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Ein weiterer Hauseigentümer will sich am Modernisierungsprozess in der Neuen Mitte beteiligen: Die Sparkasse plant, ihr Wohn- und Geschäftshaus an der Egerlandstraße durch einen Neubau zu ersetzen. Während der Bauarbeiten will das Geldinstitut vorübergehend umziehen.
Geretsried – Im Stadtrat am Dienstagabend war das Thema angesprochen worden. Doch Bürgermeister Michael Müller hatte darauf verwiesen, dass er zu Angelegenheiten des Unternehmens nichts sagen könne. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Sprecher Willi Streicher, dass sich die Sparkasse mit Neubauplänen trägt.
Das Wohn- und Geschäftshaus des Geldinstituts steht an prominenter Stelle und stammt aus den 1960er Jahren – so wie die meisten Häuser rund um den Karl-Lederer-Platz. Dort wird bereits am neuen, urbanen Zentrum der größten Stadt im Landkreis gearbeitet. Mit „Puls G“ und „Centrum 20“ wachsen zwei Neubauten in die Höhe. Gleichzeitig wächst die neue unterirdische Parkgarage. Die Baugenossenschaft ist als nächstes dran. Sie wird an der Egerlandstraße einen Häuserriegel abbrechen und ein modernes Wohn- und Geschäftshaus errichten.
Die Sparkasse dünnt ihr Filialnetz im Landkreis zwar aus. Aber den Standort an der Egerlandstraße in Geretsried wolle man unbedingt erhalten, betont Streicher. Dieser sei strategisch wichtig und soll in Zukunft sogar personell verstärkt und zu einem Beratungscenter ausgebaut werden – am besten in einem Neubau. „Nach Gesprächen mit Vertretern der Stadt und der Baugenossenschaft Geretsried wurde der Sparkasse immer klarer, dass sich gerade jetzt eine Chance bietet, die so schnell nicht wiederkommt“, meint Streicher. Aktuell gebe es für das Gebäude keinen einzigen Stellplatz. Mit einem Neubau samt Tiefgarage könnten um die 30 unterirdische Plätze realisiert werden. Auch eine Anbindung an die öffentliche Zentralgarage wäre möglich – ebenso wie zusätzliche Wohn- oder Gewerbeflächen.
Durch eine Verknüpfung des Neubaus mit den Planungen der Baugenossenschaft würden sich für die Sparkasse, deren Kunden sowie für die Bürger eine Reihe von Vorteilen ergeben. Streicher nennt unter anderem Kostenvorteile durch Synergieeffekte bei einem gleichzeitigen Bau. „Außerdem würde die Sparkasse damit einen wichtigen Beitrag zur Neugestaltung der Neuen Mitte beitragen.“
Laut dem Sparkassensprecher befindet sich die Planung noch im Anfangsstadium und wird jetzt nach und nach konkretisiert. Entscheidet sich die Sparkasse tatsächlich für einen Neubau, könnte mit dem Abriss Anfang 2020 begonnen werden.
Während der Bauzeit sollen die Kunden der Sparkasse weiterhin eine Anlaufstelle im Zentrum haben. Streicher zufolge ist das Geldinstitut derzeit mit der Krämmel-Unternehmensgruppe im Gespräch, die Filiale vorübergehend im Gebäude „Puls G“ am Karl-Lederer-Platz anzusiedeln.
Doris Schmid
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