarb. Laimer stellte die Örtlichkeiten vor, in denen die Unterrichtsräume vor dem Neubau untergebracht waren.
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„Das Jubiläum zum Schulhausneubau haben wir mit den Kindern in der Schule bereits groß gefeiert und ein Apfelbäumchen gepflanzt“, berichtete die Schulleiterin Heidi Dodenhöft. Sie nahm die Gelegenheit wahr, sich den drei Gemeinderatsgremien vorzustellen, die zuvor nichtöffentlich getagt hatten.
Im Anschluss an den offiziellen Teil packte Sachsenkams Altbürgermeister Max Gast seine Erinnerungen aus und gab in humorvoller Weise so manche Anekdote zur Gründung der VG zum Besten, was für Lachsalven in der „Altwirt“-Gaststube sorgte. (Günter Platschek)