VonSascha Karowskischließen
Weil die Kolumbusstraße temporär in Teilen für Autos gesperrt wird, gibt es Anwohner-Ärger. Sie seien nur unzureichend informiert worden. Die Stadt sieht das anders.
München – Dunkle Wolken über der Sommerstraße in der Au. Weil in der Kolumbusstraße bis Oktober Parkplätze für eine Wiese, einen Sandstrand oder Sitzmöbel wegfallen, sind die Anwohner sauer. Sie werfen der Stadt vor, zu wenig transparent kommuniziert und ihre Bedenken ignoriert zu haben. Die Debatte schwappt nun ins Rathaus rüber.
(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)
SPD-Stadtrat: kein Wunder, „dass die AfD starken Zuspruch bekommt“
Roland Hefter, Stadtrat der SPD, sagte am Montag (03.07.), derlei Maßnahmen über die Köpfe der Bürger hinweg führten zu Politikverdrossenheit und spalteten die Menschen. „Da braucht man sich nicht zu wundern, dass die AfD starken Zuspruch bekommt.“ Rumms!
Pikant: Die SPD im Rathaus, also auch Hefter, hatte das Projekt mitunterstützt. Er habe auch nichts gegen die Sommerstraße, betont der Stadtrat im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich war erschrocken über die Ablehnung einiger Anwohner. Das kann man nicht ignorieren.“ Zu groß sei die Gefahr, dass es wegen solcher Maßnahmen zu Protestwahlen kommt.
Ärger um Sommerstraße in der Au: Grünen-Stadträtin sicher, dass deswegen niemand AfD wählt
Grünen-Stadträtin Gudrun Lux erwidert: „Demokraten wählen nicht rechtsextrem, nur weil ihnen eine Sommerstraße nicht gefällt.“ Die Behauptung, dass Politik für Ökologie, Verkehrswende und Weltoffenheit der AfD helfen würde, werde zurzeit bei Politikern am rechten Rand von CDU, CSU und Freien Wählern gern verbreitet.
„Wenn das nun auch ein SPD-Politiker macht und damit quasi fordert, dass wir unser Handeln an der AfD ausrichten, kann ich mich nur wundern. Das missachtet das Ergebnis der Kommunalwahl, gibt der AfD eine Größe, die sie in München nicht mal im Ansatz hat und stärkt sie in der Konsequenz sogar – während man SKA meint, das Gegenteil zu tun.“
Sommerstraßen in der Au und Obergiesing: Stadt hat die Anwohner und Bezirksausschüsse früh informiert
Über das Projekt sei erstmals im September 2022 informiert worden, sagt eine Sprecherin des Mobilitätsreferates auf Anfrage unserer Redaktion. 6000 Briefe waren im Parklizenzgebiet Walchenseeplatz (für das Projekt Landlstraße) und 8000 im Parklizenzgebiet Südliche Au (für das Projekt Kolumbusstraße) verschickt worden.
Überdies sei durch 100 Aushänge an Haustüren auf Beteiligungs- und Informationstermine vor Ort und online hingewiesen worden. „Es fanden zwischen Dezember 2022 und Ende März 2023 acht Beteiligungs- und Informationstermine vor Ort im Straßenraum sowie zwei Online-Termine statt.“
107 Einzelgespräche in der Südlichen Au und 79 am Walchenseeplatz
Ferner seien in der Südlichen Au vor Ort 107 Einzelgespräche und am Walchenseeplatz 79 Einzelgespräche geführt worden. „Im Rahmen der Informationstermine im März wurden die Planungen vorgestellt und die Anregungen der Anwohner aufgenommen. Zudem war die zuständigen Bezirksausschüsse von Anfang an in die Projekte eingebunden.“
Regelmäßig, kostenfrei und immer aktuell: Wir stellen Ihnen alle News und Geschichten aus München zusammen und liefern sie Ihnen frei Haus per Mail in unserem brandneuen München-Newsletter. Melden Sie sich sofort an!
