VonLukas Schierlingerschließen
Der bundesweite GDL-Streik bleibt für München nicht ohne Folgen. Zahlreiche Zugverbindungen fallen aus, auch der S-Bahn-Verkehr ist stark betroffen.
Update vom 12. Januar, 7.52 Uhr: Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat auch am Freitagmorgen für starke Beeinträchtigungen in Bayern gesorgt. Der Notfahrplan mit einem stark ausgedünnten Angebot gelte weiter, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Freitagmorgen mit. Im Fernverkehr fahren demnach rund 20 Prozent der Züge. Auch im Nahverkehr gebe es ein deutlich verringertes Angebot. Bei der Münchner S-Bahn gilt weiterhin ein Noktfallplan (siehe vorheriges Update).
Update vom 11. Januar, 7.38 Uhr: Noch bis zum Samstagmorgen dürfte es aufgrund des GDL-Streiks zu Beeinträchtigungen im Betrieb der Münchner S-Bahn kommen. Auf deren Homepage heißt es weiterhin: „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt.“
Im bayerischen Fern- und Regionalverkehr kommt es auch am Donnerstag zu „massiven Zugausfällen“. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn teilte mit, dass die Bahn auch am Donnerstag nur nach Notfallplan fahre. Sie bat Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt unbedingt zu informieren.
Notfallplan bei der Münchner S-Bahn: So verkehren die Züge
- Die Linie S 1 verkehrt zwischen Ostbahnhof und Neufahrn im 20-Minuten-Takt. Ab Neufahrn fährt die S 1 stündlich weiter nach Freising und zurück sowie alle 20 bis 40 Minuten weiter zum Flughafen und zurück.
- Die Linie S 2 verkehrt zwischen Markt Schwaben und Dachau alle 20 bis 40 Minuten, auf den übrigen Abschnitten im Stundentakt.
- Die Linien S 3, S 4, S 6 und S 7 verkehren im Stundentakt.
- Die Linie S 8 fährt zwischen Ostbahnhof und Pasing alle 20 Minuten, zwischen Pasing und Germering alle 20 bis 40 Minuten und zwischen Germering und Herrsching alle 60 Minuten.
- Auf der bestehenden Baustelle der S8 zwischen Ostbahnhof und Johanneskirchen wird zusätzlich aufgrund einer Weichenstörung im Bereich Johanneskirchen eine Reparatur durchgeführt. Deswegen wird zwischen Johanneskirchen und Ismaning ist ein Ersatzverkehr mit Taxis eingerichtet. Die S 8 zwischen Ostbahnhof und Johanneskirchen wird aufgrund von Bauarbeiten durch Busse ersetzt. Zwischen Johanneskirchen und Flughafen besteht im Zeitraum von 6 bis 21 Uhr ein S-Bahn-Pendelverkehr im Stundentakt. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten und der längeren Fahrzeit wird allen Fahrgästen von und zum Flughafen empfohlen, alternativ die S 1 zu nutzen.
- Die Linie S 20 entfällt.
U-Bahn, Bus und Tram sind nicht vom GDL-Streik betroffen. Es könne allerdings ein „erhöhtes Fahrgastaufkommen“ entstehen, hatte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bereits im Vorfeld gemahnt.
Update vom 10. Januar, 9.50 Uhr: Verkehrsmittel der MVG sind von dem Lokführerstreik nicht betroffen. Das heißt: U-Bahn, Tram und Busse fahren in München nach Plan. Bis einschließlich Freitag könne es aber zu erhöhtem Fahrgastaufkommen kommen, informiert die MVG auf ihrer Website.
Update vom 10. Januar, 7.36 Uhr: Der GDL-Streik ist angelaufen und führt auch im Münchner Bahnverkehr zu massiven Beeinträchtigungen. Unter anderem die S-Bahn München fährt stark eingeschränkt, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt. Folgendermaßen sind die Linien derzeit unterwegs:
- „Die Linie S 1 verkehrt zwischen Ostbahnhof und Neufahrn im 20-Minuten-Takt. Ab Neufahrn fährt die S 1 stündlich weiter nach Freising und zurück sowie alle 20 bis 40 Minuten weiter zum Flughafen und zurück.
- Die Linie S 2 verkehrt zwischen Markt Schwaben und Dachau alle 20 bis 40 Minuten, auf den übrigen Abschnitten im Stundentakt.
- Die Linien S 3, S 4, S 6 und S 7 verkehren im Stundentakt.
- Die Linie S 8 fährt zwischen Ostbahnhof und Pasing alle 20 Minuten, zwischen Pasing und Germering alle 20 bis 40 Minuten und zwischen Germering und Herrsching alle 60 Minuten.
- Wegen Bauarbeiten wird die S 8 zwischen Ostbahnhof und Ismaning durch Busse ersetzt. Zwischen Ismaning und Flughafen besteht im Zeitraum 06:00 Uhr bis 21:00 Uhr S-Bahn-Pendelverkehr im Stundentakt. Aufgrund der beschränkten Kapazitäten und der langen Fahrzeit nutzen Fahrgäste von/zum Flughafen bitte alternativ die S 1.
- Die Linie S 20 entfällt.“
Die S-Bahn München rät allen Fahrgästen dazu, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Betriebslage zu informieren und die Fahrt, wenn möglich, auf einen anderen Tag zu verschieben.
