Jetzt im Kreistagsausschuss

Situation am Walchensee: Jachenaus Bürgermeister Riesch legt gegen Forstbetrieb nach

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Soll verlegt werden: Die Mautstelle in Jachenau, die zur Süduferstraße führt.
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Erst vor wenigen Tagen hatte der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch mit einer Wutrede im Gemeinderat für Aufsehen gesorgt. Seine Kritik am Forstbetrieb setzte er nun in der Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Umwelt und Infrastruktur fort.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Dabei verlieh Georg Riesch seiner Forderung Nachdruck, dass die Staatsforsten beziehungsweise der Freistaat die Personalkosten für die Walchensee-Ranger übernehmen, die heuer eingestellt werden sollen.

„Warum soll die Allgemeinheit für etwas aufkommen, das eigentlich Sache der Staatsforsten ist?“, fragte der Freie-Wähler-Kreisrat Riesch.

Allein auf Jachenauer Flur sei der Freistaat nämlich entlang des Walchensee-Ufers auf einer Strecke von 15 Kilometern Grundeigentümer. Und diese Flächen bewirtschafte der Staat nach Rieschs Urteil ausschließlich gewinnorientiert: „Die verdienen dort gutes Geld.“ Riesch warf dem Forstbetrieb in einer Art Rundumschlag vor, „nur das gute Holz unverzüglich rauszuholen und den Windwurf liegen zu lassen“. Auf ein Thema wie Artenschutz werde dabei keine Rücksicht genommen. Noch dazu verdiene der Staatsbetrieb auch noch an den Wasserrechten zur Energiegewinnung rund um den Walchensee, während „die Kommunen hier keine Wertschöpfung haben“.

Wutrede im Gemeinderat wegen Maut und Parksituation

Riesch kritisierte auch noch einmal, dass die Staatsforsten die Maßnahmen aus dem Walchensee-Konzept aus seiner Sicht unzureichend verwirklichen würden. „Der einzige Punkt, den sie gleich umsetzen, ist, die Maut zu erhöhen. Bei allem anderen heißt es: ,Schau ’mer mal.‘“

Wie berichtet sollen an beiden Enden der Süduferstraße die Mautstellen jeweils in Richtung See verlegt werden. Zudem sollen daneben Ausweichparkplätze angelegt werden. Forstbetriebschef Rudolf Plochmann hatte aber erklärt, dass die Maßnahme heuer nicht mehr umsetzbar sei. So schnell sei das Genehmigungsverfahren nicht zum Abschluss zu bringen. Außerdem seien zwischen März und Oktober die nötigen Baumfällungen nicht erlaubt. Bis zur Badesaison 2021 solle aber alles fertig sein.

Riesch interpretierte diese Verzögerung anders: „Bei dem, was wir erarbeitet haben, bremst der Forst. Wenn jetzt nichts passiert, ist das ein Schritt zurück.“

Kreistag beschließt mit knapper Mehrheit Ranger am Walchensee

Ein formeller Antrag, wie ihn Riesch eigentlich stellen wollte, sei gar nicht nötig, befand in der Sitzung Landratsamts-Abteilungsleiter Wolfgang Krause. Der Kreisausschuss habe bereits im Dezember den Beschluss gefasst, bei den Staatsforsten eine Kostenbeteiligung an den Walchensee-Rangern einzufordern. „Das haben wir auch getan – aber mit keinem befriedigenden Ergebnis“, sagte Krause. „Wir haben die nüchterne Absage bekommen, dass sich die Staatsforsten nicht dazu in der Lage sehen. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Unterstützung vom Kochler Bürgermeister Thomas Holz

Rückendeckung bekam Riesch von seinem Kochler Amtskollegen Thomas Holz (CSU). „Man sieht an diesem Beispiel, dass zwei aktive, aber kleine Gemeinden die Unterstützung des Landkreises brauchen“, sagte er. Er sei froh, dass die Kommunen für das Walchensee-Konzept mit Staatssekretär Gerhard Eck einen direkten Ansprechpartner in der Staatsregierung hätten. Bei der Umsetzung müsse „schnell was passieren“, fand auch der Kochler Rathauschef. „Wir hatten heuer schon drei Samstage, wo wir vor lauter Verkehr nicht mehr wussten, wo vorne und hinten ist.“

Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) sicherte zu: „Der Auftrag, das Gespräch zu suchen, ist angekommen. Und ich werde platzieren, dass das bis nach oben gehen muss.“

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