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Das Isar-Kinocenter in Tölz renoviert. Künftig gibt es VIP-Sessel und Stühle, die vibrieren.
Bad Tölz – Die nächste Stuhl-Ausbau-Party im Tölzer Isarkino-Center steht unmittelbar bevor. Wie berichtet können im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen in den Kinosälen Stühle kostenlos mit nach Hause genommen werden – Voraussetzung ist nur, dass sie selber ausgebaut werden. Der nächste Termin ist laut Marketing-Leiterin Katharina Sohnius am Mittwoch, 22. Mai. Um etwa 21.45 Uhr, wenn die letzte Vorstellung in Kinosaal 4 zu Ende ist, können alle, die dies möchten, bei den schwarzen Sitzmöbeln zugreifen.
Artikel vom 10. Mai:
Einen Kinosessel bei sich zu Hause aufstellen? Kein Problem. Im Tölzer Isarkino-Center werden derzeit die Sitzmöbel verschenkt. Der Grund: Eine große Renovierung steht an. Seit 20 Jahren betreibt Roland Wolf das Kino in Bad Tölz am Moraltpark. „Für uns war klar, dass wir in diesem Jahr renovieren.“ Der Spielbetrieb soll in der gesamten Zeit weitergehen, mit minimalen Einschränkungen.
Am Sonntagabend war es so weit: Nach der letzten Vorstellung in Kino 3 durfte jeder, der entsprechendes Werkzeug mitgebracht hatte, die Sessel selber ausbauen und kostenlos mitnehmen. „Etwa 25 Leute haben das Angebot angenommen“, sagt Katharina Sohnius. Sie ist zuständig für das Marketing des Kinos und leitet die Renovierungsarbeiten vor Ort. 80 Stühle seien auf diese Weise verschenkt worden. „Eine Gruppe hat gesagt, dass sie sowieso gerade plant, zu Hause eine Art Heimkino einzurichten. Denen kam die Aktion entgegen“, sagt sie lachend. Einige der „Lovechairs“, also die etwas breiteren Sessel für zwei Personen, behielt das Kino selbst. Im oberen Bereich des Foyers soll eine Lounge entstehen, dort werden sie wieder aufgestellt.
Am Montag ging es dann los mit den Arbeiten. Neue Böden und Wände wird es in den Sälen geben, auch das Lichtkonzept wird modern und stromsparend. Jeder Saal erhält zudem einen VIP-Bereich. Das sind Sitze in den hinteren Reihen mit etwas höherem Komfort, mehr Beinfreiheit und eigenen Tischen, um beispielsweise Getränke abstellen zu können. In der Reihe davor wird es in zwei Sälen sogenannte „4K-Stühle“ geben. Diese simulieren Bewegungen. Wird beispielsweise im Film Auto gefahren, fühlt das der Zuschauer, weil der Stuhl vibriert und kleinere Bewegungen macht. „In einigen Kinos gibt es so etwas schon“, sagt Sohnius. „Die Resonanz ist super. Es ist eine Aufwertung zum normalen Kino-Erlebnis. Wir wollten diesen Schritt mitgehen.“
Nächster Termine für Stuhl-Ausbau-Party steht noch nicht fest
Auch im Foyer werden Änderungen sichtbar sein. Ein grauer Farbton ersetzt das bisherige Gelb und Orange. „Wir wollten alles schlichter machen“, sagt Sohnius. „Die Werbung für die Filme ist schließlich schon bunt, daher soll der Hintergrund ruhiger werden.“ Im Gegensatz zu den derzeitigen Plakaten wird künftig auf Monitoren über die aktuellen Filme informiert. „Das hat den Vorteil, dass wir schneller reagieren können“, so Sohnius.
Als nächstes ist Kinosaal 4 an der Reihe. Auch dann wird es wieder eine Stuhl-Ausbau-Party geben. Der Termin steht aber noch nicht genau fest. Voraussichtlich ist es aber in zwei bis drei Wochen so weit. Bis alle Arbeiten fertig sind, werden immer zwei Säle zeitgleich gesperrt sein. „Wir klären das alles mit den Verleihern“, sagt Sohnius. Alle Neustarts werden trotzdem zu sehen sein, die üblichen Mädels- und Männerabende finden ebenfalls wie gewohnt statt. „Wir versuchen, den Betrieb so normal wie möglich zu gestalten.“
Laut Wolf werden sich die Arbeiten über den Sommer ziehen. Vom Tisch sind derzeit übrigens die Erweiterungspläne in den Räumlichkeiten der ehemaligen Diskothek. Man sei mit dem Besitzer des Gebäudes nicht zusammengekommen, berichtet Wolf. Zudem fahre man mit dem „Capitol“-Kino am Amortplatz sehr erfolgreich das Konzept der Filmkunst. „Das hat sich eingespielt, das Capitol hätte ich ungern schließen wollen. Es gibt im Moment keine Notwendigkeit für eine Erweiterung.“ mel
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