Stadtparteitag

„Bildet Lebensentwürfe gut ab“: Grüne stellen Programm auf – Zwist wegen Olympischer Spiele

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Beim Stadtparteitag haben die Grünen am Samstag (19. Juli) ihr Programm für die Kommunalwahl beschlossen.
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Die Grünen wollen bei der Kommunalwahl 2026 ihren Status als stärkste Fraktion verteidigen. Dafür hat die Partei ein Programm erstellt. Zwist gibt es aber wegen eines Punktes.

München – Stolze 476 Änderungsanträge sind zum Kommunalwahlprogramm der Münchner Grünen eingegangen. „Das ist ganz okay“, sagt Co-Chefin Svenja Jarchow und lacht: „Ich hatte mit vierstellig gerechnet.“ Tatsächlich zeige aber auch die dreistellige Zahl, dass es viele Ideen gebe, die Stadt zu gestalten. Und diese Ideen haben die Mitglieder am Samstag in ein Programm gegossen. „Es bildet die Lebensentwürfe in der Stadt gut ab und ist ein Angebot an die gesamte Gesellschaft“, sagte Bürgermeister Dominik Krause.

Grüne in München stellen Programm zur Kommunalwahl auf: Partei will ihren Status als stärkste Fraktion verteidigen

Bei der Kommunalwahl 2020 hatten die Grünen mit 29,1 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Sie sind seitdem die stärkste Fraktion im Rathaus. Diesen Status gelte es zu verteidigen, so Krause. Dabei kommen die Grünen um das drängendste Problem, die Mieten, nicht herum. „Wir müssen stärker regulieren und wir müssen mehr bauen“, sagte Krause. Neubau, Umbau – aber nicht um jeden Preis. Neuer Wohnraum soll möglichst nur auf bereits versiegelten Flächen entstehen. Leerstehende Büroflächen sollen umgewandelt werden, auch leerstehende Gebäude könnten als Zwischenlösung genutzt werden.

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Beim Thema Verkehr setzen die Grünen auf dichtere Takte im ÖPNV. Nord- und Südring bei der S-Bahn sollen vorangebracht, Kreuzungen sicherer, Radwege durchgängig umgesetzt werden. „Natürlich sind die Kassen knapp“, sagte Krause. „Aber es ist falsch, gerade in einer wachsenden Stadt am Rückgrat der Mobilität zu sparen.“ Zudem soll der Wirtschaftsverkehr umweltfreundlich gestaltet werden – mehr Lieferzonen, Fahrradlogistik und Sharing-Angebote.

Programm der Grünen für die Kommunalwahl: Öko-Partei will eine Solarpflicht bei Neubauten

Freilich spielt der Klimaschutz für die Grünen eine zentrale Rolle. Die Öko-Partei möchte die Wärmewende schnell und sozial vorantreiben. Mehr Geothermie, Nahwärme und eine Solarpflicht bei Neubauten werden gefordert. Und es soll eine „3-30-300-Regel“ eingeführt werden: mindestens drei Bäume vorm Haus, 30 Prozent Grün im Umfeld und höchstens 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche.

