VonVolker Ufertingerschließen
Der Gemeinderat hat den Feuerwehrbedarfsplan für die nächsten fünf Jahre verabschiedet. Ein Sparkurs der Gemeinde wäre gefährlich. Es droht Haftung.
Gauting – Das Thema war so wichtig, dass etwa 50 Helfer der fünf Ortsteilfeuerwehren Gauting, Stockdorf, Buchendorf, Unterbrunn und Oberbrunn in Uniform dem Tagesordnungspunkt folgten. Schließlich ging es um die Umstände, unter denen sie mittelfristig ihr Ehrenamt ausüben – und das in Zeiten extrem knapper Kassen. Zu Beginn der Debatte sprach Bürgermeisterin Brigitte Kössinger den Feuerwehren ein Kompliment aus. „Wir fühlen uns von Ihnen gut beschützt.“ Was sie zu hören bekamen, war inhaltlich nicht ganz neu, die Kommandaten waren bis zu einem gewissen Grad in die Erstellung des Plans eingebunden.
Die Abdeckung durch die Wehren ist gut
Der Vertreter der Bonner Firma Forplan, die den Feuerwehrbedarfsplan erstellt hatte, zollte Respekt: „Man sieht, dass das Gemeindegebiet ganz gut abgedeckt ist“, erklärte Sebastian Ramrath. Forplan hatte die 138 Brandeinsätze in den Jahren 2017 bis 2021 ausgewertet und kam zu dem Ergebnis, dass in 86 Prozent der Fälle die Feuerwehr in 8,5 Minuten vor Ort war. Auch die Altersstruktur stelle kein Problem dar, die Jugend schließe sich nach wie vor gerne der Feuerwehr an. „Sie haben eine hervorragende Anzahl von jungen Einsatzkräften.“
Deutlich wurde aber auch, dass es noch viel zu tun gibt. Vor allem gilt es, auch in die entfernteren Winkel der Gemeinde so schnell wie möglich zu kommen. „Eine Steigerung des Erreichungsgrades ist zwingend erforderlich“, erklärte der Fachmann. Eine Verlegung des Gerätehauses sei nicht unbedingt eine Lösung. „Dann hat man eben anderswohin einen weiteren Weg.“
An den Gerätehäusern muss viel gemacht werden
Doch auch die Gemeinde nahm der Experte in die Pflicht. Umbauten an den Gerätehäusern sind in den nächsten Jahren überall erforderlich, vor allem in Gauting. „Hier muss eine bauliche Entwicklung herbeigeführt werden“, sagte er mit Nachdruck. Bekanntlich sind Polizei und Feuerwehr gemeinsam in einem Gebäude aus dem Jahr 1937 an der Münchner Straße untergebracht, die Polizei bekommt an der Pentenrieder Straße ein neues Domizil. „Die Standortfrage tut weh, aber muss beantwortet werden“, sagte Ramrath.
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Was die Fahrzeuge angeht, werden sich in nächster Zeit „größere Beschaffungen ergeben“. Auch, weil die Kosten bei einem 20-Jahres-TÜV „völlig unkalkulierbar sind“. Bei der Auswahl der Wagen müsse man sich auf die Szenarien der Zukunft einstellen, vor allem Vegetationsbrände. Auf Nachfrage des Gautinger Kommandanten Alexander Jung brachte der Experte umgebaute Milchlaster ins Spiel, die viel Wasser transportieren können. Aufschieben sollte die Gemeinde solche Investitionen auf keinen Fall. „Die Lieferzeiten liegen schon jetzt bei etwa drei Jahren. Wenn man zögert, kriegt man die alten Wagen nicht mehr durch den TÜV und die neuen sind noch nicht da.“
Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe
Die Sparzwang dominierte auch diese Debatte. Britta Hundesrügge (FDP) wollte wissen, inwiefern die Gemeinde zur Rechenschaft gezogen werden könne, wenn sie bei der Feuerwehr den Rotstift ansetze. „Da sind Sie ganz schnell in allen Bereichen in der Haftung“, erklärte er. Und als sich Franz Jacquet (CSU) erkundigte, ob es „erforderlich ist, an allen Standorten Feuerwehren zu haben“, wurde er deutlich. „Ich kann nur dringend empfehlen, keinen Ihrer Standorte aufzugeben. Ehrenamt, das einmal weg ist, kommt nicht wieder. Da sehen Sie nur die Rücklichter.“
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