Aus dem Stadtrat Schongau

Fußgängerzone im Winter öffnen?

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Die Westseite des Marienplatzes – im Bild links – möchte die Werbegemeinschaft im Winter öffnen, auch Autos sollen dann wieder dort parken können. Eine Entscheidung darüber soll aber erst nach den Kommunalwahlen fallen.

Die Öffnung der Fußgängerzone zumindest in den Wintermonaten hatte die Werbegemeinschaft Schongau beantragt – eine Entscheidung hierüber ist allerdings noch nicht gefallen. Inhaltlich wurde im Stadtrat darüber erst gar nicht diskutiert, da eine Öffnung für heuer zeitlich nicht mehr umsetzbar ist. Allerdings möchte man sich grundsätzlich über das Thema informieren.

Schongau – Die Westseite des Marienplatzes im Winterhalbjahr für den Autoverkehr freizugeben sowie eine Kurzzeitparkzone in diesem Bereich einzurichten – mit diesem Anliegen trat die Werbegemeinschaft Altstadt Schongau im September an die Stadt heran. Gelten sollte die temporäre Öffnung der Fußgängerzone zunächst einmal im Zeitraum zwischen dem 1. November und dem 31. März. „Aufgrund der derzeitigen Baustellen und Leerstände hoffen wir, dass diese Maßnahme zu einer höheren Kundenfrequenz auf dem Marienplatz – gerade in der ,kalten’ Jahreszeit – führen wird“, formuliert es die Vorstandschaft der Werbegemeinschaft in ihrem Antrag.

Das Abwarten der vorgeschalteten nichtöffentlichen Sitzung zu diesem Punkt hatte sich für die interessierten Zuhörer indes nicht gelohnt. „Wir haben uns im Gremium darauf verständigt, dass wir heute keine inhaltliche Auseinandersetzung führen möchten“, erläuterte Falk Sluyterman. Der Schongauer Bürgermeister begründete dies damit, dass dies grundsätzlich erst einmal verkehrsrechtlich abgestimmt werden müsse, was allein schon zeitlich nicht möglich sei. „Das geht nicht von heute auf morgen“, so Sluyterman. Auch die Polizei müsse mit ins Boot, denn es gehe schließlich um die Verkehrssicherheit. „Die Bevölkerung hat sich in den drei Jahren daran gewöhnt, dass man den Marienplatz gefahrlos überqueren kann.“

Sluyterman hat Argumente, das Thema inhaltlich jetzt nicht zu behandeln 

Sluyterman hatte ein weiteres Argument zur Hand: Für die temporäre Öffnung der Fußgängerzone müsse man erst entsprechende Schilder bestellen, die kaum vor Start des Weihnachtsmarktes eintreffen würden. Während des Schongauer Weihnachtsmarktes, der heuer von Donnerstag, 5. Dezember, bis Sonntag, 15. Dezember, stattfindet, ist die Fußgängerzone ohnehin belegt. Und wann im Anschluss dann die Schilder aufgestellt werden könnten, sei schon witterungsbedingt nicht vorhersehbar.

„Vom Zeitpunkt her kommt die Anfrage verspätet, aber ich nehme ihre Sorgen und Ängste wirklich ernst“, betonte der Rathauschef. Man habe schon mehrfach in großer Runde gesprochen oder auch „bilateral“ im Zweiergespräch. Die Überlegungen der Werbegemeinschaft seien nachvollziehbar, da die Aufenthaltsqualität im Freien im Winterhalbjahr nicht immer so sei, dass man draußen verweilen wolle. „Allerdings gehe ich davon aus, dass die Parkplätze nicht der einzige Grund sind, warum der Marienplatz nicht angenommen wird“, führte Sluyterman aus.

Jetzt grundsätzlich informieren, das nächste Gremium soll dann diskutieren

Mit einer Gegenstimme folgte der Stadtrat dann dem Vorschlag Sluytermans, sich grundsätzlich mit dem Thema zu befassen. Die Verwaltung soll sich über eine mögliche Umsetzbarkeit einer temporären Öffnung der Fußgängerzone informieren. Man wolle sich auch vor Ort ansehen, wie das in anderen Städten, die eine saisonale Fußgängerzone haben, technisch funktioniere. Sluyterman schlug vor, dass eine Abordnung nach Günzburg fährt, neben Stadträten können auch Mitglieder der Werbegemeinschaft mitfahren. „Die Informationen sollen dann dem nächsten Stadtrat, möglicherweise auch einem neuen Bürgermeister, als Grundlage dienen, sodass ein neues Gremium sich mit dieser Thematik auseinandersetzen kann.“

Auch im ISEK ist verankert, Einzelhandel und Gastronomie in der Altstadt zu stärken 

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich hatte noch eine weitere Information im Gepäck, konnte nach eigenen Worten „eine kleine Perspektive bieten“: Auch im Städtebaulichen Entwicklungskonzept ISEK sei die Stärkung des Einzelhandels und der Gastronomie enthalten, „dies ist auch mit Finanzmitteln hinterlegt“, so Dietrich.

Die Vorstandschaft der Werbegemeinschaft, die auch einen Redebeitrag vorbereitet hatte, wirkte enttäuscht. „Wir finden es natürlich schade, dass die Entscheidung vertagt wurde und uns keine Möglichkeit gegeben wurde, unser Anliegen vorzutragen“, so Susanne Tischner. „Wir werden das Thema nach den Wahlen noch einmal ansprechen.“


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