In nicht öffentlicher Sondersitzung

Stopp auf Mammut-Baustelle mitten in Bad Wiessee: Investoren stehen Rede und Antwort

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Vor dem Baustopp herrschte auf der Baustelle Hochbetrieb. Inzwischen ist alles Gerät verschwunden. Wann es weitergeht, ist offen.
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Eine Mega-Baustelle mitten in Bad Wiessee steht still. Warum das so ist, erklärten die Investoren dem Gemeinderat in einer Sondersitzung - hinter verschlossenen Türen.

Bad WiesseeDie Mega-Baustelle im Herzen von Bad Wiessee steht seit Ende Mai still. Der Baustopp war ein Schock, und er bringt die Investoren in Erklärungsnot. Bei einer nicht öffentlichen Sondersitzung standen Florian Kamelger, Patrik Wettstein und Felix Penner als Vertreter der Schweizer Firma Sports Medicine Excellence Group (SME) dem Wiesseer Gemeinderat Rede und Antwort. Das Fazit gab’s am Freitag als Pressemitteilung. Von Vertrauensverlust ist darin nicht die Rede. Vielmehr heißt es, der Gemeinderat sage der SME „bestmögliche Unterstützung“ bei der Begleitung der notwendigen Maßnahmen zu. Die Unternehmensleitung der SME habe dem Gremium die Gründe für die Unterbrechung der Bauarbeiten ausführlich dargelegt. Das Unternehmen werde „mit aller Kraft“ die bestehenden Herausforderungen angehen und bemühe sich um eine baldmögliche Wiederaufnahme der Bautätigkeiten und die konsequente Umsetzung der Projektpläne. Demnach entsteht auf dem Jodbad-Gelände ein Hotel mit 121 Zimmern, Spa-, Wellness- und Sportbereich, mehreren gastronomischen Outlets sowie ein medizinisches Funktionsgebäude. Die Einweihung war für Ende 2021 angekündigt.

SME will das Projekt in Bad Wiessee fortsetzen 

„Auch für uns war der Termin mit dem Gemeinderat sehr wichtig“, versichert SME-Verwaltungsratspräsident Kamelger. SME wolle nicht als unbekannte Größe auftreten, sondern seinem Projekt ein Gesicht geben. Das Unternehmen habe den unbedingten Willen, das Projekt fortzusetzen und glaube an das Konzept. Es sei nie daran gedacht worden, das Grundstück wieder in andere Hände zu geben. Wann der Bau weitergehen kann, lässt Kamelger offen. Es gelte Gesprächen Raum zu lassen, die derzeit im Gange sind. „Das wird alles sauber aufgegleist.“ Der Zeitpunkt der Unterbrechung sei konsequent und folgerichtig, da ja auch die Umschließung der Baugrube vollständig fertiggestellt sei.

Schwierige Bodenverhältnisse 

Bei der Bekanntgabe des Stopps der Bauarbeiten im Mai hatte SME eine Unterbrechung bis zum Jahresende angekündigt. Schon damals hatte das Unternehmen die schwierigen Bodenverhältnisse und „Herausforderungen“ bei der Abstimmung mit den Behörden, vor allem der Denkmalschutzbehörde, als Begründung angeführt. „Natürlich haben wir gewusst, welche Bodenverhältnisse uns erwarten“, sagt Kamelger jetzt. SME habe Gutachten erstellen lassen. Doch anders als erwartet werde der teils mit Erdöl belastete Aushub nun strenger klassifiziert. Die Kapazität der Deponien im Umkreis reichten für die Lagerung des so eingestuften Materials nicht aus. Dafür müsse SME Lösungen finden: „Das ist wie eine Veränderung der Hürde während des Hürdenlaufs.“ Zudem verlangten einzelne Firmen, die Bauaufträge erhalten haben, plötzlich mehr Geld als vereinbart, lässt Kamelger durchblicken: „Das lassen wir uns nicht bieten.“  

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