In Schreiben Unzufriedenheit dokumentiert

Grün-rote Mehrheit im Münchner Stadtrat bröckelt: SPD-Politiker tritt überraschend aus Partei aus

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Großer Sitzungssaal im Neuen Rathaus.
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    Sascha Karowski
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Die grün-rote Mehrheit im Münchner Rathaus schwindet: SPD-Mann Nikolaus Gradl hat am Montag seinen Austritt aus der Fraktion erklärt.

München –Die Rathaus-Mehrheit bröckelt: SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl hat am Montag (28. April) die Genossen darüber informiert, dass er aus Fraktion und Partei austritt. Nach dem Wechsel von Grünen-Stadtrat Delija Balidemaj zur CSU kommt die grün-rote Rathaus-Koalition im Stadtrat nur noch auf eine Zwei-Stimmen-Mehrheit – inklusive der von OB Dieter Reiter. Dabei war es zuletzt schon knapp, etwa bei der Wahl des Kulturreferenten, bei der Grünen-Stadtrat Florian Roth im ersten Wahlgang scheiterte.

SPD-Chef von Parteiaustritt überrascht: „Verlieren erfahrenen Fachpolitiker“ im Stadtrat München

Für die SPD kam der Vorgang überraschend, Fraktions-Chef Christian Köning ließ sein Bedauern mitteilen. „Wir danken Nik Gradl für seinen langjährigen Einsatz für unsere Fraktion und die Stadtpolitik. Mit seinem Austritt verlieren wir einen erfahrenen und engagierten Fachpolitiker, dessen Arbeit wir sehr geschätzt haben.“ Nachvollziehbar sei der Schritt derweil nicht. „Wir fordern Nik Gradl auf, sein Mandat zurückzugeben, um den Wählerwillen bestmöglich zu respektieren.“

Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-/Volt-Fraktion im Stadtrat.

Gradl hatte am Montag (28. April) ein Schreiben verteilt und darin seine Unzufriedenheit formuliert – unter anderem darüber, dass Projekte auf die Lange Bank geschoben würden, etwa der Gasteig oder der ÖPNV-Ausbau. „Im Elfenbeinturm des Rathauses wird viel zu oft über die richtige Social Media Kommunikation diskutiert und nicht darum gerungen, welche Entscheidung die beste für die Münchner ist.“ Die Dinge umzusetzen, die er seinen Wählern versprochen habe, gelinge ihm außerhalb der Fraktion besser.

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Rathaus München: SPD-Politiker Nikolaus Gradl verlässt Partei und Fraktion

Gradl war von 2002 bis 2014 und ist seit 2020 erneut im Stadtrat, wo er sich um die Themen Mobilität und Verkehrswende kümmert. Er wird sich wohl zunächst nicht einer anderen Fraktion anschließen.

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