Nach dem Umzug der Offizierschule

Symbolischer Akt: Kranzniederlegung am Luftwaffenehrenmal

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Wir vergessen euch nicht: Einige Stadtrats- und Parteimitglieder legten einen Kranz am Luftwaffenehrenmal nieder.
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Die Luftwaffe hat nach dem Umzug der Offizierschule keine Verwendung mehr für das Ehrenmal. Doch das wollen einige Stadträte so nicht akzeptieren.

Fürstenfeldbruck - Seit über 70 Jahren erinnert das Luftwaffenehrenmal an die Opfer der militärischen und zivilen Luftfahrt. Fürstenfeldbruck als zentraler Standort der Luftwaffe spielte dabei über Jahrzehnte eine wichtige Rolle. „Gerade deshalb ist es uns wichtig, die Erinnerung wach zu halten“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Georg Jakobs. Mit einigen Stadtratskollegen, darunter Vize-Bürgermeister Christian Stangl (Grüne), Klaus Wollenberg (FDP) und Andreas Lohde (FFB Mitte), legte er am Volkstrauertag einen Kranz mit einer Schleife „Wir vergessen euch nicht“ nieder.

Mit Captain Richard W. Higgins möchte Jakobs nur an eines der Opfer erinnern, derer jedes Jahr gedacht wird. Der US-Pilot kam im Jahr 1957 ums Leben, als er bewusst sein abstürzendes Flugzeug von bewohntem Gebiet weglenkte. Sein Einsatz hat die Kreisstadt geprägt. Eine Straße und eine Schule tragen heute seinen Namen.

Bei seinen Bemühungen, das Ehrenmal in Bruck als Gedenkstätte nach Abzug der Bundeswehr aus Bruck zu erhalten, erhielt Jakobs vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, eine Absage. Aus dem Brief geht hervor, dass im Zuge der Neuausrichtung des Traditionserlasses der Bundeswehr in Roth ein neues Luftwaffenehrenmal gebaut werde. Die räumliche Bindung des neuen Ehrenmals an die Offizierschule in Roth wurde bewusst gewählt, um dort auszubildenden Generationen zukünftiger militärischer Vorgesetzter das Selbstverständnis einer modernen Luftwaffe und deren Umgang mit der Tradition erlebbar zu machen, so die weitere Begründung.

Neuer Vorstoß im Stadtrat

Darüber hinaus entspreche das Ehrenmal in Bruck in seiner symbolischen Ausrichtung nicht mehr der gewandelten Erinnerungs- und Gedenkkultur der Luftwaffe. Aus Sicht der Luftwaffe bestehe deshalb kein Bedarf an einer weiteren Nutzung der Gedenkstätte in Fursty, so Neumann weiter. Die Möglichkeit der Nutzung des Ehrenmals zu allgemeinen Gedenk-Veranstaltungen bleibe davon unberührt.

Nachdem der Fliegerhorst von der Bundeswehr nun doch nicht aufgegeben wird, wird Jakobs das Thema Luftwaffenehrenmal im Stadtrat neu anstoßen. Die im April 2012 zwischen der Stadt, der BImA, dem Bundesverteidigungsministerium und dem Inspekteur der Luftwaffe geschlossene Grundsatz-Vereinbarung sei hinfällig.

Darin hat sich die Stadt verpflichtet, die Pflege der inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Anlage nach Abzug der Bundeswehr zu übernehmen. Die Stadt habe weder die finanziellen Mittel noch die Expertise, das Ehrenmal zu erhalten, so Jakobs. Da es bereits vor der Offizierschule 1977 in Fursty existierte, sei es nicht zwingend dieser zugeordnet, meinte der ehemalige Offizier. Also spreche nichts gegen die Gedenkstätte in Bruck.

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