Thomas Mann nimmt einen immer größeren Teil im Tölzer Leben ein. Am 6. Juni wird ein neuer Gedenkweg am Hintersberg eingeweiht.
Bad Tölz – Die Stadt Bad Tölz hat ihre große Wertschätzung für Thomas Mann entdeckt, der hier mit seiner Familie von 1909 bis 1917 die Sommermonate verbracht hat. Und dieses Bemühen um den Schriftsteller beginnt sich auszuzahlen. Immer mehr Thomas-Mann-Verehrer kommen in die Stadt, um hier seinen „Tölzer Jahren“ nachzuspüren. Nun bekommt diese Liaison eine neue Qualität: Am 6. Juni wird die Stadt als zusätzlichen Gedenkort einen „Thomas-Mann-Weg“ eröffnen. Am Wegverlauf werden – ähnlich wie in der Hindenburgstraße geschehen – acht Infotafeln in der Form von Stelen aufgestellt, auf denen über Thomas Mann, seine Familie und deren Tölzer Jahre berichtet wird.
Kulturreferent und Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart freut sich über den „unerwartet fulminanten Erfolg“ der neuen Tölzer Thomas-Mann-Erinnerungskultur, sagte er am Dienstag in einer Pressekonferenz in der Stadtbibliothek. Die 2017 in Bad Tölz abgehaltene Herbsttagung der Thomas-Mann-Gesellschaft sei der bisherige Höhepunkt gewesen. Seitdem habe es in Bad Tölz zahlreiche Vorträge über den Schriftsteller gegeben. 2018 habe die Stadt in der Bibliothek zudem ein „Thomas-Mann-Zimmer“ mit Requisiten aus dem Breloer-Film „Die Manns“ eingerichtet. 2019 überließen Nachkommen des Schriftstellers den originalen Kronleuchter aus Thomas Manns Arbeitszimmer der Stadt als Dauerleihgabe. Inzwischen, so Botzenhart, sei Bad Tölz „ein wichtiger Ort auf der Thomas-Mann-Landkarte“, auf der die essenziellen Stationen seines Lebens zwischen Lübeck, München, Bad Tölz, Ostpreußen, Kalifornien und der Schweiz verzeichnet sind.
Für Konzeption und Realisation des Thomas-Mann-Wegs am Tölzer Hintersberg haben viele an einem Strang gezogen: Botzenhart bedankte sich für die reibungslosen Abläufe bei Stadtarchivarin Manuela Strunz, Kurdirektorin Brita Hohenreiter und Gabi Peters vom Stadtmarketing, aber auch bei den zwei Tölzer Firmen, die die Stelen hergestellt haben sowie beim städtischen Bauhof, der die Tafeln bis zum Eröffnungstag des Rundwegs (siehe Kasten) aufstellen wird.
Brita Hohenreiter bestätigte, dass Thomas-Mann-Verehrer inzwischen eine „interessante touristische Zielgruppe“ sind, die im Schnitt drei bis fünf Tage in der Stadt bleiben. Denen und der einheimischen Bevölkerung wird die Stadt im Mai 2020 die ersten Tölzer „Thomas-Mann-Tage“ mit einem kompakten einwöchigen Kulturprogramm anbieten. (Rainer Bannier)
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