Am Donnerstag wird abgestimmt

Stadtmuseum: Stadtrat entscheidet über weitere Planungen —„Fällt uns wirklich auseinander, dieses Ding“

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„Erstklassiges Baudenkmal“ in bester Lage – aber leider ein Sanierungsfall: Das Weilheimer Stadtmuseum am Marienplatz, das einst auch als Rathaus diente.
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Nachdem die Idee eines Anbaus durchfiel, gibt es nun neue, abgespeckte Varianten für die Umgestaltung des Weilheimer Stadtmuseums. Der Stadtrat entscheidet, wie weiter geplant wird. Dabei geht es um viel.

Weilheim – Die jüngste Stadtratsdebatte zum Stadtmuseum endete kurios. 3. Bürgermeister Alfred Honisch (Grüne) hatte sich in der Novembersitzung für einen Museumsanbau ausgesprochen, aber dann versehentlich dagegen gestimmt – und wurde damit zum Zünglein an der Waage. Mit 13:12 Stimmen lehnte der Stadtrat einen Anbau ab.

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Stadtmuseum: Mit 141 Jahren das älteste Museum der Region

Das zwang das Rathaus, Alternativen zu suchen. Auch das knappe Ergebnis habe gezeigt, „dass man über vieles noch mal nachdenken und vieles erklären muss“, räumte Stadtbaumeisterin Katrin Fischer nun in der Februar-Sitzung des Bauausschusses ein. Zugleich warb sie vehement für die eigentlich längst beschlossene, doch immer wieder aufgeschobene Sanierung und Neugestaltung des Stadtmuseums.

Das denkmalgeschützte Gebäude, einst Weilheims Rathaus, stehe derzeit „traurig und verlassen da“, so Fischer, sein baulicher Zustand verlange „dringendes Handeln“ – unabhängig von der Nutzung. Die seit 2021 ob der Baufälligkeit nicht mehr öffentlich zugängliche Museumssammlung habe überregionale Bedeutung, das Stadtmuseum solle wieder „ein Anziehungspunkt werden, der weit über Weilheim hinaus wirkt“. Das bekräftigte Leiter Tobias Güthner: Mit 141 Jahren handle es sich um das älteste Museum der Region, man habe „herausragende Objekte“ und mit der international bedeutsamen „Weilheimer Schule“ des 17. Jahrhunderts ein Alleinstellungsmerkmal. Alle umliegenden Kommunen hätten ihre Museen „in den letzten Jahren auf Vordermann gebracht“, nur Weilheim nicht. Dabei habe die Kreisstadt als Oberzentrum hier „eine besondere Aufgabe“.

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Damit dieses „erstklassige Baudenkmal“ (Zitat Güthner) in bester Lage nicht weiter verfällt, gibt es nun neue Vorschläge für einen Umbau ohne Anbau und ohne Vollunterkellerung. Denn für Letztere müssten Archäologen wertvolle Kulturschichten im Boden freilegen, was hohe Extra-Kosten bedeuten würde und deshalb verworfen wurde. Das Stadtbauamt legte im Bauausschuss zwei neue Varianten mit nur kleiner Unterkellerung – und zwar im Bereich östlich der Freitreppe – vor. Dafür wurden in der Planung die nötigen Lagerflächen, Toiletten und Technikräume des Museums auf ein Minimum reduziert. Am morgigen Donnerstag, 16. Februar, soll sich der Stadtrat für eine dieser Varianten entscheiden. Für diese wird dann voraussichtlich bis Herbst eine genaue Planung samt konkreter Kostenschätzung erstellt, über die der Stadtrat dann erneut und wohl endgültig befindet.

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Stadtmuseum: „Es muss weitergehen mit den Planungen“

Bei der Vorberatung im Ausschuss sprachen sich alle Mitglieder für die Variante mit dem kleinsten Keller und den geringsten Kosten aus. Auch die Dringlichkeit des Umbaus war Thema. „Wir können so eine Liegenschaft nicht weiter verkommen lassen“, betonte Kulturreferentin Ragnhild Thieler (BfW), auch wenn das Museum keine Pflichtaufgabe der Stadt und das Geld knapp sei. „Es muss weitergehen mit den Planungen“, bekräftigte BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek, „denn es fällt uns wirklich auseinander, dieses Ding“. Luise Nowak (Grüne) nannte „völlig unstrittig, dass die Sanierung nötig ist“, ergänzte aber, ein Anbau wäre ihrer Ansicht nach „ein absoluter Frevel“ gewesen.

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„Es war vielleicht ganz wichtig, dass wir so knapp abgestimmt haben und so noch mal zu einer Denkpause gekommen sind“, sagte CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder mit Blick auf das Ergebnis vom November. Nun müsse man aber vorankommen, um das Baugenehmigungsverfahren abschließen und auch klären zu können, „wie viel Förderung wir bekommen“ – im Raum stehen insgesamt bis zu 80 Prozent. Es sei „einfach traurig“, dass das Museum „schon über so lange Zeit brachliegt“, fügte Klaus Gast (CSU) an, der auch als Kreisheimatpfleger fungiert. Aber das Ergebnis der November-Sitzung sei „eine glückliche Fügung“ gewesen, „weil ein Anbau keine glückliche Fügung für die Innenstadt gewesen wäre“.

Die Stadtratssitzung

beginnt am Donnerstag, 16. Februar, um 18.30 Uhr im Rathaus (großer Sitzungssaal). Neben der Museumsplanung geht es in der öffentlichen Sitzung unter anderem um den Bebauungsplan für die „Energiezentrale Kranlöchl“, um höhere Parkgebühren im Parkhaus Altstadtcenter, um die Beauftragung eines Klimaschutz-Aktionsplans sowie um die Flüchtlingssituation in der Stadt Weilheim.

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