VonElke Robertschließen
Im Herbst besuchen die ersten Schongauer Erstklässler eine gebundene Ganztagsklasse. Baulich hatte man an der Staufer Grundschule schon fest damit geplant, aber ob genügend Eltern ihre Kinder anmelden würden, stand noch in den Sternen. Sukzessive soll jedes Schuljahr mindestens eine Ganztagsklasse pro Jahrgang angeboten werden.
Schongau – Einem Kooperationsvertrag für das gebundene Ganztagsangebot an der Staufer Grundschule Schongau zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Schongau stimmte jüngst der Schongauer Stadtrat einstimmig zu. Eltern künftiger Schulanfänger konnten ihre Sprösslinge im Frühjahr hierfür anmelden, erstmals gibt es in Schongau dieses Angebot zum neuen Schuljahr 2019/2020. Die gebundene Ganztagsklasse soll nach und nach für alle vier Klassenstufen angeboten werden und dauerhaft bestehen bleiben.
Kinder haben einen langen, aber entzerrten Schultag
Kinder der gebundenen Ganztagsklasse haben einen langen, dafür sehr entzerrten Schulalltag. Der Unterricht wird von Montag bis Donnerstag bis auf 16.30 Uhr ausgedehnt, am Freitag ist wie für alle Grundschulkinder spätestens nach der 6. Stunde Schluss. Der Unterricht verteilt sich über den ganzen Tag, es werden Intensivierungs- und Übungsblöcke angeboten, in denen die Kinder den Lernstoff individuell einstudieren können. Zusätzliche sportliche oder musische Angebote oder auch mal ein Unterrichtsgang lockern den Alltag auf. Gemeinsames Mittagessen gibt es in der neuen Mensa, die sich die Grundschüler mit den Realschülern teilen. Wenn die Kinder dann nach Hause kommen, haben sie Freizeit, denn Hausaufgaben gibt es nicht.
Schongau hat die Nase vorne
Schongau hat mit der Einführung der gebundenen Ganztagsklasse die Nase vorne – und ist für die Zukunft bestens vorbereitet. Denn, so blickte Bettina Schade, Geschäftsleiterin der Stadt, in der jüngsten Sitzung voraus: Die Bundesregierung plant, ab 2025 den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung auf alle Grundschulkinder auszudehnen. Zumindest ist dies im Koalitionsvertrag so vorgesehen. Noch hat sich die Bundesregierung jedoch nicht mit den Bundesländern geeinigt, ein entsprechender Gesetzentwurf soll im kommenden Jahr vorgelegt werden. Derzeit ist nur der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung bis zum Schulstart geregelt.
Externe Referenten sollen eingesetzt werden
Um das externe Angebot im Rahmen der Ganztagsschule abdecken zu können, sollen selbstständige Referenten eingesetzt werden. Der Kooperationsvertrag zwischen der Stadt als Sachaufwandsträger und der Regierung von Oberbayern soll die ganztägige Betreuung und Förderung gewährleisten. Die Stadt bekommt eine Fördersumme seitens des Freistaates, im Gegenzug schließt die Stadt die Verträge mit den Referenten ab. Zusätzliche Kosten kommen auf die Stadt voraussichtlich nicht zu, die Gelder der Regierung reichen nach der Schätzung Schades aus. „Wir rechnen mit rund 10 000 Euro Förderung pro Jahr und Klasse.“
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