Antrag von Grünen und SPD

„Beim Parken herrscht wenig Disziplin“: Ärger um E-Scooter in München - Stadträte wollen Parkzonen ausweiten

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Kleine Fahrzeuge, großer Frust: E-Scooter bleiben ein Ärgernis in München. Nun sollen weitere Parkflächen ausgewiesen werden – und zwar jetzt auch außerhalb der Altstadt.

München - Den Ärger mit den elektrischen Rollern hatte erst vor wenigen Tagen der ADAC mittels einer Untersuchung noch mal bestätigt. Und auch die Leser ärgern sich fast wöchentlich über wild abgestellte E-Scooter. Grüne und SPD reagieren nun, die Stadträte wollen weitere Parkflächen auch außerhalb der Altstadt ausweisen. Ein entsprechender Antrag dazu soll eingereicht werden.

So ordentlich abgestellt werden sollen E-Scooter auch außerhalb der Altstadt in München.

E-Scooter in München: Gerade junge Menschen nutzen die Roller, um schnell zur nächsten U-Bahn zu kommen

Seit 2019 gehören die elektrischen Tretroller zum Stadtbild. 2022 gab es fünf Anbieter mit insgesamt rund 10 000 Fahrzeugen. Und die Roller sind beliebt: Gerade junge Menschen nutzen sie, um schnell zur nächsten U-Bahn zu düsen oder von der Arbeit heimzukommen, an die Isar oder in den Biergarten zu fahren.

Beim Parken aber herrscht oft wenig Disziplin. Eltern mit Kinderwagen müssen wegen der achtlos abgestellten E-Scooter vom Gehweg auf die Straße ausweichen, weil sie sonst nicht durchkommen. Blinde und sehbehinderte Menschen stolpern ohne Vorwarnung über das Hindernis. 2022 hat die Stadt auf zunehmende Beschwerden reagiert. Seitdem läuft in der Altstadt ein Modellprojekt: E-Scooter müssen innerhalb der 40 speziell ausgewiesenen Parkflächen abgestellt werden. Sonst läuft die Uhr weiter – und es wird teuer. Laut SPD-Stadtrat Andreas Schuster hat sich nicht nur die Zahl der falsch abgestellten Roller drastisch reduziert – das Zufußgehen sei wieder deutlich sicherer geworden, und das Stadtbild zeige sich geordneter.

SPD-Stadtrat Andreas Schuster: „Wir wollen das erfolgreiche Abstellkonzept auf den Mittleren Ring ausweiten“

„E-Scooter können ein wichtiger Teil im Verkehrsmix sein. Und sie werden auch rege genutzt“, sagt Schuster. Es gehe aber auf keinen Fall, dass Menschen durch falsch abgestellte Tretroller zu Schaden kommen. „Deshalb wollen wir das erfolgreiche Abstellkonzept aus der Altstadt auf alle Viertel innerhalb des Mittleren Rings ausweiten.“

Darüber hinaus soll an Bahnhöfen wie dem Ostbahnhof oder in Moosach sowie im Olympiapark die Situation besser sortiert werden. Bei der Suche nach geeigneten Abstellflächen sollen die Bezirksausschüsse und der Behindertenbeirat der Stadt München eng einbezogen werden.

Zudem wollen Grüne und SPD prüfen lassen, ob die Anbieter künftig Haftpflichtversicherungen für den Schadensfall abschließen müssen. Hilfreich könnten auch akustische Warnsysteme sein, welche per App Signale an sehbehinderte und blinde Menschen schicken und so vor abgestellten E-Scootern warnen.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

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