Historische Stadtmauer zerstört

Reaktionen auf massive Unwetter in Bayern: „Gedanken bei allen, die den schlimmsten Tag ihres Lebens haben“

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Blick auf den eingestürzten Teil der historischen Stadtmauer am Seeweiher in Weißenburg.
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Massive Unwetter wüteten am Donnerstagabend (17. August) über Mittelfranken. In kurzer Zeit stürzten knapp 400 Bäume um, die historische Stadtmauer von Weißenburg wurde zerstört.

Update 18. August, 14.59 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich nach den heftigen Gewittern (siehe Ursprungsmeldung) betroffen. „Was für ein schlimmes Unwetter in Nürnberg. Unser Mitgefühl mit allen, die davon betroffen waren“, schrieb der CSU-Politiker auf der Plattform X, vormals Twitter. Zugleich dankte er den Einsatzkräften für ihre „hervorragende Arbeit“.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, schrieb, die Bilder aus Nürnberg seien erschreckend. „Meine Gedanken sind bei allen, die heute den schlimmsten Tag ihres Lebens haben.“ Dies verband er mit Kritik an der Klimapolitik der CSU. Die Klimakrise sei längst auch in Bayern angekommen. „Vielleicht merkt das nun endlich auch Markus Söder.“ Er erneuerte die Forderung der Grünen nach einem Extremwetter-Plan für ganz Bayern.

Massive Unwetter in Bayern: Schneise der Verwüstung bei Nürnberg, historische Stadtmauer zerstört

Ursprungsmeldung:

Weißenburg - Es braute sich bereits am Nachmittag zusammen. Bis in den frühen Abend formierten sich dann dunkle Wolken zu einer fulminanten Gewitter-Front zusammen, um sich schließlich über Mittelfranken zu entladen. Besonders in Nürnberg und der umliegenden Region krachte es besonders gewaltig. In der Franken-Metropole wurden Unterführungen und Keller geflutet, Menschen suchten teilweise Schutz im Hauptbahnhof. Das extreme Unwetter sorgte jedoch auch außerhalb Nürnbergs für schwere Schäden. In Weißenburg rissen die Wassermassen die berühmte Stadtmauer mit sich.

Wie die Polizei mitteilt, stürzte die historische Stadtmauer auf einer Länge von 25 Metern ein, nachdem sie sich den Angaben zufolge mit Wasser vollgesogen hatte. Wie Fotos zeigen, stürzte das historische Bauwerk jedoch nicht vollständig ein, auch der bewohnte Bereich blieb demnach verschont. Wenige Kilometer weiter, in Ramsberg, hinterließ das Unwetter bereits kurze Zeit vorher massive Schäden. Wie vifogra berichtet, stürzten an der Staatsstraße 2222 knapp 400 Bäume wie Streichhölzer um.

„Downburst“ wütet vor Nürnberg - hunderte Bäume in kürzester Zeit umgefallen

Demnach wird vermutet, dass ein sogenannter „Downburst“ verantwortlich für die Katastrophe war. Auf einer Länge von knapp 200 Metern hinterließ das Unwetter den Angaben zufolge eine „Schneise der Verwüstung“.

Was ist ein Downburst?

Ein Downburst ist eine Fallböe, die im Zusammenhang mit Gewittern oder auch Schauern auftreten kann. Dabei beschleunigt sich der Abwind unterhalb der Gewitterwolke und schlägt mit hoher Geschwindigkeit auf den Erdboden auf. Am Boden strömt die Luft üblicherweise radial auseinander, kann aber, je nach Topographie kanalisiert werden. Dies geschah möglicherweise auch in Le Locle und La Chaux-de-Fonds. Ein Downburst kann Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen und damit enorme Schäden verursachen. (Quelle: meteoschweiz)

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Durch die umgefallenen Bäume ergab sich anschließend, so vifogra weiter, ein Verkehrs-Chaos, schwer verletzt wurde jedoch niemand. Die Feuerwehr sprach anschließend davon, dass alles noch viel schlimmer hätte ausgehen können.

Sturm, Schnee, Sonne: Die spektakulärsten Bilder aus den vier Jahreszeiten in Bayern

