Umbauten an Johann-Baur-Straße

Fahrradstraße am Krankenhaus Weilheim: „Das ist eine Art Zeitenwende“

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Die Johann-Baur-Straße ist ein Pilotprojekt in Sachen Fahrradstraße in Weilheim.
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Als Pilotprojekt soll die Johann-Baur-Straße in Weilheim konsequent zur Fahrradstraße umgestaltet werden – mit Vorrang für den Radverkehr. Nun liegt ein konkreter Planungsvorschlag vor, der im Rathaus schon mal gut ankommt. Doch die Frage ist, ob man ihn sich auch leisten will und kann.

Weilheim – Grünen-Vertreter Alfred Honisch griff in die Vollen, als der Planungsvorschlag dieser Tage in einer gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Verkehrsausschuss des Stadtrates vorgestellt wurde: „Das ist eine Art Zeitenwende, was die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer in Weilheim betrifft“, sagte Honisch, der auch 3. Bürgermeister ist. Und er forderte, die Planung „mit großem Mut voranzutreiben“. Doch wie groß der Mut –und der finanzielle Spielraum – dafür sind, das wird sich erst zeigen. Bürgermeister Markus Loth (BfW) betonte in der Sitzung, noch stehe diesbezüglich alles „unter Haushaltsvorbehalt“.

Großflächige rote Markierungen auf der Fahrradstraße

Das mit der Planung beauftragte Büro „Neudert Ingenieure“ aus Herrsching schlägt vor, alle Knotenpunkte entlang der Johann-Baur-Straße großflächig rot zu markieren, also etwa die Einfahrt an der B2 und die Kreuzung mit der Röntgenstraße/Petelgasse. Als klares Signal, dass es sich um eine Fahrradstraße handelt, solle diese zudem auf volle Länge mit Begleitstreifen versehen werden. Um den Kfz-Verkehr zu bremsen, wollen die Planer Autostellplätze ausweisen, entweder mit baulichen Veränderungen oder auch nur mit Markierungen. Alternativ zu den Parkplätzen wären auch Grünflächen denkbar. Größer wäre auch die Umgestaltung, die „Neudert Ingenieure“ für Ende bzw. Anfang der Fahrradstraße an der Rastkapelle empfehlen – mit einer schmaleren Fahrbahn und üppigeren Grünflächen.

Viele Autos fahren beim Ärztehaus verkehrswidrig aus dem Parkplatz

In diesem östlichen Bereich bestehe kein dringender Handlungsbedarf, hieß es in der Ausschuss-Sitzung, wohl aber an der Westseite, also bei der B2. Insbesondere an der Ausfahrt des dortigen Ärztehauses „muss man unbedingt was machen“, befand Bürgermeister Loth. Verbotenerweise würden aus dessen Parkplatz immer wieder Autos nach rechts zur B2 ausfahren, was nicht nur für Radler zu gefährlichen Situationen führe. Die Planer schlagen eine kleine Grünfläche an dieser Stelle vor, um die Ausfahrt zur B2 zu unterbinden. Das wäre aber auch eine zusätzliche Verengung in einem ohnehin schon engen und unübersichtlichen Bereich, monierte etwa Klaus Gast (CSU).

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Dass die Ein- und Ausfahrt der Johann-Baur-Straße an der B 2 auf ganzer Breite rot markiert werden soll, wodurch die Radler nicht mehr (wie bisher) auf der Südseite geführt würden, kam im Ausschuss manchem gefährlich vor. Im Grundsatz aber wurde das Ausbaukonzept der Fahrradstraße beschlossen – gegen die Stimmen der CSU-Räte Marion Lunz-Schmieder und Klaus Gast. Der „ganz große Knackpunkt“, erklärte Letzterer, sei die Finanzierung: „Wir haben schlicht das Geld nicht.“ Die Umsetzung wäre auch schrittweise denkbar, meinte Horst Martin (SPD), dem die Planung „ausgesprochen gut“ gefällt. Brigitte Holeczek (BfW) plädierte indes für eine „durchgehende Lösung“. Sonst funktioniere das Pilotprojekt nicht, das ja auch Erkenntnisse für eventuelle weitere Fahrradstraßen bringen soll.

Die Planer wurden derweil beauftragt, die konkreten Kosten zu ermitteln – sowohl für einen einfachen wie auch für einen größeren Ausbau.

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