Um Punkt 8.41 Uhr und 36 Sekunden war der Durchbruch der Oströhre für den Tunnel Oberau geschafft. Gefeiert wurde dieser besondere Moment mit Glühwein und Burgern.
Oberau – Vor fast genau einem Monat, als der erste Durchschlag beim Tunnel Oberau erfolgt ist, war es spätabends und dunkel. Von dem historischen Moment bei dem 228-Millionen-Projekt hat die Öffentlichkeit kaum was mitbekommen. Ganz anders heute früh: Dass sich etwas Besonderes vor dem Südportal tut, dort viele Menschen und Geräte in Bewegung sind, konnte jeder Autofahrer von der Bundesstraße aus sehen. Um exakt 8:41:36 Uhr war es dann soweit: Die slowakische Vortriebsmannschaft macht den Weg frei und vollzieht den Durchbruch bei der Oströhre.
Tunnel Oberau: Spektakulärer Durchschlag ist geschafft
„Wir sind sehr glücklich und stolz“, sagt Projektleiter Karsten Läufer von der Tunnelbaufirma Marti. Den Männern ist es gelungen, noch vor Weihnachten ans Tageslicht zu kommen. „Damit haben wir sicher und souverän unsere gesteckten Ziele erreicht.“
Wichtig dabei unter den Arbeitern: Die Tagschicht, die um 6 Uhr den Dienst im Berg begonnen hat, konnte zum Durchschlag ansetzen. „Die Nachtschicht haben wir extra noch einmal aufgeweckt“, erzählt Läufer. Schließlich ist auch bei diesen Teams die Freude über das Erreichen des Etappenziels groß. Genauso wie bei den Kroaten, die – ganz nach Projektplan – vor einem Monat schon in der Weströhre durchschlagen konnten. Auch sie waren dabei, als vor dem Südportal ein kleines Fest begann. Für die starken Männer, die unter Tage schuften, gab es starken Glühwein und Burger. Einige hatten die slowakische Fahne dabei, der Polier aus dem Nachbarland auch die Österreichische. Die Stimmung: bestens – auch ohne hohen Politbesuch wie vor einem Monat. Damals war der ehemalige Bundesverkehrsminister und heutige CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt, dabei.
Tunnel Oberau: Bilder von der offiziellen Durchschlagsfeier
Noch bis Donnerstag laufen die Arbeiten auf der Großbaustelle – der Tunnel soll bis zum Jahr 2021 entstehen – weiter. Die letzte Schicht kommt Läufer zufolge morgens um sechs aus dem „Loch“, wie die Röhren genannt werden. „Dann holen wir noch die Maschinen rein, reinigen die Geräte.“ Und dann geht es für die 54 Männer vom Vortrieb und das restliche Team von der Baustelle Oberau in den verdienten Weihnachtsurlaub und zurück zu den Familien.