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind

München
Im Herzen von München liegt der Marienplatz, wo Besucher auch das Rathaus finden. Für viele womöglich überraschend: der Stadtbezirk Altstadt-Lehel ist flächenmäßig der kleinste Münchens.  © IMAGO/Michael Nguyen
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Kein Wahrzeichen, auf das die Bewohner immer stolz sind: der Hauptbahnhof ist Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Kunstinteressierte kommen im Museum Brandhorst auf ihre Kosten. Es liegt in der Maxvorstadt, die zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt angrenzt und im Osten durch den Englischen Garten begrenzt wird. © IMAGO/imageBROKER/Werner Dieterich
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Der neu gestaltete Elisabethmarkt in Schwabing-West. Mit 151 Einwohnern je Hektar (Angabe der Landeshauptstadt) weist er die höchste Einwohnerdichte aller Bezirke auf.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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1000 Kilometer nach Bordeaux: das sogenannte „Franzosenviertel“ befindet sich im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Die beiden Vorstädte sind im Jahr 1854 eingemeindet worden. © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Erholungssuchende aus Sendling kommen gerne an den Flaucher, um sich zu erfrischen. Zentrum des Wirtschaftslebens im Stadtbezirk 6 ist die Großmarkthalle. © IMAGO/Ulrich Wagner
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Eine kurze Auszeit an einem sonnigen Wintertag: Auf diesem Foto genießt sie ein Münchner im Westpark, Teil des Stadtbezirks Sendling-Westpark. © IMAGO/S.Gottschalk
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Der Quartiersplatz auf der Schwanthalerhöhe. „Der Stadtbezirk weist sowohl die zweithöchste Einwohnerdichte als auch den zweithöchsten Ausländeranteil unter allen Münchner Bezirken auf“, heißt es vonseiten der Stadt.  © IMAGO/STL
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Was fürs Auge: Schloss Nymphenburg, die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. © IMAGO
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1924 bis 1929 nach den Plänen von Bernhard Borst erbaut: die Borstei in Moosach.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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Das Olympische Dorf bei Nacht; es gehört zum Stadtbezirk 11 (Milbertshofen- Am Hart).  © IMAGO/POSS ROLF
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Abendlicher Autoverkehr auf der Leopoldstraße. Sie ist die wohl renommierste im Bezirk Schwabing-Freimann. © IMAGO
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Wacht über Bogenhausen: der beeindruckende Friedensengel. Zum Bezirk gehören auch Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Daglfing und Zamdorf.  © xChristoph_Lischetzkix via imago
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Berg am Laim gehört zu den kleineren Stadtbezirken Münchens. Hier im Bild ist das unweit des Ostbahnhofes gelegene Werksviertel zu sehen.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Ein Sommertag am Buga-See. Hier baden Bewohner des Bezirks Trudering-Riem. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Der Pfanzeltplatz (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach) hat sich seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. © Imago
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Auf der Tegernseer Landstraße bewegen sich vornehmlich Menschen, die im Bezirk Obergiesing-Fasangarten leben. © Jens Hartmann
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Wie es beim TSV 1860, der seine Heimspiele im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße austrägt, läuft, treibt viele Menschen in Untergiesing-Harlaching um. © imago sportfotodienst
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Ein Surfer vergnügt sich an der Floßlände; in einem Stadtbezirk mit nicht unkompliziertem Namen: Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. © STL via www.imago-images.de
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Abendstimmung am Klinikum Großhadern. Der 20. Stadtbezirk Hadern bildet den südwestlichen Stadtrand Münchens.  © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Ja, auch Pasing hat seinen Marienplatz. Gemeinsam mit Obermenzing bildet das Viertel seit 1992 einen Bezirk. © Imago
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Blick auf den Langwieder See, Teil des westlich gelegenen Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied. © IMAGO/Sachelle Babbar
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Ländliche Atmosphäre an einem winterlichen Tag in Allach-Untermenzing. © xmeinzahnx via imago-images.de
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Sehr divers: der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl; hier im Blick ist der Blick auf die Feldmochinger Kirche zu sehen. © Copyright: xDreamstimexMolly100x
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Gerade wird viel gebaut in Laim; die Fürstenrieder Straße gilt als Lebensader des Viertels.  © Marcus Schlaf

Die Partei will die Start-up-Szene und den Mittelstand entlasten. Und es soll Förderprogramme für Kreislaufwirtschaft und klimaschonendes Handwerk geben.

Olympische Spiele in München? Stadtparteitag der Grünen verweigert der Stadtspitze die Zustimmung

Das Programm sei hervorragend geworden, sagte Krause. Es denke an die Zukunft. „Es ist weder eine Utopie, noch eine konservative Hommage an irgendwelche besseren Zeiten.“ Und wer wolle, dass München weltoffen, bunt und klimafreundlich bleibe. Wer wolle, dass Kinder mehr Rechte haben als SUVs. Dem bliebe nur eines. „Der muss am 8. März Grüne wählen.“

Eine Wahl allerdings ist noch vor diesem Datum. Am 26. Oktober sollen die Bürger entscheiden, ob sich München für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Die Grünen sind in der Frage uneins. Die Stadtspitze scheiterte mit dem Versuch, ein Mandat der Basis für deren Unterstützung zu erhalten. Dabei hatten sich führende Münchner Grüne zuvor für die Sommerspiele ausgesprochen. Olympiagegner der Grünen argumentieren, mit dem „korrupten IOC“ solle man keine Geschäfte machen.

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