VonKlaus-Maria Mehrschließen
Ein Jäger musste in seinem Jagdrevier am Tegernsee eine schlimme Szene miterleben: Zwei Hunde jagten ein trächtiges Reh und dann griffen sie an. Der Jäger reagierte.
Tegernsee - Lorenz Höß war zufällig vor Ort. Gemeinsam mit seinem Kollegen reparierten sie einen Jagdsitz im Revier Tegernsee-Süd, dass er als Jäger gepachtet hat. Am Samstag gegen 12 Uhr war das. Da schoss plötzlich eine trächtige Rehgeiß an ihm vorbei. Hinterher zwei mittelgroße Mischlingshunde. Höß ließ alles stehen und liegen und rannte hinterher.
Er musste mit ansehen, wie die beiden Hunde das panische Tier an einem Gartenzaun an der Perronstraße stellten. Die Hunde fackelten nicht lange. Sie griffen an und verbissen sich in dem Reh. Höß ging dazwischen. Er konnte die Hunde von dem Reh trennen und sie vertreiben. Das Reh stand unter Schock, konnte sich dann aber in den Wald retten, nicht ohne Blutspuren aus seinen Wunden im Schnee zu hinterlassen.
Offenbar kam Höß gerade noch rechtzeitig: „Ich hoffe und glaube nicht, dass die Verletzungen tödlich waren“, sagt er unserer Redaktion. Wenig später tauchte die Hundehalterin auf. Offenbar eine junge Frau aus Hamburg. Sie habe sich einsichtig gezeigt, sagt Höß. Trotzdem erstellte er Anzeige bei der Polizei Bad Wiessee. Ob die Staatsanwaltschaft wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz oder Wilderei Anklage erhebt, ist derzeit offen.
Höß warnt Hundehalter im Tal und vor allem Touristen, die mit Hund an den Tegernsee kommen eindringlich: „Derzeit sind die Rehgeißen trächtig und leichte Beute. Wer mit seinen Hunden im Wald unterwegs ist, sollte immer Gewalt über sie haben.“ Eine Leinenpflicht bestehe zwar seines Wissens nach nicht, aber: „Wenn zwei Hunde ein Reh aufstöbern und hinterjagen, kriegen Sie die nicht mehr. Egal, wie gut Sie sonst glauben, ihre Tiere im Griff zu haben.“
kmm
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