VonFelicitas Bognerschließen
Ein spannender Wahlkampf ging gestern Abend gegen 19.20 Uhr in Bad Heilbrunn zu Ende. Sieger ist der amtierende Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). Mit 63,5 Prozent konnte er bei einer Wahlbeteiligung von 63,8 Prozent die Entscheidung für sich gewinnen. Konrad Specker (FW) hat 36,5 Prozent aller Wähler überzeugt.
Bad Heilbrunn – „Das Ergebnis ist ein klares Zeichen“, findet Gründl und strahlt überglücklich mit seiner Frau Andrea um die Wette. Eine Wahlparty gab es nicht. „Mit Blick auf die Corona-Fälle im Landkreis wäre das ein zu großes Risiko“. Seine Frau und wenige Gemeinderatskandidaten empfingen Gründl trotzdem im Restaurant „Parkvilla“ mit tosendem Applaus. Er selbst wirkte erleichtert: „Die Anspannung ist über den Tag hinweg immer mehr geworden“, sagt er. Morgens sei er noch mit seiner Familie auf den Riederstein gegangen, „doch danach wurde ich schon sehr nervös“, sagt er und lacht. Bei den Wahlen über 60 Prozent der Stimmen zu bekommen, das sei sein größter Wunsch gewesen. „Ganz sicher kann man sich ja nie sein. Konrad Specker ist im Ort auch sehr bekannt“, begründet er seine Aufregung.
Gründls größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen
Nun kann Gründl „seine Leidenschaft und Berufung“, wie er das Bürgermeisteramt selbst nennt, ausleben und für die kommenden sechs Jahre in den Dienst der Bürger stellen. „Ich freue mich auch, dass der Wahlkampf endlich vorbei ist“, sagt er. Gründl hat die letzten Wochen als „enorm anstrengend“ empfunden. Dies liege vor allem daran, dass er „viele Kommentare und Briefe der Freien Wähler“ als unfaire Mittel gesehen habe. „Es wurden in der letzten Zeit von verschiedenen Seiten Bemühungen angestellt, mich schlecht dastehen zu lassen“, ärgert er sich. Dies beziehe sich jedoch nicht auf den Ortsverband der Grünen.
Specker will im Gemeinderat weiter für „seine Visionen“ kämpfen
Konrad Specker ist über das Wahlergebnis enttäuscht: „Wenn man zu einem Wettkampf antritt, dann möchte man diesen auch gewinnen“, sagt er. „Wir werden uns bemühen im Gemeinderat weiterhin unseren versprochenen Kurs zu fahren.“ Das Wahlergebnis lasse ihn nicht an seinen Visionen zweifeln. „Wir haben zwar nicht die Mehrheit überzeugen können, aber werden uns weiterhin für einen Umschwung im Gemeinderat einsetzen“, so Specker. Er betonte, „künftig ein besonderes Auge darauf zu richten, ob Thomas Gründl seinen Versprechen nachgeht.“ Specker sieht trotzdem etwas Positives an dem Ergebnis: „Meine Mitarbeiter freuen sich, dass ich ihr Chef bleibe“ und er schließt humorvoll: „statt Bürgermeister jetzt halt weiter Bäckermeister“.
Gründl will Frieden im Gemeinderat
Gründl kündigte bereits an, auf den wohl größten Kritikpunkt der Freien Wähler einzugehen: Die fehlende Transparenz. „Ich hoffe, dass wir die Anfeindungen aus dem Wahlkampf begraben können und einen konstruktiven Gemeinderat für Bad Heilbrunn bilden“, wünscht er sich. Sein Friedensangebot: „Was war, das war. Jetzt starten wir mit allen Parteien vernünftig in die Zukunft für unsere Gemeinde.“
