Dauer-Unwetter in Bayern

Es wird ernst: Unwetter-Warngebiet massiv erweitert – „Überschwemmungen“ drohen in München

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In Bayern nimmt die prognostizierte Wetter-Gefahrenlage erste Formen an. Für die nächsten Tage warnen Meteorologen eindringlich vor Dauerregen.

Update vom 13. September, 20.40 Uhr: In den kommenden Nachtstunden sowie am Samstagvormittag, 14. September, steht Bayern die „größte Intensität“ bevor, wie es der DWD im aktuellen Warnlagebericht schreibt. Über alle weiteren Entwicklungen dazu informieren wir Sie im neuen Newsticker – hier geht‘s weiter.

Update vom 13. September, 17.55 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnkarte aktualisiert. Das Gebiet in Bayern, in dem die zweithöchste Unwetter-Warnstufe gilt, wurde dabei massiv erweitert. So ist inzwischen nicht mehr nur der Südosten des Freistaats betroffen, der „ergiebige Dauerregen“ trifft nun auch Landesteile Bayerns, die eher in der Mitte des Bundeslandes liegen.

Unwetter-Lage in Bayern: DWD erweitert Warngebiet

„Nach bisher beobachteten Niederschlagsmengen um 20 l/m² tritt ergiebiger Dauerregen auf. Dabei werden nochmals Niederschlagsmengen zwischen 40 l/m² und 60 l/m² erwartet“, schreiben die Meteorologen im neuerdings rot gefärbten Warngebiet. Die aktuelle Warnkarte des DWD sieht so aus:

Am Freitagabend hat der Deutsche Wetterdienst seine Warnkarte für Bayern aktualisiert und das Warngebiet, in dem die zweithöchste Unwetter-Warnstufe gilt (rot), deutlich ausgeweitet.

Der Schwerpunkt der Unwetterlage liegt also immer noch auf dem Südosten Bayerns, das Gebiet, welches vom Dauerregen betroffen ist, wurde jedoch deutlich vergrößert. In vielen Landkreisen, in denen heute Mittag noch die dritthöchste Warnstufe galt, gilt also nun die zweithöchste.

Update vom 13. September, 15.30 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat seinen aktuellen Warnlagebericht für Bayern aktualisiert. Vor allem die neu prognostizierten Regenmengen sind bezüglich der Hochwasserlage von Bedeutung. So schreiben die Meteorologen: „Bis Sonntag früh vom Allgäu bis zum Bayerischen Wald innerhalb von etwa 48 Stunden verbreitet 40 bis 60, vom Werdenfelser Land bis zum Passauer Raum sowie im Bayerischen Wald 60 bis 90, lokal bis 100 l/qm (Unwetter)“.

Die größten Mengen fallen jedoch zwischen „Mangfallgebirge und Berchtesgadener Alpen, dort 80 bis 100, in Staulagen um 150 l/qm“. Die größte Intensität wird demnach in der Nacht auf Samstag, 14. September, sowie am Samstagvormittag erreicht.

Neben dem Dauerregen ist auch Schnee ein Thema in Bayern. Wie es da aussieht, erfahren Sie in unserem Artikel zur Schnee-Prognose. Zu guter Letzt rechnet der DWD auch mit teils schweren Sturmböen, die bis Sonntag, 15. September, auf die bayerischen Alpengipfel treffen.

Update vom 13. September, 13.30 Uhr: Die Lage in Bayern spitzt sich zu. Angesichts des inzwischen einsetzenden Dauerregens, vor dem der DWD noch bis zum Ende des Wochenendes warnt, hat der Hochwassernachrichtendienst gleich mehrere Hochwasser-Vorwarnungen für verschiedene Landkreise im Freistaat herausgegeben. Zudem gibt es auch schon zwei akute Warnungen für Bayern:

  • „Vorwarnung Hochwassergefahr“: Betroffen sind die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting, Landshut, Kelheim, Dingolfing-Landau, Rottal-Inn, Deggendorf, Passau, Freyung-Grafenau, Regen und Cham
  • „Warnung vor Ausuferungen und Überschwemmungen“: München, Rosenheim
Die Lage in Bayern spitzt sich zu. Inzwischen warnt der Hochwassernachrichtendienst akut vor Überschwemmungen und Ausuferungen. Der Deutsche Wetterdienst schreibt derweil, dass der Dauerregen bis Sonntag dauern soll. (Symbolbild)

Update vom 13. September, 13.05 Uhr: BR-Wetterexperte Christian Lorenz rechnet vor, dass in den nächsten Tagen die Regenmenge in den betroffenen Regionen in Bayern fällt, die sonst im gesamten Monat September normal sind. Besonders heftig könnte es im Berchtesgadener Land werden. Dort kündigt der DWD auch erneute Schneemengen im Gebirge an. Derweil rät die ÖBB, die Österreichische Bundesbahn, komplett vor Reisen mit dem Zug ab. Tickets können binnen einer knappen Woche kostenlos umgebucht werden.

