Abschied als Rathauschef

Stehende Ovationen für Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl

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Gruppenfoto in Zeiten von Corona: Aus dem Lenggrieser Gemeinderat verabschieden sich (ab vorne links im Uhrzeigersinn: Maria Heiß, Florian Forstner, Hans Proisl, Stephan Bammer, Josef Wegscheider, Josef Heiß, Bürgermeister Werner Weindl, Bernhard Simon und Veronika Holzner.
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Es war eine ganz besondere Sitzung, in der Werner Weindl nach 24 Jahren als Bürgermeister in Lenggries verabschiedet wurde.

Lenggries – Getagt wurde am Montag in der Mehrzweckhalle, um die durch Corona notwendig gewordenen Abstände einhalten zu können. Doch auch wenn der Rahmen eher nüchtern und wenig festlich war: Die Abschiedsworte waren herzlich.

„Es war eine erfolgreiche Amtszeit“, sagte Bürgermeister Werner Weindl rückblickend auf die vergangenen sechs Jahre. „Lenggries steht in allen Bereichen sehr gut da. Das erreicht man nur, wenn Gemeinderat und Verwaltung vertrauensvoll zusammenarbeiten. Und das war hier der Fall.“ Viele Projekte seien realisiert worden – vom Umbau der „Post“ bis zum Bau der Hackschnitzelanlage mit Nahwärmenetz, von der Aufstellung des Flächennutzungsplans bis hin zur Wasserver- und Abwasserentsorgung des Braunecks, nannte Weindl nur wenige Beispiele. Es seien für ihn „ereignisreiche, aufregende und interessante Jahre“ gewesen. Die Erfolge seien nicht die Leistung eines einzelnen, jeder Gemeinderat habe dazu beigetragen. „Die Gesellschaft braucht Menschen wie Sie, die sich für die Allgemeinheit einsetzen“, sagte Weindl.

Weindl dankte seinen Weggefährten

Besonders dankte er den acht Mitgliedern, die zum 1. Mai ausscheiden. „Mit Ihnen verlassen 96 Jahre Gemeinderatserfahrung dieses Gremium“, sagte der Bürgermeister. „Ich denke Ihnen für Ihre Arbeit und den Einsatz für die Lenggrieser Bevölkerung.“ Sechs Jahre gehörten Florian Forstner (FW), Maria Heiß (FW) und Bernhard Simon (CSU) dem Gremium an. Wobei Letzterer „schon zum zweiten Mal verabschiedet wird“, sagte Weindl mit Blick auf Simons Gemeinderatszugehörigkeit von 1996 bis 2008. Stephan Bammer (FW) war zwölf Jahre Ratsmitglied – genauso wie Josef Heiß und Veronika Holzner (CSU). Noch einmal sechs Jahre mehr gehörte Hans Proisl (FW) dem Gremium an. Und ganze 24 Jahre saß Josef Wegscheider im Gemeinderat. „Wir haben zusammen begonnen und enden gemeinsam“, sagte Weindl.

Auch für ihn war die Sitzung nach 24 Jahren im Amt seine letzte. „Ich bin froh und dankbar, dass mir die Bevölkerung so lange das Vertrauen geschenkt hat“, sagte der 59-Jährige. Er glaube, dass er seinem Nachfolger Markus Landthaler „ein wohlbestelltes Haus übergeben kann“ – selbst wenn die Zeiten durch die Corona-Krise schwierige seien. Finanziell sei die Kommune – sie ist fast schuldenfrei – für Zeiten wie diese gerüstet. „Und auch in schwierigen Zeiten sollte man noch gestalten. A bisserl was geht immer“, sagte Weindl. Genau in solchen Talsohlen falle den Gemeinden die Aufgabe zu, „die Wirtschaft anzukurbeln“.

Ein Rückblick in großer Dankbarkeit

Weindl blickte mit Dankbarkeit auf seine 24 Amtsjahre zurück. „Ich bin dankbar für die vielen Begegnungen und für alle, die mich wohlwollend begleitet haben. Ich habe mich immer mit aller Kraft für die Gemeinde eingesetzt.“ Das gehe an die Substanz. „Deshalb freue ich mich jetzt auf meinen neuen Lebensabschnitt.“ Seinen besonderen Dank richtete Weindl an seine Familie, „die mir immer den Rücken frei und zu mir gehalten hat“, an seine Freunde, die ihn unterstützt haben, die Gemeinderäte und an die Mitarbeiter der Verwaltung. „Ein Bürgermeister ist auf gutes Personal angewiesen. Und ich hatte immer gutes.“ Dafür gab es von allen Anwesenden stehende Ovationen.

Werner Weindl hört als Bürgermeister von Lenggries auf - und wird eine Sache überhaupt nicht vermissen

„Sie haben die Gemeinde über 24 Jahre hervorragend vertreten und ihr einen außerordentlich guten Ruf verschafft“, würdigte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU) Weindls Leistungen. „Ich bin stolz, dass ich deine Nachfolge antrete. Du bist in Lenggries eine Institution“, ergänzte der künftige Bürgermeister Markus Landthaler. Weindl sei „eine geschätzte Größe, ein großartiger Charakter“. Eine Ehrung in feierlichem Rahmen werde man nachholen, sobald dies wieder möglich sei, kündigte Landthaler an. Für die Fraktionen bedankte sich dann noch CSU-Fraktionssprecher Bernhard Simon, bevor die Geschenke überreicht wurden. Unter anderem ein Bild von Peter Willibald, das das Rathaus zeigt. „Damit du deinen Arbeitsplatz nicht vergisst“, so Landthaler. Außerdem gab’s einen Gutschein, damit Weindl, der sich künftig verstärkt um seinen Wald kümmern will, seine Ausrüstung aufstocken kann.

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