Bürgermeisterin Verena Dietl

„Familien nicht alleine lassen“: Kita in Oberföhring vor Schließung - Stadt soll übernehmen

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Bürgermeisterin Verena Dietl hat die Verwaltung veranlasst, die Kita Brunnbach in Oberföhring zu übernehmen. Die Einrichtung wollte Ende August zusperren.

München - Die Stadt München soll die Kindertagesstätte Brunnbach in Oberföhring übernehmen. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sagte am Donnerstag, eine „plötzliche Schließung würde aber die betroffenen Familien vor erhebliche Probleme stellen. Damit kann und will ich sie nicht alleine lassen. Daher habe ich umgehend veranlasst, dass die Stadt alles unternimmt, um die Kita zu übernehmen.“

Einige Kitas beteiligen sich nicht am neuen Fördermodell, die Einrichtung in Oberföhring will sogar schließen.

Neue Förderformel der Stadt München: Träger können keine Gewinne mehr erwirtschaften

Wie berichtet, will die Einrichtung zum 31. August schließen. Der Grund ist das neue Defizitausgleichsystem, das die Stadt als Ersatz für die gerichtlich gekippte Münchner Förderformel beschlossen hatte. Danach können Träger durch die Förderung keine Gewinne mehr erwirtschaften. Dietl: „Wir dürfen als Stadt keine privaten Gewinne finanzieren, deshalb musste das Fördersystem zwingend umgestellt werden.“

Für die Kita Brunnbach gehe damit die wirtschaftliche Grundlage verloren, erklärte die Leitung. „Diese Entscheidung fällt uns besonders schwer, da sie die Familien unserer rund 110 betreuten Kinder unmittelbar betrifft.“

Bürgermeisterin Verena Dietl.

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Neue Förderformell der Landeshauptstadt: Rund 600 Einrichtungen wollen sich am System beteiligen

Für die Kinder werde es schwer, einen neuen, bezahlbaren Kita-Platz zu finden. Viele andere Einrichtungen hatten die Gebühren drastisch erhöht. Die Stadt hatte im März bei den Trägern angefragt, wie viele sich der neuen Förderung anschließen werden. Etwa 600 Einrichtungen wollen das tun, hieß es. Etwa 625 waren Teil der alten Förderformel. Die Abfrage ist aber noch unverbindlich.

Ob das neue Fördermodell überhaupt gelten wird, ist ebenfalls noch offen. Wie berichtet, hatte der Dachverband Bayerischer Träger für Kindertageseinrichtungen (DBTK) angekündigt, erneut gegen die städtische Förderung für Kindertageseinrichtungen zu klagen.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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