Wortwörtliches Licht am Ende des Tunnels verspricht Experte Lorenz für Mitte kommender Woche. Ab Mittwoch soll sich in Bayern ein Hoch durchsetzen und der Himmel erstmals wieder aufklaren.

Update vom 13. September, 09.40 Uhr: Die Warn-App Katwarn löst nun auch für München aus. Es liegt eine amtliche Warnung vor Dauerregen vor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit 40 bis 60 Litern pro Quadratmetern ab Freitagabend, 22 Uhr, bis Sonntagnacht (0 Uhr).

Update vom 13. September, 06.17 Uhr: Dauerregen, Schnee und mögliche Hochwasser: Meteorologen blicken besorgt aufs Wetter der kommenden Tage. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte „eine bis Sonntagfrüh anhaltende Dauerregensituation am Alpenrand“ mit teils Unwettern voraus, verbreitet mit Mengen zwischen 40 bis 60 Litern pro Quadratmeter, ab dem Chiemgau ostwärts in Staulagen mit rund 100 Litern pro Quadratmeter.

Besonders stark betroffen sind aber die Alpen und der Bayerische Wald, wo mit heftigen Regenmengen zu rechnen ist. Auch im Zittauer Gebirge könnte es zu Unwettern kommen. In den Hochlagen der Alpen setzt zudem starker Schneefall ein. Auf den Gipfeln der Alpen sind Sturmböen bis zur Stärke 9 möglich, an exponierten Stellen können schwere Sturmböen der Stärke 10 auftreten.

Im Südosten Bayerns bleibt es bis in die Nacht zum Sonntag regnerisch, vor allem am östlichen Alpenrand und im Bayerischen Wald drohen weiterhin Unwetter. Auf den Gipfeln der Alpen bleibt es stürmisch. In den bayerischen Alpen könnte es derweil nach dem ersten Schnee laut DWD in den kommenden Tagen auf über 1500 Metern Höhe bis zu 50 Zentimeter Neuschnee geben, die Meteorologen sprachen von einem „markanten Wintereinbruch“.

Schnee auf der Zugspitze: In Bayern kann es in den Alpen weiter schneien. Im Süden des Freistaates droht allgemein Dauer-Niederschlag.

Update vom 12. September, 21.26 Uhr: Leider hat sich an der Extremwetterlage auch im Verlauf des Donnerstags nichts geändert. Weiter hält sich ein „kleinräumiges, aber wetterrwirksames Tief“, wie es DWD-Meteorologe Nico Bauer aktuell beschreibt, über dem Alpenraum und schaufelt sehr feuchte und warme Luft in Richtung Bayern. Diese trifft auf polare Kaltluft, die ein Tief nordwestlich von Skandinavien nach Mitteleuropa führt. „Und im Grenzbereich haben wir es mit lang anhaltenden, kräftigen Niederschlägen zu tun.“

Soweit die bekannte Lage. In den Alpen gehen diese Niederschläge in Schnee über. Ab etwa 1300 Meter erwarten uns hier teils kräftige Schneefälle, in der Nacht fällt die Schneefallgrenze auf 1000 Meter. Weiter unten regnet es stark. Bauer: „Wir erwarten vor allem im östlichen Alpenraum ergiebigen Dauerregen, der von Donnerstagabend bis Sonntagfrüh anhält.“ Hinzu komme ergiebiger Dauerregen im Osten von Bayern. In Staulagen können an den Alpen besagte 140 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.

Schwerpunkt der Unwetterlage liegt im Osten

Nach wie vor liegt der Schwerpunkt der Unwetterlage eher weiter östlich über Polen und Tschechien. Die größten Hochwasserereignisse in Bayern erwarten uns wohl in den östlichen Alpen. Erinnerungen an die Sturzfluten im Berchtesgadener Land 2021 werden hier wach.

Die schweren Regenfälle beginnen jetzt, also in der Nacht zum Freitag. Sie ziehen sich vom Bayerischen Wald bis an den östlichen Alpenrand. Bereits in der Nacht zum Freitag können örtlich bis zu 100 Liter pro Quadratmeter fallen.

Update vom 12. September, 13.45 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat vorgelegt, der Hochwassernachrichtendienst (HND) des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zieht nach: Vor Kurzem hat die Behörde ihren Lagebericht aktualisiert und in der Vorhersage-Karte vereinzelte Meldestufen für lokale Pegel im Südosten des Freistaats angehoben:

  • Meldestufe 1 gilt für die Pegel Rosenheim, Unterjettenberg und Brodhausen (gelbe Warnstufe)
  • Meldestufe 2 gilt für den Pegel Staudach (orange Warnstufe)

Die Meldestufen beim HND

Meldestufe 0 (grün): Keine Überschreitung des Meldepegels.

Meldestufe 1 (gelb): Stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2 (orange): Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3 (rot): Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.

Meldestufe 4 (lila): Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.

