Zwist zwischen Tölz und Greiling

Nordspange: Kuh Nummer drei muss noch vom Eis

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Ein vieldiskutiertes Thema: Der Bau der neuen Nordspange in Tölz.

Ist die Klage der Gemeinde Greiling gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Tölzer Nordumgehung schon zurückgezogen? Nein, ist sie noch nicht.

Bad Tölz/Greiling – Drei Bedingungen hatte die Gemeinde an diesen Schritt geknüpft. Die erste davon: ein direkter Radweg entlang dem Flugplatz in Richtung Kreisverkehr und Eichmühle. Das sei tatsächlich relativ problemlos zu machen, sagt das Staatliche Bauamt Weilheim. Forderung zwei ist die Baulastübernahme für die künftig heruntergestufte Gemeindestraße am Kasernenberg. Das hat die Stadt Tölz nach einigen rhetorischen Scharmützeln murrend, aber verbindlich zugesagt (wir berichteten).

Kuh drei, die vom Eis geschoben werden muss, wird am Dienstag, 21. April, im Mittelpunkt stehen. Da treffen sich nämlich Vertreter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim sowie die Vertreter der Gemeinde Greiling, um über die künftige Entwässerungssituation unterhalb des Kasernenbergs am sogenannten Strobl-Weiher neben der Bundesstraße 472 zu sprechen. Ein Gespräch nach dem Planfeststellungsbeschluss, also letztlich der Baugenehmigung? Ist das nicht seltsam?

Der Greilinger Bürgermeister Anton Margreiter verweist darauf, dass seine Gemeinde und ortskundige Greilinger Landwirte während des Verfahrens nicht ausreichend gehört worden seien. Man befinde sich an der Stelle im Becken der Ur-Isar. Bei starken Regenfällen bilde sich schnell ein kleiner See, der ebenso schnell wieder verschwinde. „Aber keiner weiß genau, wohin.“

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Es bestehe die Sorge, dass durch das Entwässerungskonzept im Planfeststellungsbeschluss ein Mehranfall von Oberflächenwasser und damit Gefahren für die Hinterlieger an der Ötzstraße am Weiherbach entstehen.

Auch befürchtet Margreiter, dass damit das gemeindliche Hochwasserschutzkonzept Weiherbach durch den Mehranfall von Oberflächenwasser überfordert werde.

Von dem Ortstermin mit den Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes erhofft er sich entweder eine plausible Erklärung des behördlichen Vorgehens oder Änderungen im Konzept.

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts, Roland Kriegsch, kann die Frage nach dem Sinn eines Treffens nach dem Planfeststellungsbeschluss nicht ganz nachvollziehen. An dessen Zielen werde sich auch nichts ändern. In der Besprechung gehe es nun um die „Detailschärfe“ und „Präzisierung“ der nun folgenden Ausführungsplanung. „Das ist ein ganz normaler Ablauf.“ Es werde deshalb auch keine große Verzögerung geben.

Davon geht auch Bürgermeister Anton Margreiter aus, der „ein gutes Gefühl“ hat, was die Zusammenkunft mit den Vertretern des Wasserwirtschaftsamts betrifft. „Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal Vollzug melden kann.“

Davon geht auch der Träger des Verfahrens, das Bauamt Weilheim, aus. Abteilungsleiter Martin Herda hält das Entwässerungskonzept im Planfeststellungsbeschluss im Wortsinn für „wasserdicht“ und auch juristisch kaum anfechtbar. „Eine Klage hätte, glaube ich, kaum Bestand.“  

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