Viele unterschiedliche Kunden

Schongauer Kleiderkammer vor dem Aus: Nachfolger dringend gesucht

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Zwei der ersten Stunde der Kleiderkammer Schongau sind (v.l.) Karin Toth und Sonja Zeug.

Die Ehrenamtlichen der Schongauer Kleiderkammer müssen aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Finden sich keine Nachfolger, muss die beliebte Einrichtung geschlossen werden.

Schongau – Wer hätte sich im Oktober des Jahres 2015 vorstellen können, dass die Schongauer Kleiderkammer so einen Erfolg verbuchen wird? Sicherlich nur eine Handvoll Personen, aber die waren felsenfest davon überzeugt.

Zu den Initiatorinnen der ersten Stunde gehörten Sonja Zeug und Karin Toth. Sie verfolgten damals den Zustrom der Asylbewerber nach Schongau und der Umgebung: „Wir wollten einfach nur helfen und diese Menschen unterstützen“, sagt Sonja Zeug im Rückblick. Da sie erkannte, dass gerade Kleidung an allen Ecken und Ende fehlte, holte sie Karin Toth mit ins Boot, um vor allem Bekleidung und Schuhe für die Asylbewerber zu sammeln.

Kleiderkammer in Schongau ist der Allgemeinheit zugänglich

„Sehr große Unterstützung haben wir durch die Stadt Schongau erhalten. Bürgermeister Falk Sluyterman stand voll hinter uns“, erzählt Zeug weiter. Das positive Ergebnis war, dass die Räumlichkeiten im hinteren unteren Bereich des Köhlerstadels dem Kleiderkammer-Team zur Verfügung gestellt wurden.

Die Initiatorinnen und weitere Helfer organisierten Kleiderständer und Regale, um gespendete Kleidungsstücke nach Größen einzuordnen. Selbstverständlich getrennt nach Teilen für Männer, Frauen und Kinder. Da die Initiative bei den Asylbewerbern sehr gut ankam und sich immer mehr Menschen aus der breiten Öffentlichkeit für die günstigen Bekleidungen interessierten, wurde im Februar 2016 die Kleiderkammer für die Allgemeinheit zugänglich gemacht.

Viele nutzen die Schongauer Kleiderkammer: „Die Menschen, die zu uns kamen, konnten nicht unterschiedlicher sein“

Henriette Nitsche konnte als weitere Kraft zum Team dazugewonnen werden. Kleiderspenden kamen von weit über die Grenzen Schongaus hinaus. „Die Menschen, die dann zu uns kamen, konnten nicht unterschiedlicher sein“, erzählt Toth. Jung und alt gaben sich jeweils am Mittwochnachmittag förmlich die Klinke in die Hand. Junge Mütter waren auf der Suche nach Kleidung für die Sprösslinge, Schüler der Theatergruppe des Gymnasiums entdeckten ausgefallene Stücke für ihre Aufführungen, und natürlich konnten sich Asylbewerber überaus kostengünstig einkleiden. „Eine unserer Stammkundinnen ist eine Seniorin aus dem Altenheim mit 93 Jahren, die regelmäßig mit dem Rollator vor der Tür steht“, ergänzt Toth ihre Ausführung.

Auch wenn der Zulauf der Asylbewerber mittlerweile zurückgegangen ist, der allgemeine Zulauf ist weiterhin ungebrochen: „Immer wieder entdecken wir neue Gesichter, die von uns erfahren haben“, sagt Zeug. „Und die Menschen sind dankbar um jedes Stück.“

Kleiderkammer-Team sucht Helfer in Schongau

Doch der Zahn der Zeit nagt auch an der Gesundheit der drei ehrenamtlichen Helferinnen: Nach fast vier Jahren Engagement für die Kleiderkammer will das Trio Ende Oktober Schluss machen. Damit die Erfolgsgeschichte Kleiderkammer nicht beendet werden muss, sollen neue ehrenamtliche Helferinnen oder Helfer gefunden werden. Deshalb richtet das Trio einen dringenden Aufruf, damit sich wieder jemand zur Verfügung stellt. Auch dem Bürgermeister ist es ein dringendes Bedürfnis, dass diese große Lücke, die entstehen würde, geschlossen wird.

Wer sich also berufen fühlt, die Kleiderkammer in Eigenregie auf ehrenamtlicher Basis weiterzuführen, kann sich in der Schongauer Stadtverwaltung bei Vera Friedl unter der Telefonnummer 08861/214136 melden. Oder per Mail an servicestelle@schongau.de. Selbstverständlich werden am Anfang die „Alten“ die „Neuen“ unterstützen und einarbeiten. Wie Sonja Zeug ankündigt, werden bis Oktober Sonderverkäufe veranstaltet. Der Erlös kommt der Familie der Explosionskatastrophe von Rettenbach zugute.

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Öffnungszeiten der Kleiderkammer in Schongau

Ab Mittwoch, 4. September, hat die Kleiderkammer in Schongau immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Allerdings können keine Sachspenden angenommen werden.

VON HANS-HELMUT HEROLD

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