Im Lagebericht schreibt der HND: „Ab der Nacht zum Freitag wird für den Südosten Bayerns vom Bayerischen Wald bis an den Alpenrand Dauerregen vorhergesagt. In Folge werden fürs Wochenende erhöhte Wasserstände erwartet, stellenweise kann es zu kleinen Ausuferungen kommen.“ Vereinzelt könnte auch Meldestufe 2 überschritten werden, dafür wirke aber die niedrige Schneefallgrenze „Hochwasser dämpfend“.

Am kommenden Wochenende soll es heftigen Dauerregen in Bayern geben, mitunter ist die Rede von einer drohenden Hochwasserlage. Seinen Anfang nimmt die gefährliche Wetterlage in Bayern am Donnerstagabend. (Symbolbild)

„Sehr dynamische Wettersituation“: HND begleitet weitere Entwicklung in Bayern intensiv

Abschließend warnt der HND jedoch noch: „Da es sich um eine sehr dynamische Wettersituation handelt, in der kleine Veränderungen auch große Auswirkungen auf die Vorhersage haben können, wird die weitere Entwicklung intensiv begleitet. Die Abflussvorhersagen werden laufend aktualisiert und diese Information fortgeschrieben.“

Erstmeldung vom 12. September: München – Seit einigen Tagen bereits warnen verschiedenen Meteorologen vor der Wetterlage, die sich rund um das kommende Wochenende anbahnt. Am Donnerstag, 12. September, geht es nun los – der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat offiziell eine Unwetterwarnung für Teile Bayerns herausgegeben. Da stellt sich auch die Frage: Wie steht es um die drohende Hochwassergefahr?

Wetter in Bayern: Zweithöchste Unwetter-Warnstufe ausgerufen

Während sich in den Alpen der erste Schnee sammelt, soll in den anderen betroffenen Regionen am Abend Dauerregen einsetzen. Der DWD gab am Donnerstagvormittag eine entsprechende „amtliche Unwetterwarnung“ (Stufe drei von vier) heraus. Darin schreiben die Meteorologen: „Es tritt ergiebiger Dauerregen auf. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 60 l/m² und 90 l/m² erwartet.“

Gewarnt wird für einen breiten Streifen im Südosten Bayerns, der sich von Garmisch-Partenkirchen bis zum Süden des Landkreises Passau zieht und der Warnstufe entsprechend rot gefärbt ist. Darüber gibt es noch ein weiteres Warngebiet – hier gilt eine „amtliche Warnung“ vor Dauerregen (orange – Stufe zwei von vier). Der DWD schreibt hierzu: „Es tritt Dauerregen auf. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 40 l/m² und 60 l/m² erwartet.“

Ein drittes Warngebiet (rot – Stufe drei von vier) liegt im Osten von Bayern über den Landkreisen Freyung, Regen und Cham. Einsetzen soll die Warnlage jeweils am Abend zwischen 20 und 22 Uhr, sie endet nach aktuellem Stand laut DWD am frühen Sonntagmorgen. Hier die aktuelle Warnkarte des DWD (Stand 12.23 Uhr):

Gegen Donnerstagmittag gab der Deutsche Wetterdienst eine „amtliche Unwetterwarnung“ heraus. Die Meteorologen warnen vor Dauerregen, der ab Donnerstagabend über den Süden und Osten Bayerns hereinbrechen soll.

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DWD warnt vor bis zu 140 Litern pro Quadratmeter – dazu bis zu ein Meter Neuschnee

Im aktuellen Warnlagebericht schreibt der DWD zusammenfassend, dass am Donnerstag in Bayern eine Dauerregenlage einsetzt, die wohl das ganze Wochenende anhält. Die prognostizierten Regenmengen haben es dabei in sich: „Ab der Nacht zum Freitag und bis Sonntag früh vom Allgäu bis zum Bayerischen Wald verbreitet 40 bis 60, vom Werdenfelser Land bis zum unteren Inn sowie im Bayerischen Wald 60 bis 90, lokal bis 100 l/qm (Unwetter).“ Am Schlimmsten trifft es jedoch den äußersten Süden des Freistaats: „Größte Mengen jedoch zwischen Mangfallgebirge und Berchtesgadener Alpen, dort 80 bis 100, in Staulagen bis 140 l/qm“, warnt der DWD.

Die Hochwassergefahr lässt sich derweil weiterhin schwer abschätzen. Wenn es zu gefährlichen Lagen kommt, dann wohl aber erst im weiteren Verlauf des Wochenendes. Mehr Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Gefahrenlage finden Sie hier.

Zudem gibt es reichlich Schnee: „In den Alpen oberhalb etwa 1500 m bis heute Abend zunächst gebietsweise eins bis fünf, lokal bis 10 Zentimeter Neuschnee. Ab der Nacht zum Freitag und bis Sonntag früh verbreitet 15 bis 30, in Staulagen bis 50 Zentimeter“ Auch hier trifft es den Südosten wohl am stärksten: „In den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen häufig bis 40, dort in den Hochlagen (oberhalb von rund 2000 Meter) örtlich bis 100 cm“. Nachts sinke die Schneefallgrenze teilweise auf bis zu 1000 Meter. Zum Vergleich: München liegt bereits auf einer Höhe von 520 Metern. (fhz)

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