Einigung

Skiclub Lenggries und Geschwister Pröbster legen Streit bei: „Missverständnisse ausgeräumt“

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Max und Katharina Pröbster haben sich mit dem Lenggrieser Skiclub geeinigt.
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Es war eine monatelange, auch juristisch geführte Auseinandersetzung, die wohl auch die eine oder andere emotionale Wunde hinterlassen hat. Aber Katharina und Max Pröbster haben ihre Querelen mit dem Lenggrieser Skiclub beigelegt.

Lenggries  Der Vereinsausschluss, den die Vorstandschaft des Skiclubs wegen vermeintlich „vereinsschädigendem, grob unsportlichem und unehrenhaftem Verhalten“ gegen die Geschwister ausgesprochen hatte, „wurde für nichtig erklärt“, berichtet Mutter Martina Pröbster. Außerdem habe der Club ein Reputationsschreiben an den Skiverband Oberland verfasst, um den Ruf der Geschwister wieder herzustellen.

„Aufgrund von Missverständnissen wurden seitens des SC Lenggries gegenüber den Geschwistern Maximilian und Katharina Pröbster ein Hangverbot und ein Vereinsausschluss ausgesprochen, die der SC Lenggries bedauert“, heißt es laut Martina Pröbster unter anderem in dem Schreiben.

Reputationsschreiben verschickt

Beides sei mittlerweile zurückgenommen, die Missverständnisse ausgeräumt worden. Und: „Die Beteiligten haben sich darauf geeinigt, künftig einen respektvollen Umgang miteinander pflegen zu wollen.“ Zudem sei eine Zahlung des Skiclubs an die Geschwister erfolgt, die zwar nicht alle, aber doch einen Teil der Anwaltskosten decke. „Wir können relativ zufrieden sein“, sagt Martina Pröbster. „Was ich dem Skiclub hoch anrechne, ist, dass er das Reputationsschreiben auch an Stellen geschickt hat, an die er es nicht hätte schicken müssen“, sagt sie.

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Zu dem Zerwürfnis zwischen Katharina Pröbster und dem Skiclub war es Ende 2016 gekommen. Nachdem eine Knieverletzung die aktive Karriere der damals 17-Jährigen 2013 beendet hatte, blieb Katharina Pröbster dem Verein als Trainerin, später auch als alpine Jugendsportwartin erhalten. In dieser Funktion war sie auch für die Einteilung der Trainer im Jugendbereich verantwortlich. Als sie schwere Bedenken bei der Besetzung eines Postens äußerte, weil sie befürchtete, ein Übungsleiter könnte überfordert sein, kam es zum Streit. Ende 2016 legte sie alle Ämter nieder. Ihr Bruder solidarisierte sich mit ihr. Beide traten nicht aus dem Verein aus, wechselten aber als Trainer zum Förderverein Tegernseer Tal. Als Max Pröbster im Januar 2018 mit seinem Team zum Trainieren an den Weltcuphang kommen wollte, wurde er darüber informiert, dass er und seine Schwester mit einem Hangverbot belegt worden waren. Am 2. Januar 2018 beschloss der Vorstand zudem den Vereinsausschluss der Geschwister.

Vergleich „schweren Herzens angenommen“

Die Familie nahm sich einen Anwalt, der über Monate den Vergleich aushandelte. Ein anfänglich anberaumtes Mediationsgespräch hatten Pröbsters ausgeschlagen. „Wir hatten ja versucht, das auszureden“, sagt Katharina Pröbster. „Wir haben uns von einem Mediationsgespräch einfach nichts versprochen“, ergänzt ihre Mutter. Weitere vier Monate vergingen, bis ein Vergleich stand, der akzeptabel war. „Wir haben ihn schweren Herzens angenommen“, sagt Martina Pröbster – auch, weil man es nicht auf eine Gerichtsverhandlung habe ankommen lassen wollen.

Der Skiclub selbst möchte die Sache Pröbster nicht mehr kommentieren. Man sei der Meinung, dass im Zuge des Vergleichs gegenseitiges Stillschweigen vereinbart worden sei, heißt es vom SC. Genau diese Klausel habe man aber eben nicht unterschrieben, beharrt Martina Pröbster – genauso wenig wie die Bereitschaft, eine gemeinsame Presseerklärung zu veröffentlichen. „Das wäre ein Maulkorb gewesen. Wir haben uns aber nichts zu schulden kommen lassen.“

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