VonChristina Jachert-Maierschließen
Bereits im Januar hatte ein Hund ein tragendes Reh in Rottach-Egern zu Tode gehetzt - nun wurden zwei weitere Tiere gerissen. Der Jagdleiter appelliert nun eindringlich an alle Hundehalter.
Rottach-Egern - Vor etwa zehn Tagen ein junges Reh in Ellmau, am Samstag ein weiteres bei Oberach: Beide Tiere wurden vermutlich von Hunden gerissen. „Es ist wirklich schlimm“, erklärt Jagdleiter Eduard Maierhofer.
Durch den langen Winter sei das Wild sehr geschwächt und eine leichte Beute für frei laufende Hunde. Er appelliere an alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner an der Leine zu lassen. „Die Leute sagen immer, ihre Hunde tun ja nichts“, berichtet Maierhofer.
Völlig verängstigtes Wild
Dabei erlebe er vor allem im Bereich der Wildfütterung an der Moni-Alm, dass Hunde direkt in die Fütterung laufen. Das verschreckte Wild wage sich erst zu später Stunde oder gar nicht mehr zur Futterstelle.
Auch durch Skifahrer habe das Wild viel Stress. Gerne würde er nach dem Vorbild von Herzogin Helene in Bayern ein Wildschutzgebiet ausweisen lassen und den Bereich um die Fütterung zumindest zeitweise sperren lassen, so Maierhofer.
Auch in Bergkirchen: Hund reißt Reh - trotz Leinenpflicht.
Gerissenes Reh bei Spaziergang gefunden
Eines der beiden gerissenen Rehe hat Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, beim Spaziergang gefunden. Auch sie beklagt die Verantwortungslosigkeit einiger Hundebesitzer und erinnert an einen Vorfall im Januar, als ein tragendes Reh gerissen wurde.
„Wir distanzieren uns von Hetzkampagnen gegen Hundebesitzer, es ist jedoch notwendig, konsequenter einzugreifen um im nachweisbaren Fall den Besitzer in die Haftung zu nehmen“, meint Ecker-Schotte. Wer einen Vorfall beobachte, möge dies der Polizei oder dem Tierschutz melden.
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