Trotz stürmischem Auftakt: Der Holzkirchner Winterzauber hat am Samstag und Sonntag weihnachtliche Stimmung ins Herz der Marktgemeinde gebracht. Hunderte Besucher schlenderten durch die Buden und erlebten Auftritte auf den beiden Bühnen mit.
Holzkirchen – Fast klingt es, als wären Engel nach Holzkirchen gekommen. Doch auf der Bühne am Marktplatz haben sich keine Himmelsboten versammelt, sondern der Kinderchor der katholischen Kirche. „Fröhliche Weihnacht überall“ ertönt nicht nur aus den Kinderkehlen. Auch die Besucher des Holzkirchner Weihnachtsmarktes schlendern fröhlich über den Marktplatz und die eigens gesperrte innere Münchner Straße. Mit einsetzender Dunkelheit leuchtet der Marktplatz dank unzähliger Lichterketten an Bäumen und Ständen festlich auf. Der Geruch von gebrannten Mandeln, Bratwürsten und Glühwein weht durch die Gassen.
Zum zehnten Mal fand der Winterzauber heuer statt. Rund 50 Buden standen im Zentrum der Marktgemeinde. Thomas Felber war zum ersten Mal dabei. „Ein schöner Markt ist es“, sagte er anerkennend. Aus Braunau (Österreich) waren er und seine Frau Elisabeth gekommen, um ihre Schafprodukte feilzubieten. Von wolligen Pantoffeln bis zu warmen Socken war alles dabei, um sich gegen die winterliche Kälte zu schützen, die in Holzkirchen langsam Einzug hält.
Zuvor war es ein ganz anderes Wetterphänomen, mit dem die Organisatoren des Winterzaubers zu kämpfen hatten. „Der Sturm am Samstagmorgen hat uns ganz schön Arbeit gemacht“, erzählt Nicola Simon-Brandstädter (Kultur im Oberbräu). Zusammen mit Judith Heimerl (Kultur im Oberbräu) und Eva-Maria Schmitz (Standortförderung der Marktgemeinde) trägt sie die Verantwortung für den diesjährigen Winterzauber. Einigen Fieranten sei der Wind zu kräftig gewesen, sie bauten ihre Buden gar nicht erst auf, berichtet Simon-Brandstädter. Doch insgesamt zeigen sich die Organisatoren sehr zufrieden. „Die Leute sind besser als gedacht gekommen“, resümiert Schmitz.
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Besonders gut gefällt ihr die Idee, am Oskar-von-Miller-Platz eine zweite Bühne aufzubauen. Dort wechselten sich an den beiden Tagen des Winterzaubers Rockbands und Jazzcombos ab. „Das haben wir extra so gemacht, damit man auch was anderes als Weihnachtsmusik hören kann“, erläutert Simon-Brandstädter. Sie freute sich besonders über die Argeter Alphornbläser, die zum ersten Mal nach Holzkirchen kamen und alpenländische Musik zum Besten gaben.
Kulinarischen Genuss versprachen unter anderem Foodtrucks und Raclettehütten. Auch für den Kauf von Weihnachtsgeschenken bot der Winterzauber zahlreiche Gelegenheiten. Gilles Thenoz verkaufte Mineralien und Fossilien, die er zu Schmuckstücken gestaltet hatte. Der Kunsthandwerker stammt eigentlich aus Lyon, lebt aber mit seiner Frau in Holzkirchen. Seine Fossilien sucht er in ganz Europa. Dazu recherchiert er in Bibliotheken und Museen, wo früher schon gute Funde gemacht wurden. „Dann fahre ich hin und bleibe schon mal zwei ganze Tage, bis ich etwas finde“, erzählt Thenoz.
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Unterhaltung für die Kinder bot das Bastelzelt am Marktplatz. Und auch das Märchenzelt fand großen Anklang. „Ein wunderbares Ambiente mit schönen Geschichten“, sagte Magdalena Laib aus Holzgerlingen (Baden-Württemberg). Sie hat mit ihrer Tochter Lise (4) Freunde in der Marktgemeinde besucht. Gemeinsam schlenderten sie über den Marktplatz und aßen Schokoladenfrüchte. „Der Holzkirchner Winterzauber ist ein kleiner und feiner Weihnachtmarkt“, fasste sie ihre Eindrücke dabei zusammen.
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Andreas Wolkenstein