VonSascha Karowskischließen
Die Elisenstraße in der Maxvorstadt wird für knapp 14 Millionen Euro umgebaut. Entstehen sollen breitere und sicherere Radwege. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen.
München - An der Elisenstraße hatte sie damals begonnen, die Verkehrswende. Zumindest, wenn man den Worten von Grünen-Stadträtin Gudrun Lux glauben mag. Sie sprach von einem Kristallisationspunkt, der nun zum Juwel werde. Tatsächlich waren auf dem Streckenabschnitt zwischen Lenbachplatz und Dachauer Straße in der Maxvorstadt im Sommer 2020 Münchens erste Pop-Up-Radwege entstanden, mittlerweile sind sie weiß markiert.
Der Stadtrat hat am Mittwoch entschieden, die Radwege auszubauen – und zwar so breit, dass der Abschnitt später Teil des Radschnellwegs nach Fürstenfeldbruck werden kann. Beispielsweise wird der Radweg auf Höhe der Alten Bayerischen Börse künftig mit einer Breite von 2,80 Metern zuzüglich Sicherheitstrennstreifen geführt.
Elisenstraße in München: Verwaltung hatte fünf Varianten untersucht - SPD haderte lange mit dem Vorschlag
Die Verwaltung hatte fünf Varianten untersucht und dem Stadtrat die fünfte als Beschluss vorgeschlagen, dabei entfallen 85 Parkplätze, zehn neue und 15 Radlstellplätze werden geschaffen. Die SPD hatte bis Dienstagnachmittag mit sich gerungen, nicht doch eine Variante zu wählen, die mehr Parkplätze enthält, sich dann aber fraktionsintern, wie man so hört, mit acht zu sieben Stimmen knapp für die Variante fünf entschieden.
SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl sagte am Mittwoch, es gebe eine Beschlusslage, um Radschnellwege zu errichten. „Wenn wir jetzt so viel Geld in die Hand nehmen, dann müssen wir die Strecke auch so ausbauen, dass sie Radschnellwegkonform ist.“ Man hab am Ende abgewogen, an der Stelle gebe es keine unmittelbare Wohnbebauung, die direkt von Stellplätzen abhängig sei. „Und es gibt im Umfeld Parkhäuser für die Besucher, die mit einem Auto in die Stadt fahren.“
Umbau in der Elisenstraße: Opposition kritisiert die Kosten und die fehlenden Prognosen der Verkehrszahlen
Die Opposition kritisierte vor allem die Kosten. Man habe nichts gegen Radwege, unterstrich Veronika Mirlach (CSU). „Aber es kommt auf den Einzelfall an.“ Und in diesem Fall seien die Kosten von zu hoch. „Bei der Haushaltslage kann man da nur den Kopf schütteln.“ Schließlich gebe es in der Elisenstraße bereits Radwege, die ausreichten. „Es stinkt mir, sie malen sich die Sachen einfach schön. Der Radweg funktioniert im Moment. Dagegen stehen 14 Millionen Euro, die anderweitig besser investiert wären.“
Zudem fehlten Prognosen, wie sich der Verkehr entwickeln werde, sagte auch FDP-Stadtrat Fritz Roth. „Wo ist der Bedarf? Der ist nicht belegt.“ Der Ausbau der Elisenstraße sei ein reines Luxusthema. „An der Paul-Heyse-Straße oder an der Schwanthalerstraße ist die Situation für Radfahrer schlechter, da habe ich von Ihnen aber noch keinen Vorschlag gesehen.“
Elisenstraße in München: ÖDP-Stadträtin spricht von mehreren Nahtoderfahrungen - „war selbstmörderisch“
Florian Schönemann (Grüne) erwiderte, dass der Radweg an der Elisenstraße für Erwachsene sicher ausreichen würde. „Aber nicht für Kinder oder Ältere, und wir wollen Radwege für alle Menschen bauen.“
Sonja Haider (ÖDP) sagte, sie fahre die Strecke regelmäßig, und früher habe sie schon die ein oder andere Nahtoderfahrung gehabt. „Das war selbstmörderisch, eine Wahnsinns Achterbahnfahrt. Ich bin sehr erleichtert, dass wir das jetzt so hinbekommen.“
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