Beim Trifthof-Anbinder

Solarpark im Weilheimer Süden wird doppelt so groß - „Was wollen wir denn noch mehr?“

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Der 2013 errichtete Solarpark zwischen Jörg-Ganghofer-Straße und Trifthof-Anbinder im Weilheimer Süden soll erweitert werden.
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Etwa verdoppelt wird der Solarpark im Weilheimer Süden, nahe dem Trifthof. Fast alle Stadtratsmitglieder sind davon angetan.

Weilheim – Einen wichtigen Schritt weiter ist das Bebauungsplan-Verfahren zur Erweiterung des Solarparks zwischen Jörg-Ganghofer-Straße und Trifthof-Anbinder im Weilheimer Süden. Der Eigentümer will die 2013 errichtete Freiflächen-PV-Anlage dort etwa verdoppeln; die fast 5500 zusätzlichen Module sollen eine Leistung von ca. 3000 Kilowatt-Peak erreichen. Bis Anfang Januar konnten Fachbehörden und Bürger ihre Stellungnahmen dazu einreichen. Größere Einwände gab es dabei nicht, wie es nun im Bauausschuss des Stadtrates hieß.

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Drei Bäume an der Ostseite des Areals würden noch als zu erhalten festgesetzt. Auch sei eine „ökologische Baubegleitung“ vorgeschrieben. Insgesamt, so das Stadtbauamt, bleibe es „bis auf wenige Kleinigkeiten“ bei der ursprünglichen Planung – die mit diesen Anpassungen erneut einen Monat lang zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegt wird.

FW-Stadträtin fordert zeitliche Begrenzung

Der Stadtrat stimmte den Abwägungen des Stadtbauamtes in seiner jüngsten Sitzung zu. Dagegen votierte nur Romana Asam (FW): Sie bat um eine zeitliche Begrenzung des Solarpark-Projekts; das habe „letztlich auch das Landratsamt gefordert“, wie sie sagte. Per städtebaulichen Vertrag werde mit dem Eigentümer eine Rückbauverpflichtung vereinbart, erklärte dazu Bauverwaltungsleiter Manfred Stork. Doch die gelte erst, wenn die Solarnutzung aufgegeben wird.

Diskussion um landwirtschaftliche Nutzung

Asam forderte zudem, den Betreiber zu Agri-Photovoltaik zu verpflichten, also zu gleichzeitiger Nutzung der Fläche für solare Stromerzeugung und landwirtschaftliche Produktion. Das sei im Bebauungsplan „nicht drin“, antwortete Bürgermeister Markus Loth (BfW) – und betonte, man habe mit „Energiewende Oberland“ besprochen, „in welchen Größenordnungen das sinnvoll ist“. Laut Rupert Pentenrieder (BfW), dem Stadtratsreferenten für Landwirtschaft, wird „in der bestehenden Anlage bereits Schafbeweidung gemacht“. „Das ist landwirtschaftliche Nutzung“, fügte er an, und das sei „sicher auch in der Erweiterungsfläche geplant“.

Bürgermeister findet Kritik am Projekt fehl am Platz

So oder so hätten die Landwirte als Grundeigentümer selbst über eine mögliche Doppelnutzung zu entscheiden, warf Horst Martin (SPD) ein: „Wenn’s die nicht wollen, haben wir schlechte Karten.“ Gleichwohl sollte das Amt für Landwirtschaft in Sachen Agri-PV „positiv auf die Bauern einwirken“, so Martin weiter, und nicht nur stets den Verlust landwirtschaftlicher Fläche beklagen.

Bürgermeister Loth fand Kritik an diesem Solarpark generell fehl am Platz: „Wir haben hier eine funktionierende Anlage, den richtigen Standort und einen Landwirt, der investiert – was wollen wir denn noch mehr?“

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