Neue Regeln zum 1. Juli

533 Euro mehr für eine Bestattung: München erhöht Friedhofsgebühren – „Ist einfach zu viel“

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Die Stadt erhöht die Gebühren für die städtischen Friedhöfe.
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Die Stadt hebt die Friedhofsgebühren zum Teil deutlich an. Eine herkömmliche Bestattung kostet mal eben 500 Euro mehr. Das hat Gründe, sorgt aber für Kritik.

München – Die Stadt München hebt die Friedhofsgebühren an – und das zum Teil recht happig. Beispiel gefällig? Eine Trauerfeier kostet künftig 229 statt wie bisher 108 Euro, die Basis-Erdbestattung schlägt mit 2059 Euro zu Buche – bislang waren es 1526 Euro. Auch der Tod wird teurer.

Friedhöfe in München: Städtischer Betrieb ist gesetzlich verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten

In München gibt es 25 Friedhöfe mit circa 260 000 Grabstätten. Problem aus Sicht der Stadt: Die städtischen Friedhöfe (SFM) müssen so wirtschaften, dass die Einnahmen die Ausgaben decken. Das ist gesetzlich so geregelt und gilt zum Beispiel auch für den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM). Und wie überall steigen auch die Kosten bei der Friedhofsverwaltung. „Die Städtischen Friedhöfe müssen, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach kostendeckender Kalkulation nachzukommen, die Gebühren zum Juli dieses Jahres erhöhen“, sagt Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

Grund dafür sind zum einen die gestiegenen Kosten, zum Beispiel für Energie, aber auch die Tarifanpassungen im Personalbereich fließen in die Kalkulation mit ein. Hinzu kommt, dass nahezu alle Friedhofsgebäude in einem schlechten Zustand sind und dringend saniert werden müssen. Die Modernisierung des Westfriedhofs etwa hatte der Stadtrat erst unlängst beschlossen, die Kosten belaufen sich auf 70 Millionen Euro. Die Sanierung des Friedhofes am Perlacher Forst soll heuer beendet werden.

Neue Gebühren für die Friedhöfe in München: Regelung gilt ab 1. Juli, Bürger können Grabnutzung vorher verlängern

Auch vor dem Hintergrund der steigenden Kosten der Stadtrat am Dienstag der neuen Gebührenordnung mehrheitlich und zähneknirschend zugestimmt, sie gilt vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026. Bürger können aber noch bis zum 30. Juni die Grabnutzung zu den alten Gebühren verlängern.

Aber nicht alle Fraktionen tragen den Beschluss mit. CSU-Fraktionsvize Hans Theiss etwa schimpfte: „Wir lehnen die Erhöhung ab. Ein Anstieg um 533 Euro bei Erdbestattungen ist einfach zu viel.“ Die letzte Erhöhung sei zudem erst 2020 erfolgt. Vor dieser Gebührenanpassung waren die Gebühren seit 2008 unverändert. „Bei allem Verständnis für notwendige Sanierungen an den Friedhöfen: Der letzte Weg muss immer würdevoll sein und darf nicht von der Größe des Geldbeutels abhängen.“

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ÖDP-Stadträtin Sonja Haider möchte einen Fonds für Menschen, die sich Gräber nicht leisten können

Stadträtin Sonja Haider (ÖDP-München-Liste) findet es ebenfalls bedauerlich, dass „die Stadt München die Kosten für die anstehenden Sanierungen der Friedhofsgebäude bei den Trauernden eintreiben möchte. Vor allem hätte ich mir gewünscht, dass die Preise für Kinder- und Sternenkinder-Gräber nicht so deutlich erhöht würden.“ Haider schlägt vor, einen Fonds einzurichten - für all jene, die durch die Preiserhöhungen über die Maßen belastet werden. „Damit zur Trauer nicht auch noch finanzielle Sorgen kommen.“

„Wir hätten die Gebührenerhöhung gerne vermieden“, sagt Grünen-Stadträtin Sofie Langmeier. „Aber leider kommen wir in Zeiten steigender Kosten nicht daran vorbei. Denn wir wollen den Service und das vielfältige Angebot unserer Friedhöfe aufrechterhalten und auch unsere Mitarbeitenden weiterhin gut bezahlen.“

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