Deutsche Bahn scheitert mit Klage gegen GDL-Streik – Beeinträchtigungen in München erwartet
Update vom 9. Januar 2024, 20.23 Uhr: Die Deutsche Bahn ist auch in zweiter Instanz mit ihrer Klage gegen den Streik der GDL gescheitert. Das hessische Landesarbeitsgericht hat am Dienstagabend (9. Januar) den Eilantrag des Konzerns auf einstweilige Verfügung abgelehnt.
„Wir haben uns, insbesondere für die Fahrgäste, ein anderes Ergebnis gewünscht, müssen die Entscheidung des Gerichts aber akzeptieren“, sagte Florian Weh, Hauptgeschäftsführer des DB-Arbeitgeberverbands AGV MOVE, nach der Verhandlung. Der Streik im Personenverkehr wird wie geplant Mittwochnacht um 2 Uhr beginnen. Im Güterverkehr wird bereits seit 18 Uhr gestreikt.
Einschränkungen im Münchner S-Bahn-Verkehr schon am Dienstagabend
Erstmeldung: Offizieller Auftakt ist der Mittwochmorgen (2 Uhr), bei der Münchner S-Bahn kommt es schon am Dienstagabend (9. Januar) zu ersten Einschränkungen. Der großflächige Streik der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokführer) hat massive Auswirkungen für Münchner Pendler.
Mit einem Notfahrplan will die Deutsche Bahn zumindest einen Teil der Fernverkehrsverbindungen aufrechterhalten. Auf den verbleibenden Verbindungen sollen etwa längere Züge eingesetzt werden, um möglichst viele Fahrgäste ans Ziel zu bringen. Wie viele Züge den Münchner Hauptbahnhof am Mittwoch wirklich verlassen, blieb zunächst offen.
GDL-Streik trifft München mit voller Wucht: Notfallplan für S-Bahn-Verkehr
In Bezug auf die Betriebslage bei der S-Bahn hieß es auf deren Homepage im Vorfeld: „Im Regionalverkehr ist es das Ziel, ein stark reduziertes Angebot zu fahren.“ Und: „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt.“ Trotz der harten Ansagen hat die S-Bahn München einen recht üppigen Notfallfahrplan hinbekommen:
Recht üppig: Notfallfahrplan für S-Bahn deckt gesamtes Netz ab
- Die S1 verkehrt zwischen Ostbahnhof und Neufahrn im 20-Minuten-Takt. Ab Neufahrn fährt die Linie S 1 stündlich weiter nach Freising und zurück sowie alle 20 bis 40 Minuten weiter zum Flughafen und zurück.
- Die S2 verkehrt zwischen Markt Schwaben und Dachau alle 20 bis 40 Minuten, auf den übrigen Abschnitten im Stundentakt.
- Die Linien S3, S4, S6 und S7 verkehren im Stundentakt.
- Die Linie S8 fährt zwischen Ostbahnhof und Pasing alle 20 Minuten, zwischen Pasing und Germering alle 20 bis 40 Minuten und zwischen Germering und Herrsching alle 60 Minuten. Wegen Bauarbeiten wird die Linie S8 zwischen Ostbahnhof und Ismaning durch Busse ersetzt. Zwischen Ismaning und Flughafen besteht im Zeitraum 06:00 Uhr bis 21:00 Uhr S-Bahn-Pendelverkehr im Stundentakt. Aufgrund der beschränkten Kapazitäten und der langen Fahrzeit nutzen Fahrgäste von/zum Flughafen bitte alternativ die Linie S1.
- Die Linie S20 entfällt.
Bereits während des jüngsten GDL-Streiks im Dezember 2023 verkehrten die Münchner S-Bahnen stark eingeschränkt. Um explizite Nachfragen von Fahrgästen zu beantworten, hat die Deutsche Bahn eine kostenfreie Service-Hotline eingerichtet. Diese ist unter der Nummer 08000-996633 zu erreichen.
Auswirkungen wohl bis Samstag spürbar
U-Bahn, Bus und Tram in München sind nicht vom GDL-Streik betroffen. Sie verkehren auf den gewohnten Strecken. Es könnte aber durchaus etwas voller werden in den nächsten Tagen. Einige S-Bahn-Pendler dürften auf ÖPNV-Alternativen umsteigen. Und: Der GDL-Streik soll laut Ankündigung der Gewerkschaft bis Freitagabend (18 Uhr) andauern. Bei der S-Bahn rechnet man damit, dass Nachwirkungen noch am Samstag spürbar sein werden.
Nach dem sogenannten „Weihnachtsfrieden“ hat der Tarifstreit wieder Fahrt aufgenommen. Mit dem neuerlichen Streik auf der Schiene will die GDL den Druck auf die Deutsche Bahn erhöhen. Die Fronten bleiben verhärtet. Verhandlungen mit der Bahn und dem Wettbewerber Transdev hatte die GDL im November 2023 für gescheitert erklärt. Als Knackpunkt gilt die GDL-Forderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Für die Verkehrslage in ganz Bayern zum Streikbeginn informiert Sie unser Bahnstreikticker für Bayern.
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Rubriklistenbild: © Lukas Barth/dpa



