Wie oft ist eigentlich schon das Rad neu erfunden worden? Wie heißt es doch so schön frei nach Goethe: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ So ist jetzt die Idee zu einer sinnvollen Zigarettenkippen-Entsorgung entstanden.
Schongau/Böbing – Eine mehr als interessante und nette Begegnung hatte kürzlich der Böbinger Naturschutzwächter Werner Schubert, als er auf einer seiner Erkundungsstreifzüge an den Schnalz- Höhlen auf ein wanderfreudiges Quartett junger Leute bei seiner Ruhepause traf. Pia Kuran aus Schongau erklärte dort ihren beiden Freundinnen Doreen aus Augsburg und Laura, ihrem Besuch aus Australien, die Schönheiten der heimischen Natur.
Dazu hatte sich Pia eine Zigarette gedreht, die sie nach dem Aufstieg zu den Höhlen sichtlich genoss. In Schuberts Kopf rumorte es: „Wohin wird Pia die Kippe am Ende hinschnippen?“, fragte er sich.
Mit allem hatte Schubert gerechnet, nur nicht mit Pias Reaktion: Sie holte aus ihrem Umhängebeutel ein kleines Pillendöschen aus Blech hervor und drückte dort ihre Zigarettenkippe hinein. Da versagte selbst dem „Schubi“, der eigentlich auf alles eine Antwort hat, die Stimme. Nur ein bewundertes Kopfnicken war bei ihm zu erkennen. Diese Jugend hat ihn voll begeistert.
Was sind in den vergangenen Jahren nicht alles für Ideen aufgekommen, um gegen die „Kippenwegwerf-Mentalität“ anzugehen? Sonderfächer in den Zigarettenschachteln und und und. Pia Kuran macht das, was schon vor Jahren üblich war: Die Kippen in kleinen Blechdöschen zu sammeln. So wie auch schon vor Jahrzehnten beim Militär, wo Soldaten ihre Zigarettenkippen in kleine Blechschächtelchen steckten. Wie gesagt, es könnte so einfach sein, wenn man das Rad nicht immer neu erfinden will.
VON HANS-HELMUT HEROLD
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