Eine unheimliche Lichtstimmung: Eine Sahara-Staubwolke verdunkelt den Himmel über München.
Eine unheimliche Lichtstimmung: Eine Sahara-Staubwolke verdunkelt den Himmel über München. © IMAGO/Rolf Poss
Gewitterwolken über der Konzernzentrale von BMW in München.
Gewitterwolken über der Konzernzentrale von BMW in München. © IMAGO/M.i.S./Bernd Feil
Bodennebel bei Sonnenaufgang im Moos, oranges Licht, Deutschland, Bayern, Erdinger Moos
Der Tag startet mit dem Sonnenaufgang. Bodennebel sorgt dabei für die schönsten Farben. Orange, Rot und Geld: der Sonnenaufgang im Erdinger Moos. © IMAGO/A. Hartl
Ein Blitz schlägt bei einem Gewitter über München in den Olympiaturm ein.
Ein Blitz schlägt bei einem Gewitter über München in den Olympiaturm ein. © IMAGO / Shotshop
Sonnenaufgang über dem Nebel Die Sonne geht hinter den Gipfeln der Allgäuer Hochalpen in Bayern auf während eine Nebeldecke im Tal liegt
Sonnenaufgang über dem Nebel. Die Sonne geht hinter den Gipfeln der Allgäuer Hochalpen in Bayern auf, während eine Nebeldecke im Tal liegt. © IMAGO/Jan Eifert
Im Morgennebel steht die am Forggensee gelegene Wallfahrtskirche Sankt Coloman
Im Morgennebel steht die am Forggensee gelegene Wallfahrtskirche Sankt Coloman. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ausflügler laufen hinter blühenden Krokussen, am Ufer des vor dem Panorama der Alpen liegenden Hopfensees, im Sonnenschein
Ausflügler laufen hinter blühenden Krokussen, am Ufer des vor dem Panorama der Alpen liegenden Hopfensees, im Sonnenschein. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Wanderer sind im Apspitzgebiet unterwegs
Blumenwiese und Bergkulisse: Wanderer sind im Apspitzgebiet unterwegs. © Angelika Warmuth/dpa
Eine Böenfront zieht auf und bringt ein Gewitter mit Sturmböen und starkem Regen mit sich, das später in der Region München nierderging
Gewitter mit Starkregen: Eine Böenfront zieht im Oberland über die Felder, das Gewitter ging später in der Region München nieder. © Michael Hutter/dpa
Hitze und hohe Temperaturen, danach kommen schwere Gewitter. Blitze Zucken in den hohen Gewitter
Hitze und hohe Temperaturen führten zu zahlreichen Sommergewittern. Blitze zucken in hohen Gewittern und lassen die Himmel in hellen Farben erstrahlen. © IMAGO/MiS
Ein Regenbogen erstreckt sich über dem Himmel während eines Konzerts im Olympiastadion.
Ein Regenbogen erstreckt sich über dem Himmel während eines Konzerts im Olympiastadion. © IMAGO / Stefan M Prager
Ein Kind geht mit Gummistiefeln auf einer durch Hochwasser der Zenn überfluteten Straße.
Pfützen nach Gewittern: Ein Kind geht mit Gummistiefeln auf einer durch Hochwasser der Zenn überfluteten Straße. Das Mädchen freut sich über das Wasser. © Daniel Karmann/dpa
Eine bedrohlich wirkende Wolkenwalze rollt am 1. Juli 2020 über das Münchner Olympiagelände
Das Pressefoto aus Bayern 2020 in der Kategorie „Sieger Umwelt & Energie“. Vor dem Gewitter: Eine bedrohlich wirkende Wolkenwalze rollt am 1. Juli 2020 über das Münchner Olympiagelände. © Henning Pfeifer/BJV/dpa
Eine sogenannte Superzelle zog von Wunsiedel in Richtung Waldsassen und brachte einen Hagelsturm in Oberfranken mit sich
Im Juli 2022 eine ähnliche Situation. Eine sogenannte Superzelle zog von Wunsiedel in Richtung Waldsassen und brachte einen Hagelsturm in Oberfranken mit sich.  © IMAGO/Bernd März
Blitze sind in der Nacht zum 07.07.2017 während eines Gewitters über Gochsheim
Blitze und Regen: Über Gochsheim brachten die Gewitter ordentlichen Blitzschlag mit sich. © Merzbach/dpa
Ungemütliches Wetter über der Altstadt von München. Polare Meeresluft fegt über München hinweg.
Ungemütliches Wetter über der Altstadt von München. Polare Meeresluft fegt im Foto über München hinweg.  © IMAGO/Rolf Poss
Herbstspaziergang im Englischen Garten
Der Herbst ist bunt: Bei einem Spaziergang im Englischen Garten in München können alle möglichen Farben bestaunt werden. © Imago
Gänseblümchen blühen am Ufer des Forggensees zwischen Herbstlaub
Den Gänseblümchen tut das wärmere Klimamittel gut. Auch im Herbst blühen sie noch am Ufer des Forggensees zwischen Laubblättern. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Sturm über Chiemsee
Ein Sturm über dem Chiemsee: Im Wasser spiegeln sich die Wolken und ermöglichen ein Spiel aus verschiedenen Blautönen. © IMAGO/Bernd März
Enten stehen bei Ebermannstadt, Landkreis Forchheim, am Rande eines Weihers im Regen.
Über Regen freuen sich zumindest Enten: Ein Paar steht bei Ebermannstadt, Landkreis Forchheim, am Rande eines Weihers. © Daniel Löb/dpa
Olympiaturm als Fotokulisse: Die Farben des Regenbogens sind gut zu erkennen.
Olympiaturm als Fotokulisse: Die Farben des Regenbogens sind gut zu erkennen. © IMAGO / Stefan M Prager
Ein Blitz entlädt sich am 26.06.2017 über München (Bayern) in der Nähe der Heilig-Kreuz-Kirche im Stadtteil Giesing
Blitschlag in Münchner Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing. Das Foto zeigt das Ausmaß eines einziegen Blitzschlags am Himmel. Für das bloße Auge so meist nicht zu sehen. © Marcel Kusch/dpa
Hitze und hohe Temperaturen: Blitze zucken in den hohen Gewitterwolken am Himmel hinter Türkheim im Unterallgäu.
Hitze und hohe Temperaturen: Blitze zucken in den hohen Gewitterwolken am Himmel hinter Türkheim im Unterallgäu.  © IMAGO/MiS
Ein Ausflügler versucht, auf der 1780 Meter hoch gelegenen Mittelstation der Fellhornbahn, sich im Schneetreiben vor dem starken Wind zu schützen.
Ein Ausflügler versucht, sich auf der 1780 Meter hoch gelegenen Mittelstation der Fellhornbahn, im Schneetreiben vor dem starken Wind zu schützen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein Sessellift steht im Skigebiet Grasgehren im Schneetreiben.
Im Skigebiet eingeschneit: Ein Sessellift steht im Skigebiet Grasgehren im Schneetreiben. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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