Die Pläne für eine Neugestaltung des Tölzer Hallenbads gibt es schon länger. So richtig voran geht es damit aber nicht.
Bad Tölz – Josefistift, die Schulneubauten, der Hochwasserschutz am Ellbach, das angedachte Jugendzentrum, die ISEK-Maßnahmen: Auf rund 150 Millionen summieren sich die baulichen Investitionen, die sich die Stadt in den kommenden Jahren vorgenommen hat. Nicht ganz oben in der Prioritätenliste steht dabei das Tölzer Hallenbad, von dem seit langem über eine Erweiterung gesprochen wird. Im Frühjahr 2018 waren die Pläne für ein Spa an der Bockschützstraße zu Grabe getragen worden. Vor genau einem Jahr schickte der CSU-Ortsverband einen Antrag an den mit sechs Stadträten plus Bürgermeister besetzten Aufsichtsrat der Tölzer Stadtwerke, man möge doch die Planungen für ein mit Kleinkinder- und Warmwasserbecken sowie ein Bistro aufgepepptes Bad vorantreiben. Das Thema wurde immer wieder mal im Stadtrat angesprochen. Recht vorangekommen ist man nicht.
Pläne für ein „ansprechendes Familienbad“
Wie ist der Sachstand? Bürgermeister Josef Janker bleibt auf Anfrage eher allgemein. Er kann sich ein „ansprechendes Familienbad“ vorstellen: „Weder ein Spaßbad noch eine Wellnessanlage, sondern die Fortentwicklung des Schwimmbades für Vereine, Schulen und Sportler.“ Ein Planer solle eine Machbarkeitsstudie erarbeiten, aber wichtig: Eine Zeitschiene gebe es nicht.
Der Geschäftsführer der Tölzer Stadtwerke, Walter Huber, fasst die Kernfrage so zusammen: „Wie viel Spaß muss sein?“ Alles, was über den Ist-Zustand hinausgehe, werde „bestimmt nicht mehr Wirtschaftlichkeit bringen“. 22 000 Schwimmer besuchen derzeit jährlich das Bad. Das ist bei weitem nicht kostendeckend. Die Stadtwerke als städtisches Tochterunternehmen buttern im Jahr etwa 200 000 Euro in das Bad, um das Defizit zu decken. Da die Eintrittspreise moderat bleiben sollen, werde jede Erweiterung das Defizit erhöhen. Das müsse jedem klar sein. Und: Der Umbau müsste, so sagt Stadtkämmerer Hermann Forster, von den Stadtwerken finanziert werden.
Huber sperrt sich nicht gegen Aufwertungsmaßnahmen und Umbauideen, wenngleich die Bausubstanz Grenzen setzt. Schon ein Fenster zu setzen, sei bei den meterdicken Mauern der einstigen Junkerschule extrem aufwendig.
Der Tölzer Kämmerer Hermann Forster hat schon einmal laut darüber nachgedacht, den Saunabereich in die Räumlichkeiten des ersten Stocks zu verlagern und die frei werdenden Flächen für einen Kinderbereich zu nützen. Im ersten Stock waren früher der Kraftraumbereich der Amerikaner (jetzt genutzt vom Taekwondo-Club) sowie die US-Telegrafenstation (Tanzsportclub). Beide Vereine müssten sich aber, sagt Huber, „keine Sorgen machen“. Es sei klare Aussage der Stadt, dass man den Vereinen keine Flächen nehmen werde, ohne ihnen vorher geeignete Alternativen angeboten zu haben. Huber: „Das könnte sogar eine deutliche Verbesserung darstellen.“
Er selbst favorisiert bei einem Umbau des Bads eine andere Lösung. Das derzeitige Schwimmbecken wird, das ist Konsens, ohnehin nicht angetastet. Dafür könnte man, so Huber, den bestehenden Umkleide- und Duschenbereich zu einem Badeareal für Kinder umbauen. Die Umkleiden und Duschen sowie einen kleinen Bistrobereich könnte sich der Stadtwerke-Chef in einem Anbau an der Nordseite, wo der Haupteingang liegt, vorstellen. Christoph Schnitzer
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