Arbeitsgruppe ins Leben gerufen

Gymnasium jetzt Fair-Trade-School

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Gütesiegel: Das Gymnasium Tegernsee darf sich nun offiziell Fair-Trade-Schule nennen. Die Schüler der Arbeitsgruppe und die Initiatoren freuen sich über die Auszeichnung durchs Eine-Welt-Netzwerk Bayern.

Das Gymnasium Tegernsee  darf sich nun offiziell Fair-Trade-School nennen. Damit ist das Gymnasium die 521. Schule in Deutschland, die diesen Titel trägt.

Tegernsee - Wenn laute Musik durch die Gänge des Tegernseer Gymnasiums hallt, bedeutet das, dass die Zehntklässler Jonas Groh und Michi Zangenfeind mal wieder mit ihrem mobilen Verkaufswagen durch die Schule ziehen. Die beiden sind Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG) Fair Trade des Gymnasiums. Ihr Ziel ist es, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und so Bewusstsein für das Thema „Fairer Handel“ zu schaffen. Für ihr Engagement außerhalb der Unterrichtszeit wurden die AG-Mitglieder jetzt von Viktoria Soder, Promoterin des Eine-Welt-Netzwerks Bayerns, ausgezeichnet: Die Schule darf sich nun offiziell Fair-Trade-School nennen. Damit ist das Gymnasium die 521. Schule in Deutschland, die diesen Titel trägt.

Ins Leben gerufen hat die Arbeitsgruppe vor 15 Jahren Religionslehrerin Ulrike Weizbauer. Nach einem Ausflug mit ihrer damaligen achten Klasse zum Fair Handelshaus Bayern nördlich von München überlegte sie zusammen mit ihren Schülern, wie auch sie sich für einen weltweit fairen Handel einsetzen könnten. So entstand die Idee, eine schulinterne Gruppe zu gründen, die sich fortan für das Thema engagiert. Das Projekt startete mit etwa 15 Interessierten, heute sind knapp 40 Schüler Teil der Arbeitsgruppe. Der Großteil der Freiwilligen besucht die Unterstufe. Sie kümmern sich vor allem um den Pausenverkauf – jede Woche gibt es hier fair gehandelte Schokolade, Tee, Kaffee und andere Leckereien.

Die Schüler der Oberstufe sind hauptsächlich fürs Organisatorische verantwortlich. Vor vier Jahren übernahm Religionslehrerin Evelyn Coppola die Leitung der Fair Trade AG. Schulleiter Werner Oberholzner war von Anfang an ein Befürworter des Projekts und ist laut Coppola am Pausenstand selbst ein regelmäßiger Einkäufer von Blütenhonig. Auch die übrigen Lehrkräfte unterstützen das Engagement – und wenn es nur ist, dass sie ab und zu mal ein Auge zudrücken, wenn sich die Schüler wegen ihres Einsatzes verspäten. Finanzielle Unterstützung erhält die Gruppe vom Elternbeirat, der das Geld für den Einkauf der Lebensmittel vorstreckt. Ihre Produkte kauft die Schule im Fair Trade Haus im Münchner Norden, wo auch die Idee entstand. 

Auch die Vorsitzende des Eine-Welt-Ladens im Tegernseer Quirinal, Anna Rieder, ist von dem Engagement der Schüler des Tegernseer Gymnasiums begeistert. „Das ist wirklich toll“, sagt Rieder.

 Erste Nachahmer hat das Projekt bereits an der Grundschule Gmund gefunden. Diese steckt momentan im Bewerbungsprozess für die Initiative. Nach der Ehrung durchs Eine-Welt-Netzwerk Bayern nutzten die Schüler des Gymnasiums die Gelegenheit, ein neues ehrenamtliches Projekt ihrer Schule vorzustellen: „Malawi – Chancen durch Bildung“. Indem sie Spenden sammeln, wollen sie Mädchen in Afrika eine Ausbildung ermöglichen. Die Verantwortliche für das Projekt, Lehrerin Claudia Maier, sagt: „Wir sind zwar noch in den Startlöchern, aber wir hoffen, eines Tages genauso tolle Erfolge wie unsere Fair Trade AG zu erzielen.“

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mm

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