Zum dritten Mal hatte die Tölzer Bar-Betreiberin Gabriella Hüsken zum Talk eingeladen. Dieses Mal zu Gast: der Schauspieler Maximilian Grill.
Bad Tölz – „Wäre Pfarrer für dich eine Option?“ „Auf gar keinen Fall!“, entfährt es Maximilian Grill. Sein spürbares Entsetzen ist für all diejenigen besonders lustig, die ihn als Pfarrer aus der ZDF-Reihe „Tonio & Julia“ kennen, die bekanntlich in Tölz spielt. Doch seine nachgeschobene Erklärung leuchtet sofort ein: „Am spannendsten zu spielen sind immer die Figuren, die am weitesten von einem weg sind.“
Zum dritten Mal hatte Gabriella Hüsken, die seit vier Jahren die „Bar N 19“ in der Nockhergasse betreibt, Gäste zum Plausch an die Theke gebeten. Damit eifert sie ihrem großen Vorbild Ina Müller und deren NDR-Sendung „Inas Nacht“ nach. Und auch wenn die Tölzer Gespräche nicht live im Fernsehen (aber immerhin später auf Youtube zu sehen sind): Hüsken macht das erstaunlich professionell. Sie ist erkennbar gut auf ihre Gäste vorbereitet, hat einen entsprechenden Fragenkatalog parat und einiges an Bildmaterial zusammengetragen. Als sie ein Foto von Maximilian Grill zückt, auf dem er eine lange, schwarze Mähne alias Winnetou trägt, stöhnt dieser auf: „Das ist das schrecklichste Foto, das je von mir gemacht wurde…“ Das Publikum amüsiert sich bestens. Und Hüsken feixt: „Die Aufnahme entstand, als Max 1995 mit dem „Bravo-Otto“ ausgezeichnet wurde.“ Da war der in München geborene Schauspieler gerade einmal 19 Jahre alt.
Maximilian Grill trinkt lieber Bier als Schampus
Vieles erfährt man von ihm dank der geschickten Fragetechnik seiner Gastgeberin, die Privates und Berufliches munter mischt. Dass er derzeit in Berlin lebt und sich in die Erziehung seiner 17-jährigen Tochter mit deren Mutter (ebenfalls Schauspielerin – aber nicht seine Lebensgefährtin) teilt, dass er in Leipzig auf der renommierten Schauspielschule war, dass er als Kind und Jugendlicher viel Zeit in Tölz verbracht hat, weil die Großeltern hier lebten, und dass er liebend gerne wieder einmal auf der Bühne stehen würde statt zu filmen: All das entlockt Hüsken dem prominenten Gast. Auch die Blitzfragen spult sie routiniert ab: „Malediven oder Matterhorn?“ – „Matterhorn!“ –„Bier oder Schampus? –„Bier!“.
Die Zuschauer könnten dem unterhaltsamen Schlagabtausch durchaus noch länger zuhören, doch Hüsken hat ja noch mehr Gäste geladen, nämlich Günther und Stoiber vom Comedy-Trio Günther.Stoiber.Hinterecker. Erste Gaudi hat das Publikum, weil Maximilian Grill flugs ein Plakat des Trios aufhängen soll und dabei mit dem Werkzeug kämpft. Als es endlich hängt und er einen Blick auf die fesche Blonde neben den beiden Männern wirft, fragt er empört: „Und wo ist sie?“ Da deutet sich schon an, dass die drei Herren den weiteren Abend mehr so unter sich ausmachen – und Hüskens gut vorbereitetes Konzept weitgehend ins Leere läuft. Doch das Publikum hat auch so seinen Spaß.
Wenn Schauspieler aus dem Nähkästchen plaudern
Zum echten Highlight wird dann die Nummer, in der die drei gelernten Schauspieler aus dem Nähkästchen plaudern. „Auf der Schauspielschule lernt man absurde Dinge. Etwa: Stell’ dir vor, du bist ein Grashalm…“ Da wiegt sich Christoph Stoiber beseelt lächelnd im Wind. „Und jetzt kommt ein Sturm. Wie fühlt sich das an?“, gibt Florian Günther den Schauspiellehrer. „Ich bin leicht und biegsam“, haucht Stoiber und schwankt hin und her. „Und jetzt kommt die Kuh…“ Nun biegt sich das Publikum – vor Lachen.
Die Videos „Auf an Ratsch“ finden sich unter „gabriellavonkrinnerzuhüsken“ auf Youtube. Wer live dabei sein möchte, meldet sich unter Telefon 01 75/ 5 43 26 06.
Sabine Näher