Dietramszell

„Sauschlechter Zustand“: Bachhuber beschwert sich bei Verkehrsminister Bernreiter

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Ernste Gesichter: CSU-Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber (li.) und Landrat Josef Niedermaier (FW) mit Verkehrsminister Christian Bernreiter (re.).
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Bayerns Verkehrsminister Bernreiter macht sich ein Bild vom Zustand der Staatsstraßen

Dietramszell – Zu schmal, unübersichtlich, voller Schlaglöcher und Risse im Asphalt. Laut der jüngsten Zustandserfassung von 2019 sind fast die Hälfte der Staatsstraßen im Landkreis sanierungsbedürftig. „In sauschlechtem Zustand“ ist vor allem die Staatsstraße 2368 von Dietramszell nach Bad Tölz, stellte Martin Bachhuber fest. Der CSU-Stimmkreisabgeordnete hatte deshalb Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter am Dienstagabend nach Dietramszell eingeladen. Ziel war es, dem Staatsvertreter die Dringlichkeit einer Sanierung vor Augen zu führen. Mit dabei beim Ortstermin waren Landrat Josef Niedermaier, Bürgermeister Josef Hauser mit einigen Gemeinderäten sowie Vertreter des Staatlichen Bauamts Weilheim.

„Sauschlechter Zustand“: Bachhuber beschwert sich bei Verkehrsminister Bernreiter

Zu konkreten Aussagen ließ sich der Minister nicht hinreißen. Zwar stünden dem Landtag in diesem Jahr erstmals über 400 Millionen für den Straßenerhalt zur Verfügung. „Aber wir haben 14 000 Kilometer Staatsstraßen“, so Bernreiter. Welche Strecken zuerst drankämen, richte sich in erster Linie nach der Verkehrsbelastung. Die sei zwischen Dietramszell und der Kreisstadt Bad Tölz mit 1400 Fahrzeugen pro Tag sehr niedrig. „Weil die Straße so schlecht ist, dass sich keiner mehr fahren traut“, warf Niedermaier ein. Rathauschef Hauser schimpfte: „Die Straße ist kurz vor dem Auseinanderbrechen. Seitdem ich den Führerschein habe, ist da kaum etwas gemacht worden.“

Aufwendige Sanierung: 10 Millionen Euro „bringt man so schnell nicht zusammen“

Stefan Scheckinger, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, stellte den Handlungsbedarf nicht in Frage, bat aber um Geduld. Eine Grundsanierung koste pro Kilometer rund eine Million Euro. Die gesamte Strecke schlage mit etwa zehn Millionen zu Buche. „Das bringt man nicht so schnell zusammen.“ Für den ganzen Landkreis stehe nur ein jährlicher Etat von 1,5 Millionen zur Straßeninstandhaltung zur Verfügung. „Mit ein paar Ausbesserungen ist es nicht getan“, betonte der Bauamtschef. Es fehle der Straße an Breite, Linie und Höhe. Zudem sei der Untergrund so schlecht, dass man schon nach einer geringen Abfräsung „voll im Dreck“ stehe. Neben dem Finanzierungsproblem würde auch der aktuelle Personalmangel in seiner Behörde einem raschen Ausbau entgegenstehen.

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Verkehrsminister Bernreiter: Verbindliche Zusage fehlt

Nach jahrzehntelangen Flickarbeiten mit ein bisschen Kaltasphalt hier und Rollsplitt dort drängte Bachhuber den Verkehrsminister, nun endlich konkrete Schritte einzuleiten: „Wir brauchen erst einmal ein Planfeststellungsverfahren.“ Dafür müssten beispielsweise der Grunderwerbsbedarf und Naturschutzbelange geklärt werden. „Da werden wir dranbleiben“, machte er im Schulterschluss mit Hauser und Niedermaier deutlich. Zu gegebener Zeit, so der Landtagsabgeordnete, erwarte er eine Mitteilung, wie es weiter geht. Einhelliges Nicken in der Runde – verbindliche Zusagen blieben jedoch aus.

Besichtigungsfahrt um Dietramszell - extrem schlechter Zustand offensichtlich

Nach der Gesprächsrunde auf dem Parkplatz am Dietramszeller Ortsrand stand eine Streckenbesichtigung auf dem Programm. Anstatt sich vom eigenen Fahrer in seiner Dienstkarosse chauffieren zu lassen, stieg Bernreiter spontan zu Niedermaier in den – ebenfalls gut gefederten – Wagen. Mit Bachhuber auf dem Rücksitz nahm das Trio die Schlaglöcher in Augenschein. „Wir sind ganz langsam gefahren“, berichtete Bachhuber nach der Tour. „Der Minister hat die Sanierungsbedürftigkeit ohne Wenn und Aber erkannt.“ Besonders die Teilstrecke zwischen Obermühltal und Ellbach sei in einem extrem schlechten Zustand.

Hohe Erwartungen, dass Sanierung „ganz oben auf der Agenda steht“

Auch wenn Bernreiter keine definitiven Aussagen gemacht habe, erwartet sich der Stimmkreisabgeordnete nach dem Treffen den Einstieg in konkrete Planungen und Grundstücksverhandlungen. Er sei optimistisch, dass die Verbindungsstraße zwischen dem Klosterdorf und der Kreisstadt jetzt im Verkehrsministerium „ganz oben auf der Agenda steht“.

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