Sendemast auf dem Prüfstand

+
Ein geplanter Sendemast sorgt für Diskussionen in Reichersbeuern.

Die Gemeinde Reichersbeuern möchte Bedenken der Bürgerinitiative ernst nehmen. Ein Fachmann aus München soll beratend zur Seite stehen.

Reichersbeuern – Der geplante Mobilfunkstandort am Kirchberg soll noch einmal auf den Prüfstand. Dies ist die Entscheidung des Reichersbeurer Gemeinderates, der sich am Freitagabend zum wiederholten Mal mit dem Thema befasste.

Hintergrund ist eine Aktion von Gegnern des Standorts, die unter dem Motto „Stoppt den Sendemast am Kirchberg“ 210 Unterschriften gesammelt haben. In einem Schreiben bringen die Unterzeichner ihre Sorgen hinsichtlich „gesundheitlicher Gefahren und Schäden“ zum Ausdruck. Sie beantragen unter anderem „die Rücknahme des Standorts Kirchberg und die Suche und Bereitstellung eines Standortes mit mindestens 500 Meter Abstand zu Wohngebieten, beispielsweise am Schopfloch. Außerdem soll sich die Gemeinde „aktiv gegen mögliche Sendeanlagen auf Privatgrundstücken“ einsetzen.

Zur Erinnerung: Im Februar hatte sich der Gemeinderat für den Standort an der alten Wasserreserve am Kirchberg entschieden. Im Juni wurde dieser Beschluss bestätigt, gleichzeitig aber eine Messung der Strahlenbelastung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll in der Novembersitzung des Gemeinderates bekannt gegeben werden.

Lesen Sie auch: Lenggrieser Spielzeugladen sperrt zum Jahresende zu

In der Februar-Sitzung hatte Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt die Wirkungsweise von Mobilfunk Basisanlagen erklärt. Der Sicherheitsbereich, in dem sich Menschen nicht ständig aufhalten dürfen, beträgt in der Horizontalen 20 Meter und in der Vertikalen, also nach unten, drei Meter. Das eigentliche Risiko gehe nicht von der Mobilfunksendeanlage aus, deren Grenzwerte nie erreicht werden, sondern von den Endgeräten, also Handy oder Smartphone.

Bürgermeister Ernst Dieckmann sprach sich dafür aus, sich mit dem Thema sachlich auseinanderzusetzen. Er habe im Vorfeld der Sitzung Gespräche mit den Initiatoren der Unterschriftenaktion geführt und dabei auch auf die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens aufmerksam gemacht. Dies wurde jedoch von der Bürgerinitiative abgelehnt. „Der Gemeinderat soll eine Entscheidung treffen“, berichtete Dieckmann.

In der Diskussion sprachen sich Martina von Sigriz und Michael Sixt klar gegen den Standort am Kirchberg aus. Die Gemeinde habe durchaus die Möglichkeit einen Sendemast abzulehnen, wie sich in Utting gezeigt habe, wo die Anlage wieder abgebaut wurde. „Ich brauche das nicht“, machte Sixt seine Ablehnung deutlich. Der Sendemast diene nur dazu, um die Leistung für den Datenverkehr zu erhöhen. Hier schaffe die Gemeinde mit der Vorbereitung des Glasfaserkabels die Voraussetzung für einen schnellen Datenverkehr. Bürgermeister Dieckmann stellte klar, dass die Möglichkeiten der Gemeinde gegen einen Funkmast vorzugehen, beschränkt seien. Klaus Harrer warnte davor, das Zepter des Handelns aus der Hand zu geben, da sonst die Türen für Standorte im Dorf weit offen sind.

Lesen Sie auch: Fahrfehler: Zwei Biker stoßen zusammen

Am Ende einigte sich der Gemeinderat einstimmig darauf, zusammen mit Vertretern der Bürgerinitiative ein Gespräch mit Hans Ulrich von einem Ingenieurbüro aus München zu führen, der auch die Nachbargemeinden Sachsenkam und Greiling in der gleichen Angelegenheit beraten hat. Danach erst will die Gemeinde über die weitere Vorgehensweise entscheiden. (Günter Platschek)

Kommentare