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Mit seiner ausgleichenden Art hat er so manche Wogen wieder geglättet. Nun ist Max Sterflinger aus Bad Tölz mit 85 Jahren gestorben.
Bad Tölz – Weit über tausend Bürgern aus Bad Tölz und Umgebung dürfte Max Sterflinger ein Begriff gewesen sein. Hat er ihnen doch in seiner Fahrschule das Einmaleins des Autofahrens beigebracht. Nach langer Leidenszeit schloss Sterflinger nun am frühen Samstagmorgen im Alter von 85 Jahren für immer die Augen.
„Er hat einfach nicht mehr mögen. Alles, was er in seinem Leben gerne getan hat, ging zuletzt nicht mehr“, sagt seine trauernde Witwe Hilde Sterflinger. Auch wenn Max Sterflinger letztlich mit großer Wahrscheinlichkeit dem Coronavirus erlegen ist – seine Leiden, die seinen unbändigen Bewegungsdrang mehr und mehr einschränkten, sind auf einen Motorrad-Unfall vor 30 Jahren zurückzuführen.
Max Sterflinger war über Jahrzehnte Fahrlehrer in Bad Tölz
An seinem Fuß musste zuletzt täglich der Verband gewechselt werden. Seine geliebten Wanderausflüge in die Berge, die vielen Motorrad-Touren und seine Leidenschaft fürs Skifahren – all das ging nicht mehr. „Er war zuletzt froh, wenn er es zu Fuß noch von seiner Wohnung bis zur Röckl-Kapelle geschafft hat“, berichtet seine Gattin. Als er wegen seines schlechten Allgemeinzustands ins Krankenhaus gekommen war, verzichtete Max Sterflinger auf weitere lebenserhaltende Maßnahmen, wurde wieder nach Hause gebracht und konnte dort friedlich einschlafen.
Der gebürtige Münchner lernte zuerst Bohrwerk-Dreher, ehe er zum Fahrlehrer umschulte. 1959 heiratete er seine Hilde, und im selben Jahr zog die Familie dann nach Bad Tölz. Beim ehemaligen Stadtrat Ernst Thissen fing Max Sterflinger 1963 als Fahrlehrer an, und 1966 übernahm er von Heinz Priel dessen Fahrschule. Nur drei Jahre später zog er mit seinem Betrieb in das Anwesen Am Bache um, wo er über mehrere Jahrzehnte junge Menschen zu Autofahrern ausbildete.
1984 wurde Max Sterflinger Vorsitzender des SC Rot-Weiß Bad Tölz
Relativ wilde und unruhige Zeiten hatte der Tölzer Fußballverein SC Rot-Weiß hinter sich gebracht, als 1984 Max Sterflinger den Vorsitz übernahm. In seiner siebenjährigen Amtszeit schaffte es der Fahrlehrer mit seiner ausgleichenden Art, in dem Verein neue Strukturen zu etablieren. Vor allem intensivierte er die Nachwuchsarbeit so nachhaltig, dass die erfolgreiche rot-weiße Jugend-Abteilung bald als Musterbeispiel in der Region galt. Nach seinem Rücktritt von der Vereinsführung 1991 wurde er wenig später für seine Verdienste zum Ehren-Vorsitzenden des Vereins ernannt.
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Neben seiner Gattin hinterlässt Max Sterflinger zwei Töchter, vier Enkelkinder und zwei Urenkel. Wegen der derzeitigen Corona-Beschränkungen wird sein Leichnam zwar eingeäschert, die Urnenbeisetzung wird aber zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. „Wenn das alles vorbei ist, dann gibt’s, wie man in Bayern sagt, ,a gscheide Leich‘. Ganz im Sinne vom Max“, versichert Hilde Sterflinger.
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