VonVolker Ufertingerschließen
Der Eglinger Gemeinderat hat für das Agrar-Dienstleistungszentrum einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Darin sieht Bürgermeister Hubert Obehauser „ein wichtiges Signal“.
Egling – Die Kirche St. Georg, das Gasthaus Hansch, das Areal der ehemaligen Trocknung, das große Kieswerk: Daraus besteht im Wesentlichen der Eglinger Ortsteil Feldkirchen. Was dessen Zukunft angeht, standen in der jüngsten Gemeinderatssitzung wichtige Weichenstellungen an. Die Kurzfassung: Bei der Umwandlung der Trocknung in ein Agrar-Dienstleistungszentrum ist man einen Schritt weiter. Eine Weiterentwicklung des Ortsteils ist hingegen nicht möglich.
Doch der Reihe nach. Die Gemeinde befasst sich schon lange mit der Frage, was aus der ehemaligen Trocknungsanlage werden soll. Sie war wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit 2014 geschlossen worden. Zuvor hatte es Unfrieden gegeben, weil die Genossen bei der Produktion von Pellets vom Brennstoff Flüssiggas auf Braunkohle umsteigen wollten – sehr zum Unwillen der Bürger, die eine Initiative dagegen starteten.
Am Ende der Diskussionen stand der Plan, auf dem Gelände ein modernes Agrar-Dienstleistungszentrum entstehen zu lassen. Darauf verständigten sich die Trocknungsgenossenschaft und der Maschinenring, bislang in Wolfratshausen ansässig und demnächst in Egling. Wie Geschäftsführer Christian Stemmer in einer Info-Veranstaltung kürzlich erläuterte, sollen in Feldkirchen Gemeinschaftsmaschinen stationiert werden. In einem Bürogebäude soll die Verwaltung ihren Platz finden. Zudem soll dort Biomasse gelagert werden, ein Nahwärmenetz könnte die Feldkirchner mitversorgen.
Lesen Sie auch: Maschenring stellt Bürgern seine Pläne vor
Am Dienstag fasste der Gemeinderat einstimmig den Billigungs- und Aufstellungsbeschluss. Jetzt werden also die Pläne ausgelegt, die Träger der öffentlichen Belange ebenso wie Privatleute können Einwände vorbringen. Das Verfahren wird sich noch eine Weile hinziehen, doch dem Maschinenring ist es unbenommen, seine Planungen parallel weiterzutreiben. Bürgermeister Hubert Oberhauser ist froh, den nächsten Schritt getan zu haben. „Wir setzen damit ein Zeichen. Was dort entsteht, wird positive Auswirkungen auf die Landwirte in unserer Gemeinde und darüber hinaus haben.“
Lesen Sie auch: Trocknung stellt ihren Betrieb ein
Schlechte Nachrichten ereilten die Gemeinde hingegen, was ihren geplanten Bebauungsplan für Feldkirchen angeht. Er wurde von der Regierung von Oberbayern abgelehnt, weil er mit den Zielen des Landesentwicklungsprogramms nicht vereinbar ist. „Das ist ärgerlich, vor allem, weil uns anfangs signalisiert worden ist, dass ein Bebauungsplan möglich ist“, sagt Oberhauser. Maßgeblich für die Ablehnung ist die Tatsache, dass Feldkirchen nicht angebunden ist. Damit muss die Gemeinde zumindest in nächster Zeit den Plan aufgeben, dort Wohnraum für Einheimische zu schaffen.
Der Familie Hansch, die ihr Gasthaus zu einem Hotel erweitern will, kann vielleicht auf anderem Weg geholfen werden. „Ich verstehe das Anliegen voll und ganz“, erklärt Oberhauser. In diesem Fall dürfte es genügen, die Außenbereichssatzung zu erweitern. „Das geht auf jeden Fall schneller als ein Bebauungsplan.“
